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RNBalenb#i## Ansciagcg
Dienstag, 18. Januar 1910
Die monfenegrinischen Festungen.
Dem Vormarsch in das Innere Montenegros
setzt eine Reihe von Flüssen wie die Tara,
Seta und Piva natürliche Hindernisse entgegen.
Nach Ueberwindung der Tara dürfte den größten
Widerstand der Fluß Seta bilden, da er
fast in seiner ganzen Länge von starken Festungen
und Befestigungswerten begleitet ist.
Er fließt von Norden nach Süden und beginnt
ungefähr dort, wo der Duga-Paß endet.
Dieser Teil des Landes, der Dugapaß, ist seinerseits
durch mehrere Festungswerle geschützt.
Es sind die Forts Slostuv, Rasdor und Bresjeka,
am Ausgang des Passes und an seinem
südlichsten Ende. Der Seta-Fluß, der von hier
eine Sperre gegen einen von Osten oder Westen
andringenden Feind bildet, ist in seinem nördlichsten
Teil durch die starke Festung Nilschitz
geschützt, die eine Fortsetzung der Festungasperre
des Dugapasses bildel. Weiter nach Süden
sind während des ganzen Verlaufes des Setaflusses
befestigte Werke angelegt, die in der
Festung Spuz ungefähr östlich von Cetinje einen
starlen und umfangreichen Stützpunkt haben.
Endlich ist dieser Festungswall quer durch Montenegro
noch im Süden durch den Kopfpunkt
Wodgoritza gestützt, der seine Fortsetzung in
den Besestigungswerlen zwischen Podgoritza und
Skutari-See findet. Ueber die anderen Festungen
Montenegros werden im Anschluß daran einige
Mitteilungen von Interesse sein: An der
Nordgrenze, gegen die die österreichische Offensive
zuerst vorgetragen wurde, sinden wir nur
wenige befestigte Stellungen und Forts, durch
die die montenegrinische Front gestützt wird. Der
Grund für diese Erscheinung ist darin zu suchen.
daß die gebirgige Beschaffenheit des Geländes
eine natürliche Festung darstellt, zumal die montenegrinischen
Soldaten an den Gebirgslampf
von Jugend auf gemöhnt uerden. Die österreichische
Offensive östlich Trebinie südlich r#n
Bilek richtete sich bekanntlich gegen den über
1000 Meter hohen Ilino Brdo. Hier besand
sich eine befestigte montenegrinische Stellung,
die allerdings weniger durch Kunst als durch
Natur entstanden war. Außer diesem südlichsten
Punkt der österreichischen Offensive wurde auch
noch von Artovac aus der Angriff gegen monlenegrinisches
Land vorgetragen. Die Osfensive
richtete sich hier gegen den oben genannten
Dugapaß. Eine befestigte Stellung befindet sich
westlich davon bei Renorac. Weiter östlich an
der Grenze gegen Serbien befindet sich eine
Reihe Sperren, von denen die nördlichste Pleolje
ist. An der Südgrenze finden wir westlich von
Berane im Tale der Tara die Forts von
Kalaschin, allerdings noch ziemlich weit von der
Erenze entsernt. Das bedeutendste montenegrinische
Festungssystem dagegen befindet sich
nördlich vom Skutari= See, das schon geschildert
wurde. .
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ARE-IMPLI- Evdjkkxch
Der Kaiser.
WTB. Berlin, 16. Jan. Der Kaiser hat
nach völliger Wiederherstellung seiner Gesundheit
sich am Sonntag nachmittag auf den Kriegsschauplatz
begeben.
Berlin, 16. Jan. Der „Reichsanzeiger“
veröffentlicht folgenden Erlaß des Kaisers:
„Zum zmeiten Male werde ich meinen Geburtstag
im Waffenlärm des Krieges begehen. Trocz
der heldenmütigen Taten, der ruhmvollen Erfolge
der deutschen und der verbündeten Streitkräfte
ist der schwere Daseinskampf noch nicht
beendet, den der Neid und Haß der feindlichen
Großmächte uns aufgezwungen haden. Noch
müssen Herz, Sinn und Kraft des deutschen
Volkes im Felde und daheim auf das eine
Der Schag der Sabäder.
