Full text : Bismarck´s Glaube.

L#.i  13

RNBalenb#i##  Ansciagcg

Dienstag,  18.  Januar  1910

 

Die  monfenegrinischen  Festungen.

Dem  Vormarsch  in  das  Innere  Montenegros
  setzt  eine  Reihe  von  Flüssen  wie  die  Tara,
Seta  und  Piva  natürliche  Hindernisse  entgegen.
Nach  Ueberwindung  der  Tara  dürfte  den  größten
  Widerstand  der  Fluß  Seta  bilden,  da  er
fast  in  seiner  ganzen  Länge  von  starken  Festungen
  und  Befestigungswerten  begleitet  ist.
Er  fließt  von  Norden  nach  Süden  und  beginnt
  ungefähr  dort,  wo  der  Duga-Paß  endet.
Dieser  Teil  des  Landes,  der  Dugapaß,  ist  seinerseits
  durch  mehrere  Festungswerle  geschützt.
Es  sind  die  Forts  Slostuv,  Rasdor  und  Bresjeka,
  am  Ausgang  des  Passes  und  an  seinem
südlichsten  Ende.  Der  Seta-Fluß,  der  von  hier
eine  Sperre  gegen  einen  von  Osten  oder  Westen
andringenden  Feind  bildet,  ist  in  seinem  nördlichsten
  Teil  durch  die  starke  Festung  Nilschitz
geschützt,  die  eine  Fortsetzung  der  Festungasperre
des  Dugapasses  bildel.  Weiter  nach  Süden
sind  während  des  ganzen  Verlaufes  des  Setaflusses
  befestigte  Werke  angelegt,  die  in  der
Festung  Spuz  ungefähr  östlich  von  Cetinje  einen
  starlen  und  umfangreichen  Stützpunkt  haben.
Endlich  ist  dieser  Festungswall  quer  durch  Montenegro
  noch  im  Süden  durch  den  Kopfpunkt
Wodgoritza  gestützt,  der  seine  Fortsetzung  in
den  Besestigungswerlen  zwischen  Podgoritza  und
Skutari-See  findet.  Ueber  die  anderen  Festungen
  Montenegros  werden  im  Anschluß  daran  einige
  Mitteilungen  von  Interesse  sein:  An  der
Nordgrenze,  gegen  die  die  österreichische  Offensive
  zuerst  vorgetragen  wurde,  sinden  wir  nur
wenige  befestigte  Stellungen  und  Forts,  durch
die  die  montenegrinische  Front  gestützt  wird.  Der
Grund  für  diese  Erscheinung  ist  darin  zu  suchen.
daß  die  gebirgige  Beschaffenheit  des  Geländes
eine  natürliche  Festung  darstellt,  zumal  die  montenegrinischen
  Soldaten  an  den  Gebirgslampf
von  Jugend  auf  gemöhnt  uerden.  Die  österreichische
  Offensive  östlich  Trebinie  südlich  r#n
Bilek  richtete  sich  bekanntlich  gegen  den  über
1000  Meter  hohen  Ilino  Brdo.  Hier  besand
sich  eine  befestigte  montenegrinische  Stellung,
die  allerdings  weniger  durch  Kunst  als  durch
Natur  entstanden  war.  Außer  diesem  südlichsten
Punkt  der  österreichischen  Offensive  wurde  auch
noch  von  Artovac  aus  der  Angriff  gegen  monlenegrinisches
  Land  vorgetragen.  Die  Osfensive
richtete  sich  hier  gegen  den  oben  genannten
Dugapaß.  Eine  befestigte  Stellung  befindet  sich
westlich  davon  bei  Renorac.  Weiter  östlich  an
der  Grenze  gegen  Serbien  befindet  sich  eine
Reihe  Sperren,  von  denen  die  nördlichste  Pleolje
ist.  An  der  Südgrenze  finden  wir  westlich  von
Berane  im  Tale  der  Tara  die  Forts  von
Kalaschin,  allerdings  noch  ziemlich  weit  von  der
Erenze  entsernt.  Das  bedeutendste  montenegrinische
  Festungssystem  dagegen  befindet  sich
nördlich  vom  Skutari=  See,  das  schon  geschildert
wurde.  .

