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oxydase untersucht, jedoch mit verschiedenem Ergebnis. Weber iss der Ansicht,
daß weder die Milch noch die Molke aktive Eigenschaften besäße. Dupouy und
Storch finden das Serum der Essigsäurefällung inaktiv, das Raudnitz, Zink und
Breteau reaktionsfähig erklären, Storch das Serum der Magnesiumsulfatfällung
aktiv, Raudnitz dasselbe inaktiv.
Ich fand, daß die Guajakreaktion im Serum ungeachtet, ob es durch H'-Ionenzusatz,
durch freiwillige Gerinnung oder durch Kochsalzfällung hergestellt war, schnell
und annähernd in derselben Stärke wie bei unveränderter Milch auftrat. Die Storchsche
Reaktion hingegen erwies sich außerordentlich empfindlich gegen H‘'-Ionen derart,
daß schon durch die geringe Menge Säure die durch den Zusatz des käuflichen
verdünnten Hydroperoxyds und des schwach sauer reagierenden Chlorhydrats des Paraphenylendiamins
in das Reaktionsgemisch gelangte, die Farbreaktion beeinträchtigt
wurde. In der Vollmilch waren diese geringen Säuremengen offenbar durch das
amphotere Kasein bezw. die Phosphate der Milch beseitigt worden.
Setzte man zu dem Serum der Kochsalzfällung (das Serum der MgSO,-Fällung
verhält sich ganz analog) vor der Reaktion soviel einer verdünnten Nas COs-Lösung,
daß nach Zusatz von Hydroperoxyd und dem Chromogen eine neutrale Lösung entstand,
so trat die Peroxydasereaktion mit derselben Intensität ein wie bei frischer
Milch. Im Serum freiwillig geronnener oder dem durch Zusatz geringer Mengen
Essigsäure gewonnenen blieb sie ganz aus und trat erst bei sorgfältiger Neutralisierung
in der oben angegebenen Weise auf. Eigentümlich war es, daß es hier und
auch in den mit dialysiertem Serum!) vorgenommenen Versuchen nie gelang, die mit
frischer Milch beobachtete Farbnuance zu erhalten. Führte man nämlich die Reaktion
in der sorgfältig neutralisierten Lösung aus, so ging die Färbung während der Reaktion
aus einem schönen Grün über Blau in ein dunkles Rotviolett über. Es ist
das wahrscheinlichste, daß diese Farbänderung durch während der Reaktion eintretende
Änderung der Azidität veranlaßt ist. Führt man die Reaktion in alkalischer
Lösung aus, so erhält man eine prachtvolle rote Färbung. Alleinige Konzentrationsänderung
veranlaßte übrigens die vorhin beschriebenen Farbenwechsel nicht.
Die Prüfung auf die Wirkung antiseptischer Mittel geschah nun so, daß die
auf dem üblichen Wege, aber so rasch als möglich gewonnenen Sera — es
kamen auch ihre Dialysate zur Verwendung — mit Thymol und Chloroform?) in
auf die oben beschriebene Art vorbereitete Kölbchen gebracht und diese verschlossen
bei Zimmertemperatur und im Eisschrank (3°) aufbewahrt wurden. Von Zeit zu
Zeit wurden Proben zur Untersuchung entnommen. Gleichzeitig wurde das Verhalten
der Sera ohne Zusatz der Konservierungsmittel geprüft. Über Einzelheiten
geben die nachfolgenden Tabellen Aufschluß:
') Siehe Seite 95.
») Vgl. E. Buchner, Die Zymasegärung.