#A#man von E. Lracp.
Wachd## vorde#n.
„Nein, das tann im Innen licht sagen.
Aber ich meine, es ware auch ziemlich gleichgültig.
Das wesentliche imt doch, die Verwirklichung
jener Pläne zu hintertreiben, gleichviel,
ob sie von Frau von Heyden auf eigene Hand
oder im Einverständnis mit dem Baron betrieben
werden. n Sie mir dazu behilflich sein
oder wollen Sie es nicht?“
» sehe vorderhand keine Möglichkeit
dozu, Fräulein von Sylvander! Alles, was
ich dem Herrn Geheimrat sagen könnte, hat er
ia auch schon von anderer Seite gehört. Und
wenn es da keinen Emdruck auf ihn gemacht
hat, dürfte ich mir von der Wiederholung kaum
eine bessere Wirkung versprechen. Außerdem
dürfen wir nicht vergessen, daß ich nur Anschuedigungen
wiedergeben, aber keine Beweise
liefern könnte. Und ich darf zudem nicht ganz
außzer acht lossen, daß ich durch meinen Vertrag
dem Baron de Beamregard zu Gehorsam und
Treue verpflichtet bin. Das Schicksal hat mich
da in einen schweren Widerstweit der Pflichten
geworfen. Und durch das, was Sie mir heute
gesagt oder angedeutet haben, hat dieser Zwiespalt
wahrlich nichts von seiner Schärse verloren.“
„Ah, da ist wahrhaftig unfer Palmenhain!“
rief Erika, der es augenschelnlich mit
einemmal darum zu tun war, dem Gesräch
eine andere Wendung zu geben. „Und der
Boden ist hier ganz glatt. Wollen wir einen
tüelnen Galopp versuchen 7“
grohße Ziel gerichtet sein, einen endgültigen Sieg
und einen Frieden zu erringen, der das Vaterland
gegen eine Wiederholung feindlicher Ueberfälle
nach menschlichem Ermessen dauernd zu
sichern verbürgt. Ich bitte daher auch in diesem
Jahre, anläßlich meines Geburtstages von
den sonst zu meiner Freude üblichen festlichen
Veranstaltungen, Glückwünschungen und Kundgebungen
abzusehen und es bei slillem Gedenlen
und treuer Fürbitte bewenden zu lassen. Wer
seiner freundlichen Gesinnung an diesem Tage
noch einen besonderen Ausdruck zu geben sich
gedrungen fühlt, möge es durch Gaben aus
Liebe zur Linderung der durch den Krieg ge-!
schlagenen Wunden oder durch erhöhte Teilnahme
an der Kriegsfürsorge tun. Meines
wärmsten Dankes können alle gewiß sein. Gott
der Herr aber sei auch ferner mit uns und unseren
Wassen. Er weihe die schweren Opfer,
die freudig auf dem Altar des Vaterlandes
dargebracht werden, zu einem weiteren Grundstiein
für den festen Bau des Reiches und die
glückliche Zukunft des deutschen Volkes.“
Jaures.
Berlin, 16. Jan. Aus Jaures Rede in
der französischen Kammer vom 4. Juli 1913.
Jaurès (zur Rechten sich wendend): „Die Euch
helfen, appellieren immer an den Meuchelmord,
der an uns begangen werden soll. Eure Zeitungen
sagen in ihren langen Verleumdungsartikeln
gegen uns nichts anderes als das: Am
ersten Mobilmachungstage wird der moralischen
Hinrichtung eine tatsächliche Hinrichtung folgen
..Weiter: Ein Schriftsteller, der für die
dreijährige Dienstzeit agilierte, sagte vor einigen
Tagen, daß diejenigen, die dieses Gesetz
bekämpfen, im Einvernehmen mit dem Feinde
stehen. Und dieser Behauptung solgte auch sofort
die Erklärung des Herrn Adam, daß diejenigen,
die die dreijährige Dienstzeit belämpsen,
am Tage der Kriegserklärung getötet würden,
da diese Leute die Schuld an der Invasion
hätlen. Weiter: Ein anderer Schriftsteller sprach
die Hoffnung aus, daß diese Menschen am ersten
Molilmachungstage von einem Sergeanten und
vier Soldaten ausgestellt und niedergelnallt werden...