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«-1’-  «.«  sa-,I·IUIO«"--.s-s’
ARE-IMPLI-  Evdjkkxch
Der  Kaiser.

WTB.  Berlin,  16.  Jan.  Der  Kaiser  hat
nach  völliger  Wiederherstellung  seiner  Gesundheit
  sich  am  Sonntag  nachmittag  auf  den  Kriegsschauplatz
  begeben.

Berlin,  16.  Jan.  Der  „Reichsanzeiger“
veröffentlicht  folgenden  Erlaß  des  Kaisers:
„Zum  zmeiten  Male  werde  ich  meinen  Geburtstag
  im  Waffenlärm  des  Krieges  begehen.  Trocz
der  heldenmütigen  Taten,  der  ruhmvollen  Erfolge
  der  deutschen  und  der  verbündeten  Streitkräfte
  ist  der  schwere  Daseinskampf  noch  nicht
beendet,  den  der  Neid  und  Haß  der  feindlichen
Großmächte  uns  aufgezwungen  haden.  Noch
müssen  Herz,  Sinn  und  Kraft  des  deutschen
Volkes  im  Felde  und  daheim  auf  das  eine

Der  Schag  der  Sabäder.

#A#man  von  E.  Lracp.
Wachd##  vorde#n.

„Nein,  das  tann  im  Innen  licht  sagen.
Aber  ich  meine,  es  ware  auch  ziemlich  gleichgültig.
  Das  wesentliche  imt  doch,  die  Verwirklichung
  jener  Pläne  zu  hintertreiben,  gleichviel,
ob  sie  von  Frau  von  Heyden  auf  eigene  Hand
oder  im  Einverständnis  mit  dem  Baron  betrieben
werden.  n  Sie  mir  dazu  behilflich  sein
oder  wollen  Sie  es  nicht?“

»  sehe  vorderhand  keine  Möglichkeit
dozu,  Fräulein  von  Sylvander!  Alles,  was
ich  dem  Herrn  Geheimrat  sagen  könnte,  hat  er
ia  auch  schon  von  anderer  Seite  gehört.  Und
wenn  es  da  keinen  Emdruck  auf  ihn  gemacht
hat,  dürfte  ich  mir  von  der  Wiederholung  kaum
eine  bessere  Wirkung  versprechen.  Außerdem
dürfen  wir  nicht  vergessen,  daß  ich  nur  Anschuedigungen
  wiedergeben,  aber  keine  Beweise
liefern  könnte.  Und  ich  darf  zudem  nicht  ganz
außzer  acht  lossen,  daß  ich  durch  meinen  Vertrag
dem  Baron  de  Beamregard  zu  Gehorsam  und
Treue  verpflichtet  bin.  Das  Schicksal  hat  mich
da  in  einen  schweren  Widerstweit  der  Pflichten
geworfen.  Und  durch  das,  was  Sie  mir  heute
gesagt  oder  angedeutet  haben,  hat  dieser  Zwiespalt
  wahrlich  nichts  von  seiner  Schärse  verloren.“


„Ah,  da  ist  wahrhaftig  unfer  Palmenhain!“
  rief  Erika,  der  es  augenschelnlich  mit
einemmal  darum  zu  tun  war,  dem  Gesräch
eine  andere  Wendung  zu  geben.  „Und  der
Boden  ist  hier  ganz  glatt.  Wollen  wir  einen
tüelnen  Galopp  versuchen  7“

 

grohße  Ziel  gerichtet  sein,  einen  endgültigen  Sieg
und  einen  Frieden  zu  erringen,  der  das  Vaterland
  gegen  eine  Wiederholung  feindlicher  Ueberfälle
  nach  menschlichem  Ermessen  dauernd  zu
sichern  verbürgt.  Ich  bitte  daher  auch  in  diesem
  Jahre,  anläßlich  meines  Geburtstages  von
den  sonst  zu  meiner  Freude  üblichen  festlichen
Veranstaltungen,  Glückwünschungen  und  Kundgebungen
  abzusehen  und  es  bei  slillem  Gedenlen
  und  treuer  Fürbitte  bewenden  zu  lassen.  Wer
seiner  freundlichen  Gesinnung  an  diesem  Tage
noch  einen  besonderen  Ausdruck  zu  geben  sich
gedrungen  fühlt,  möge  es  durch  Gaben  aus

