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in alle Gemüther den Samen des Mistrauens und des Schreckens,
und selbst die Offiziere des Heeres wurden davon angesteckt. Der
König arbeitete entgegen durch eine Rede. Der einzige Sporn,
den er darin kennt und anwendet, ist der Ruhm.
Andere murrende Stimmen wurden leichter zur Ruhe gebracht.
Die freie Presse starb nach einem kurzen Scheinleben eines jähen
Todes. Sie misbrauchte ihre Freiheit, sagt der König. Es ist
merkwürdig, wie er dennoch an einer anderen Stelle dem scharfen
Worte der Wahrheit nicht entging. Er trat in die Werderkirche,
wo sein ehemaliger Freund Achard predigte. Es geschah zur guten
Stunde, wenn nämlich das möglich war. Achard zeichnete in
kräftigen Zügen das Bild des Eroberers, der über Millionen Elend
und Jammer bringt um seines Ruhmes willen. ) Er fügte die
Worte ein, welche die Schthen bei Curtius zu Alexander sprachen.
„Du der du dich rühmst die Räuber auszurotten, bist selber der
größte Räuber der Erde; denn du beraubst und plünderst alle
Nationen, welche du unterjochst. Wenn du ein Gott bist: so mußt
du auf das Wohl der Sterblichen sinnen, und nicht ihnen rauben
was sie haben. Wenn du ein Mensch bist: so denke immer an
das was du bist.“ Der König wurde über diesen Ausfall sehr
betroffen und erzürnt. Im Weggehen änußerte er sich: „Wohinein
mischt sich Achard? Steht es ihm zu von diesen Dingen zu reden?“
Auch nachher, als der Krieg schon begonnen, kannte der König
sehr wohl die Stimmung der Berliner, über welche Jordan ihm
berichten mußte. Dieser wagte sogar dem Könige zu schreiben, daß
es Leute gäbe, welche den Antimachiavelli und den Angriff auf
Schlesien nicht zu reimen wüßten. Aber was vermochte die Meinung
der Schwachen über den Willen des Gewaltigen, der allein
einen Willen haben durfte? „Laß die Neider und Ignoranten
reden,“ erwiederte er; „sie sollen niemals Einfluß auf meine Plane
1) Oenv. XVI. p. XVII.