Und noch einer erllärte: Am ersten
Mobilmachungstage wird sich schon einer sinden.
der dem Jaurds ein wenig Blei in den Schädel
jagt .. .“ Diese Worte sprach Jean Jaures
am 4. Juli 1913 in der französischen Kammer,
als er das auf Rußlands Wunsch vorgebrachte
dreijährige Dienstgesetz bekämpfte. Und am
ersten Mobilmachungstage fand sich = vie bekannt
tatsächlich ein Patriot, der Jaures
„ein wenig Blei in den Schädel jagte ::
Naoul Villain . Der Prozeß gegen Jaures
Mörder ist, wie kürzlich aus Paris gemeldet
wurde, wieder vertagt worden. Aus tausend
und einem Grunde, die diese französische Regierung
nicht angibt. Wird dieser Mord überhaupt
je seine Sühne finden?
Der Kampf um die Wehrpflicht.
Rotterdam, 16. Jan. Aus London wird
gemeldet: In England wurde ein nationaler
Auoschuß gegen die Dienstpflicht errichtet, der
die Bekämpfung des Cesetzes im ganzen Lande
in die Wege leiten solle.
Englische Unverschämtheiten
im Handelskrieg.
Newyork, 16. Jan. Die „World“ schreibt
in einem Leitartikel: Die amerikanischen Kupfergesellschaften
und die anderen Gesellschaften,
die von England aufgesordert wurden, die Listen
ihrer Aktionäre vorzulegen, werden sich voraussichtlich
dieser Aufforderung nicht fügen und werden
der kritischen Regierung sagen, daß sie dies
u#l#ts angehe. Die Absicht dieses merkwürdigen
Vorgehens ist klar. Es ist ein Versuch, den
englischen und neutralen Handel dazu zu zwin-Vvhne
seine Zummmung abzuwarten und
ohne sich auch nur nach Holmsteiten umzUsehen,
trieb sie ihren Pony an, so daß ihrem
Vegleiter nichts anderes übrigblieb, als ihrem
Beispiel zu solgen. Cin paar verkrüppelte
Bäume, die an dem selsigen Rande eines
schmalen Einschnittes, vermutlich eines zu drei
Vierteln ausgetrackneten Wasserlauses, aufragten,
bildeten ihr Ziel.
Obglelch die Sonne so heiß herniederbrannte,
daß sich die Haut von ihren Händen abgeschält
haben würde, wenn sie sie nicht durch
Handschuhe geschützt hatten, machte die große
Trockenheit der Luit die Hihe doch eiemlich ertrüglich,
und ein Windhauch, der ihnen entgegenwehte,
wirkte überdies sehr erfrischend.
Auch war die Landschaft, durch die sie dahin.
sprengten, trotz ihres ausgesprochenen Wüstencharatters
keineöwegs ganz ohne einen gewissen
eigenartigen Reiz. Phantastisch gesorinte schwärzliche
Felsblöcke ragten hi em
bald braunen, bald blendend weißen Sande "
auf. Ueber die weite Ebene aber waren außerdem
eine Menge unregelmäßig gesormter Erdbügel
verstreut, deren eigentliche Beschassenheit
man erst bei näherer Untersuchung erkannte.
Es waren nämlich lediglich zusammengewehte
oder vielleicht auch vor undenklichen Zeiten angeschwemmte
Sandhaufen, die später durch weitberzweigte
Baumwurzeln zusammengehalten
worden waren. Einst mußte dies jetzt so öde
Land einen richtigen Wald getragen haben.