Liebe  zur  Linderung  der  durch  den  Krieg  ge-!
schlagenen  Wunden  oder  durch  erhöhte  Teilnahme

  an  der  Kriegsfürsorge  tun.  Meines

wärmsten  Dankes  können  alle  gewiß  sein.  Gott

der  Herr  aber  sei  auch  ferner  mit  uns  und  unseren
  Wassen.  Er  weihe  die  schweren  Opfer,
die  freudig  auf  dem  Altar  des  Vaterlandes
dargebracht  werden,  zu  einem  weiteren  Grundstiein
  für  den  festen  Bau  des  Reiches  und  die
glückliche  Zukunft  des  deutschen  Volkes.“

Jaures.

Berlin,  16.  Jan.  Aus  Jaures  Rede  in
der  französischen  Kammer  vom  4.  Juli  1913.
Jaurès  (zur  Rechten  sich  wendend):  „Die  Euch
helfen,  appellieren  immer  an  den  Meuchelmord,
der  an  uns  begangen  werden  soll.  Eure  Zeitungen
  sagen  in  ihren  langen  Verleumdungsartikeln
  gegen  uns  nichts  anderes  als  das:  Am
ersten  Mobilmachungstage  wird  der  moralischen
Hinrichtung  eine  tatsächliche  Hinrichtung  folgen
..Weiter:  Ein  Schriftsteller,  der  für  die
dreijährige  Dienstzeit  agilierte,  sagte  vor  einigen
  Tagen,  daß  diejenigen,  die  dieses  Gesetz
bekämpfen,  im  Einvernehmen  mit  dem  Feinde
stehen.  Und  dieser  Behauptung  solgte  auch  sofort
  die  Erklärung  des  Herrn  Adam,  daß  diejenigen,
  die  die  dreijährige  Dienstzeit  belämpsen,
  am  Tage  der  Kriegserklärung  getötet  würden,
  da  diese  Leute  die  Schuld  an  der  Invasion
hätlen.  Weiter:  Ein  anderer  Schriftsteller  sprach
die  Hoffnung  aus,  daß  diese  Menschen  am  ersten
Molilmachungstage  von  einem  Sergeanten  und
vier  Soldaten  ausgestellt  und  niedergelnallt  werden...
  Und  noch  einer  erllärte:  Am  ersten
Mobilmachungstage  wird  sich  schon  einer  sinden.
der  dem  Jaurds  ein  wenig  Blei  in  den  Schädel
jagt  ..  .“  Diese  Worte  sprach  Jean  Jaures
am  4.  Juli  1913  in  der  französischen  Kammer,
als  er  das  auf  Rußlands  Wunsch  vorgebrachte
dreijährige  Dienstgesetz  bekämpfte.  Und  am
ersten  Mobilmachungstage  fand  sich  =  vie  bekannt
  tatsächlich  ein  Patriot,  der  Jaures
„ein  wenig  Blei  in  den  Schädel  jagte  ::
Naoul  Villain  .  Der  Prozeß  gegen  Jaures
Mörder  ist,  wie  kürzlich  aus  Paris  gemeldet
wurde,  wieder  vertagt  worden.  Aus  tausend
und  einem  Grunde,  die  diese  französische  Regierung
  nicht  angibt.  Wird  dieser  Mord  überhaupt
  je  seine  Sühne  finden?

Der  Kampf  um  die  Wehrpflicht.

Rotterdam,  16.  Jan.  Aus  London  wird
gemeldet:  In  England  wurde  ein  nationaler
Auoschuß  gegen  die  Dienstpflicht  errichtet,  der
die  Bekämpfung  des  Cesetzes  im  ganzen  Lande
in  die  Wege  leiten  solle.

Englische  Unverschämtheiten
im  Handelskrieg.