Und noch ließ sich an den vom Wasser glatt
geschliffenen Steinen erkennen. daß vor Jahrhunderten
hler das Bett eines mächtigen
Stromes gewesen sein mußte.
Hier und da hatten lich wie letzte Ueber-
gen, amerilanische Exportfirmen, an welchen
Deutsche oder Deutschfreunde beteiligt sind, zu
Gunslen derjenigen amerikanischen Exportfirmen
zu boykottieren, die in keiner Weise Eigentum
feindlicher Staatsangehöriger sind oder sich ihres
Interesses erfreuen. Es ist dies ein weiteres
Erkenntnis, daß die britische Blockade Deutschlands
nicht effekltiv und ein Versuch sei, ihre
Mängel durch Lesondere Maßnahmen auszugleichen.
Fatts England zu solch kleinlichen Maßnahmen
in der Kriegführung gegen Deutschland
greifen sollte, handelt es vielleicht in den Grenzen
des Völkerrechts, aber unsere Kupferfirmen,
die hauptsächlich betroffen sind, können, wenn
sie wollen, dies Stück britischer Handelsunverschämtheit
auf sehr wirtsame Weise beamntworten.
England muß ihr Kupfer haben und wir verkaufen
es nicht. Die Liste, die nach diesem Grundsatz
aufgestellt ist, würde die Sache schnell und
gründlich erledigen. — „Associated Peett meldet
aus Washington, daß die britischen Konsuln
in Amerika auf Weisung ihrer Regierung untersuchen,
in welchem Umfange deutsche Beziehungen
zu den Beteiligungen an der Erzeugung
solcher amerilanischer Produkte bestehen, die in
größerem Umfange nach England ausgeführt
werden. Der Beweggrund ist auf die britischen
Akte gegen den Handel mit dem Feinde zurückzuführen,
der den Zweck verfolgt, den deutschen
Handel zu treffen. — „Newyork World“ und
andere Blätter melden aus Washington, das
Staatsdepartement werde sich energisch jedem
Versuch Englands widersetzen, amerikanische Firmen,
die zum Teil Englands Feinden gehören
oder mit Englands Feinden Geschäfte machen,
am Handel mit englischen Untertanen zu verhindern.
Ein amerikanisches U. Boot
vernichtet.
Neuyork, 16. Jan. (Reuter.) Das amerilanische
Unterscekoo! „E 2“ ist infolge einer
Explosion auf der Broollyner Werft gesunken.
Zwanzig Personen wurden getötet. — Nach einem
späteren Telegramm wurden nur 4 Mann
getötet und zmölf vermundet, darunter einige
wahrscheinlich tödlich. Die Besatzung war eben
damit beschäftigt, die elektrischen Allumulatoren,
mit denen das Unterseeboot ausgestatiet worden
war, zu legen, als die Explosion stattfand.
Nach einer anderen Version soll das Unglück
durch eine Explosion von Wasserstoffgas verursacht
worden sein.
Die Erplosionen bei Dupont.
Newyork, 16. Jan. Der bei den letzten
Explosionen in der Dupont-Munitionsfabrik angerichtete
Schaden beläuft sich auf 3 Millionen
Dollar. Mehrere Pulverniagazine flogen in die
Luft. 1600 Arbeiter sind durch die Zerstörung
beschäftigungslos geworden. Die Anzahl der
seit Kriegsbegiun bej Dupont stattgehabten Erplosionen
ist nunmehr auf 29 gestiegen.
* n 1
# ## zu ee.
Verluste zur See.
London, 16. Jan. „Lloyds Bureau“ meldet:
Der britische Dampfer „Coquet“, 4396
Bruttotonnen, ist gesunken.
London, 16. Jan. Lloyds Agentur meldet:
Der holländische Dampfer „Maashaven“,
der im Kanal aufsgegeben worden war, nachdem
er auf eine Mine gestoßen war, trieb bei
Calais auf den Strand und brach in zwei Teile.
(17
Judlleu.
Italien im Krieg.