Newyork,  16.  Jan.  Die  „World“  schreibt
in  einem  Leitartikel:  Die  amerikanischen  Kupfergesellschaften
  und  die  anderen  Gesellschaften,
die  von  England  aufgesordert  wurden,  die  Listen
ihrer  Aktionäre  vorzulegen,  werden  sich  voraussichtlich
  dieser  Aufforderung  nicht  fügen  und  werden
  der  kritischen  Regierung  sagen,  daß  sie  dies
u#l#ts  angehe.  Die  Absicht  dieses  merkwürdigen
Vorgehens  ist  klar.  Es  ist  ein  Versuch,  den
englischen  und  neutralen  Handel  dazu  zu  zwin-Vvhne

  seine  Zummmung  abzuwarten  und
ohne  sich  auch  nur  nach  Holmsteiten  umzUsehen,
  trieb  sie  ihren  Pony  an,  so  daß  ihrem
Vegleiter  nichts  anderes  übrigblieb,  als  ihrem
Beispiel  zu  solgen.  Cin  paar  verkrüppelte
Bäume,  die  an  dem  selsigen  Rande  eines
schmalen  Einschnittes,  vermutlich  eines  zu  drei
Vierteln  ausgetrackneten  Wasserlauses,  aufragten,
  bildeten  ihr  Ziel.

Obglelch  die  Sonne  so  heiß  herniederbrannte,
daß  sich  die  Haut  von  ihren  Händen  abgeschält
  haben  würde,  wenn  sie  sie  nicht  durch
Handschuhe  geschützt  hatten,  machte  die  große
Trockenheit  der  Luit  die  Hihe  doch  eiemlich  ertrüglich,
  und  ein  Windhauch,  der  ihnen  entgegenwehte,
  wirkte  überdies  sehr  erfrischend.
Auch  war  die  Landschaft,  durch  die  sie  dahin.
sprengten,  trotz  ihres  ausgesprochenen  Wüstencharatters
  keineöwegs  ganz  ohne  einen  gewissen
eigenartigen  Reiz.  Phantastisch  gesorinte  schwärzliche
  Felsblöcke  ragten  hi  em
bald  braunen,  bald  blendend  weißen  Sande  "
auf.  Ueber  die  weite  Ebene  aber  waren  außerdem
  eine  Menge  unregelmäßig  gesormter  Erdbügel
  verstreut,  deren  eigentliche  Beschassenheit
man  erst  bei  näherer  Untersuchung  erkannte.
Es  waren  nämlich  lediglich  zusammengewehte
oder  vielleicht  auch  vor  undenklichen  Zeiten  angeschwemmte
  Sandhaufen,  die  später  durch  weitberzweigte
  Baumwurzeln  zusammengehalten
worden  waren.  Einst  mußte  dies  jetzt  so  öde
Land  einen  richtigen  Wald  getragen  haben.
Und  noch  ließ  sich  an  den  vom  Wasser  glatt
geschliffenen  Steinen  erkennen.  daß  vor  Jahrhunderten
  hler  das  Bett  eines  mächtigen
Stromes  gewesen  sein  mußte.

Hier  und  da  hatten  lich  wie  letzte  Ueber- 



 

gen,  amerilanische  Exportfirmen,  an  welchen
Deutsche  oder  Deutschfreunde  beteiligt  sind,  zu
Gunslen  derjenigen  amerikanischen  Exportfirmen
zu  boykottieren,  die  in  keiner  Weise  Eigentum
feindlicher  Staatsangehöriger  sind  oder  sich  ihres
Interesses  erfreuen.  Es  ist  dies  ein  weiteres
Erkenntnis,  daß  die  britische  Blockade  Deutschlands
  nicht  effekltiv  und  ein  Versuch  sei,  ihre
Mängel  durch  Lesondere  Maßnahmen  auszugleichen.
  Fatts  England  zu  solch  kleinlichen  Maßnahmen
  in  der  Kriegführung  gegen  Deutschland
greifen  sollte,  handelt  es  vielleicht  in  den  Grenzen
  des  Völkerrechts,  aber  unsere  Kupferfirmen,
die  hauptsächlich  betroffen  sind,  können,  wenn
sie  wollen,  dies  Stück  britischer  Handelsunverschämtheit
  auf  sehr  wirtsame  Weise  beamntworten.
England  muß  ihr  Kupfer  haben  und  wir  verkaufen
  es  nicht.  Die  Liste,  die  nach  diesem  Grundsatz
aufgestellt  ist,  würde  die  Sache  schnell  und
gründlich  erledigen.  —  „Associated  Peett  meldet
  aus  Washington,  daß  die  britischen  Konsuln
in  Amerika  auf  Weisung  ihrer  Regierung  untersuchen,
  in  welchem  Umfange  deutsche  Beziehungen
  zu  den  Beteiligungen  an  der  Erzeugung
solcher  amerilanischer  Produkte  bestehen,  die  in
größerem  Umfange  nach  England  ausgeführt
werden.  Der  Beweggrund  ist  auf  die  britischen
Akte  gegen  den  Handel  mit  dem  Feinde  zurückzuführen,
  der  den  Zweck  verfolgt,  den  deutschen
Handel  zu  treffen.  —  „Newyork  World“  und
andere  Blätter  melden  aus  Washington,  das
Staatsdepartement  werde  sich  energisch  jedem
Versuch  Englands  widersetzen,  amerikanische  Firmen,
  die  zum  Teil  Englands  Feinden  gehören
oder  mit  Englands  Feinden  Geschäfte  machen,
am  Handel  mit  englischen  Untertanen  zu  verhindern.