Paris, 16. Jan. Das „Petit Journal“
meldet aus Rom: Die unerwartete RNückkehr des
reste der einstigen Begekation winzige Gruppen
von kümmerlichen rorysstanchere erhalten,
dle ihre Nahrung aus verborgenen Wasserrinnen
ziehen mußten und die wie zur erbitterten
Verteidigung ihres armseligen Daseins
mit langen, dolchartigen Dornen bewehrt
waren.
Der Kamelpfad, den die belden Reiter
schon seit ihrer Trennung von der Karawane
versolgt hatten, ließ sich recht gut erkennen,
wonngleich schon seit geraumer Zeit keine
größere „Kosila“ mehr dieses Weges gekommen
sein mochte. Denn neue, nach dem Innern
führende Handelsrouten hatten den Verkehr
mehr und mehr von den alten Karawanenstraßen
dieser Gegend abgelenlt.
Bald bog der Pfad ab und zog sich längs
des lief eingeschnittenen, sast versiegten Wasserlaufes
hin. Die Sayalbüsche drängten sich hier
dichter zusammen, und das Bett des Baches
begann. sich mehr und mehr zu verbreitern.
Ein dünner Teppich zähen, braunen Grases
wmde sichtbar, und in seiner Mitte erhoben
sich sieben Dattelpalmen, umgeben von niederem,
verkrüppeltem Gestrüpp, das sich von den Sayalbüschen
nur durch die größere Länge seiner
Dornen unterschied. Diese Dornen woren so
hart und spitz, daß sie die Pflanze vor jeder
Berührung durch Mensch oder Tier zu sichern
schienen. Und doch bilden gerade sie außer dem
ersehnten Wasser den eigentlichen Reichtum
einer Oase, da sie von den hungrigen Kamelen
mit dem größten Behagen
die genügsamen Tiere zur
Strapazen befähigen.
eberall, wo in einer Bodenvertiefung der
Sand zusammengeweht war, zeigten sich die
rtragung weiterer
Spuren von Gazellen. Von den leichtfühiaen
ekaut werden und
Königs soll den Zweck haben, mit dem Prigzen
Danilo alle Mahnahmen zur Unterstützung Serliens
und Montenegros zu erörtern und die
Frage zu prüsen, ob für Italien die Notwendigkeit
bestehe, am Kriege der Alliierten an allen
Fronten teilzunehmen, besonders an jenen, woa
ein Eingreisen Italiens das schnellste und wirksamste
sein könnte. (Z.)
1 n
Las Baslanunlernehmen.
Das eroberte serb. Bahnmaterial.
Sofia, 16. Jan. Die Direktion der bulgarischen
Staatsbahnen hat vom eroberten serdischen
Eisenbahnmaterial 2000| Waggons und
100 Lolomotiven bereits in Betrieb setzen können.
Beiläufig 1000 serbische Waggons sind
so stark beschädigt, daß sie noch lange Zeit unbrauchbar
sein werden. (Z.) ·
Auf der Flucht nach Albanien.
Wien, 16. Jan. Die fremden Konsulate
in Slutati verlegten ihre Amtssitze nach Alessio
in Albanien. Die montenegrinische Regierung
ist gestern in Skutari eingetroffen. Podgoritza
und Risic wurden geräumt. (3.)
Aus Montenegro.
Berlin, 16. Jan. Nach der jüngsten Vollszählung
des Königreichs Montenegro zählt Nilitas
Reich 475000 Einwohner, von denen auf
jeden Quadratkilometer durchschnittlich 31 Personen
entfallen. Cetinje bewohnen 5300 Seelen,
die gröhte Stadt des Landes ist jedoch
Podgoritza mit 10 054 Einwohnern; Dulceigno
hat 5081, Nikfitsch 4972 und Antivari 2500.
Das Hauptglaubensbekenntnis ist das grieichischorthodore;
der Islam zählt in Montenegro
14000 Einwohner, der Katholizismus 12 500.
Die Regierungsgewalt wird vom König im
Verein mit der Skupschtina ausgeübt, die sich
aus 74 Mitgliedern zusammensetzt; 62 davon
werden durch allgemeines Wahlrecht auf vier
Jahre gewählt, 12 vom König ernannt.