Ein  amerikanisches  U.  Boot
vernichtet.

Neuyork,  16.  Jan.  (Reuter.)  Das  amerilanische
  Unterscekoo!  „E  2“  ist  infolge  einer
Explosion  auf  der  Broollyner  Werft  gesunken.
Zwanzig  Personen  wurden  getötet.  —  Nach  einem
  späteren  Telegramm  wurden  nur  4  Mann
getötet  und  zmölf  vermundet,  darunter  einige
wahrscheinlich  tödlich.  Die  Besatzung  war  eben
damit  beschäftigt,  die  elektrischen  Allumulatoren,
mit  denen  das  Unterseeboot  ausgestatiet  worden
war,  zu  legen,  als  die  Explosion  stattfand.
Nach  einer  anderen  Version  soll  das  Unglück
durch  eine  Explosion  von  Wasserstoffgas  verursacht
  worden  sein.

Die  Erplosionen  bei  Dupont.

Newyork,  16.  Jan.  Der  bei  den  letzten
Explosionen  in  der  Dupont-Munitionsfabrik  angerichtete
  Schaden  beläuft  sich  auf  3  Millionen
Dollar.  Mehrere  Pulverniagazine  flogen  in  die
Luft.  1600  Arbeiter  sind  durch  die  Zerstörung
beschäftigungslos  geworden.  Die  Anzahl  der
seit  Kriegsbegiun  bej  Dupont  stattgehabten  Erplosionen
  ist  nunmehr  auf  29  gestiegen.

*  n  1
#  ##  zu  ee.
Verluste  zur  See.
London,  16.  Jan.  „Lloyds  Bureau“  meldet:
  Der  britische  Dampfer  „Coquet“,  4396
Bruttotonnen,  ist  gesunken.

London,  16.  Jan.  Lloyds  Agentur  meldet:
  Der  holländische  Dampfer  „Maashaven“,
der  im  Kanal  aufsgegeben  worden  war,  nachdem
  er  auf  eine  Mine  gestoßen  war,  trieb  bei
Calais  auf  den  Strand  und  brach  in  zwei  Teile.

(17

Judlleu.

Italien  im  Krieg.

Paris,  16.  Jan.  Das  „Petit  Journal“
meldet  aus  Rom:  Die  unerwartete  RNückkehr  des

reste  der  einstigen  Begekation  winzige  Gruppen
von  kümmerlichen  rorysstanchere  erhalten,
dle  ihre  Nahrung  aus  verborgenen  Wasserrinnen
  ziehen  mußten  und  die  wie  zur  erbitterten
  Verteidigung  ihres  armseligen  Daseins
mit  langen,  dolchartigen  Dornen  bewehrt
waren.

  

Der  Kamelpfad,  den  die  belden  Reiter
schon  seit  ihrer  Trennung  von  der  Karawane
versolgt  hatten,  ließ  sich  recht  gut  erkennen,
wonngleich  schon  seit  geraumer  Zeit  keine
größere  „Kosila“  mehr  dieses  Weges  gekommen
sein  mochte.  Denn  neue,  nach  dem  Innern
führende  Handelsrouten  hatten  den  Verkehr
mehr  und  mehr  von  den  alten  Karawanenstraßen
  dieser  Gegend  abgelenlt.