Beklemmungen für Saloniki.
Bern, 16. Jan. Dem „Temps“ lommen
beim Anblick der großen ölsterreichisch-ungarischen
Erfolge in Montenegro schon Zweisel an den
Aussichten des Saloniki-Unternehmens. Wie
lange ist es noch möglich, schreibt das Blatt,
Salonili als Basis zu Unternehmungen zu benützen,
die das Ansehen der Gegner Deutschlands
retten. An die Adresse Italiens richtet
der „Temps“ bittere Vorwürsfe. Italien habe
sich die Gelegenheit emgehen lassen und seine
Angrisse gegen den Isonzo und die Alpep
gerichtet, ohne aus der Lovcenstellung Vorteile
zu ziehen, obwohl militörische und politische
Gründe das dringendst anempfahlen. Diese
Nachlässigkeit ist ein Glied in der Kette von
Fehlern, die die Balkan-Politik der Alliierten
kennzeichnen. Italiens Interessen in der Adria
standen denen der Allü#erten voran. Leider waren
die Ereignisse schneller als die Maßnahmen
gegen ihre meitere Entuicklung. Nun ist der
Lovcen verloren. Montenegro gehört zu den
Staaten, die ein Opfer Deutschlands geworden
sind. Nachträgliches Bedauern kann indessen
den Verlust nicht gutmachen.
Verhaftungen auf Korfu.
London, 16. Jan. Der öslerreich-ungarische
Konsul auf Korfu wurde verhaftet. Auch zwei
österreichische Agenten, die vom französischen
Konful angegeben wurden, wurden verhaftet.
Griechenlandund die Zentralmächte.
Die „Augeb. Postztg.“ schreibt: Es kann
festgestellt werden, daß es für uns durchaus
nicht als so sehr wünschenswert zu betrachten
sein dürfte, Griechenland unter allen Umstäu-Hnen
· selbstau-svurdezucrikas
edauern tein einziges sichtbar. Sie waren
der Reiter vermutlich schon aus weiter Ferne
gewahr geworden und hatten sich in die benachbarten
Hügel geflüchtet, hinter denen man
hier und da den mächtigen Grenzwall von
Abessinien auflauchen sah.
„ GEs ist noch memand vor uns da gewesen.“
rief Holmstetten, als sie sich dem von der Natur
geschaffenen Lagerplatz näherten. „Aber ich bedauere
von Herzen diejenigen, die etwa nach
uns kommen werden. Denn unsere Kamele
werden diesen armlseligen Garten der Wüste so
tabl. kreslen, wie die Heuschrecken ein Weigene
Erika glitt ohne Hilfe aus dem Sattel und
blickte rückwärts nach ihrer in der Ferne deutlich
sichtbaren Gefolgschaft.
icherlich war schon selt geraumer Zein
keine so ansehnliche Karawane mehr durch
dlesen Teil der Wüste gezogen. Von der Jacht
waren nicht weniger als achlzehn Personen bei
der Gesellschast, außerdem fünftzig Bedaui Araber
mit hundert Kamelen, acht Pferden. teils Araber,
teils Somali-Ponys, von denen jedes einen
eigenen Wärter brauchte, während der Scheik,
der die Karawane von Pajura bis hierher ge
bracht hatte, noch eine Anzahl Leute besehligte.
die in seiner Liste ale Diener bezeichnet waren.
Eine gang leichte, dünne Staubwolke begleitete
den Vormarsch dieser stattlichen Menge
von Menschen und Tleren; aber in der wunder.
bar klaren Luft, die sich an Durchsichtigkeit mit
der Atmosphäre kelnes anderen Erdstriches verolelchen
laßt, hätten scharfe Augen die Herannahenden
bis auf eine Entfernung von zwanzig
oder mehr Kllometern zu erkennen vermocht.
r —-1— ##e——. — . -