Bald  bog  der  Pfad  ab  und  zog  sich  längs
des  lief  eingeschnittenen,  sast  versiegten  Wasserlaufes
  hin.  Die  Sayalbüsche  drängten  sich  hier
dichter  zusammen,  und  das  Bett  des  Baches
begann.  sich  mehr  und  mehr  zu  verbreitern.
Ein  dünner  Teppich  zähen,  braunen  Grases
wmde  sichtbar,  und  in  seiner  Mitte  erhoben
sich  sieben  Dattelpalmen,  umgeben  von  niederem,
verkrüppeltem  Gestrüpp,  das  sich  von  den  Sayalbüschen
  nur  durch  die  größere  Länge  seiner
Dornen  unterschied.  Diese  Dornen  woren  so
hart  und  spitz,  daß  sie  die  Pflanze  vor  jeder
Berührung  durch  Mensch  oder  Tier  zu  sichern
schienen.  Und  doch  bilden  gerade  sie  außer  dem
ersehnten  Wasser  den  eigentlichen  Reichtum
einer  Oase,  da  sie  von  den  hungrigen  Kamelen
mit  dem  größten  Behagen
die  genügsamen  Tiere  zur
Strapazen  befähigen.

eberall,  wo  in  einer  Bodenvertiefung  der
Sand  zusammengeweht  war,  zeigten  sich  die

 

rtragung  weiterer

Spuren  von  Gazellen.  Von  den  leichtfühiaen

 

ekaut  werden  und

Königs  soll  den  Zweck  haben,  mit  dem  Prigzen
Danilo  alle  Mahnahmen  zur  Unterstützung  Serliens
  und  Montenegros  zu  erörtern  und  die
Frage  zu  prüsen,  ob  für  Italien  die  Notwendigkeit
  bestehe,  am  Kriege  der  Alliierten  an  allen
Fronten  teilzunehmen,  besonders  an  jenen,  woa
ein  Eingreisen  Italiens  das  schnellste  und  wirksamste
  sein  könnte.  (Z.)
1  n

Las  Baslanunlernehmen.

Das  eroberte  serb.  Bahnmaterial.

Sofia,  16.  Jan.  Die  Direktion  der  bulgarischen
  Staatsbahnen  hat  vom  eroberten  serdischen
  Eisenbahnmaterial  2000|  Waggons  und
100  Lolomotiven  bereits  in  Betrieb  setzen  können.
  Beiläufig  1000  serbische  Waggons  sind
so  stark  beschädigt,  daß  sie  noch  lange  Zeit  unbrauchbar
  sein  werden.  (Z.)  ·

Auf  der  Flucht  nach  Albanien.

Wien,  16.  Jan.  Die  fremden  Konsulate
in  Slutati  verlegten  ihre  Amtssitze  nach  Alessio
in  Albanien.  Die  montenegrinische  Regierung
ist  gestern  in  Skutari  eingetroffen.  Podgoritza
und  Risic  wurden  geräumt.  (3.)

Aus  Montenegro.

Berlin,  16.  Jan.  Nach  der  jüngsten  Vollszählung
  des  Königreichs  Montenegro  zählt  Nilitas
  Reich  475000  Einwohner,  von  denen  auf
jeden  Quadratkilometer  durchschnittlich  31  Personen
  entfallen.  Cetinje  bewohnen  5300  Seelen,
  die  gröhte  Stadt  des  Landes  ist  jedoch
Podgoritza  mit  10  054  Einwohnern;  Dulceigno
hat  5081,  Nikfitsch  4972  und  Antivari  2500.
Das  Hauptglaubensbekenntnis  ist  das  grieichischorthodore;
  der  Islam  zählt  in  Montenegro
14000  Einwohner,  der  Katholizismus  12  500.
Die  Regierungsgewalt  wird  vom  König  im
Verein  mit  der  Skupschtina  ausgeübt,  die  sich
aus  74  Mitgliedern  zusammensetzt;  62  davon
werden  durch  allgemeines  Wahlrecht  auf  vier
Jahre  gewählt,  12  vom  König  ernannt.

Beklemmungen  für  Saloniki.

Bern,  16.  Jan.  Dem  „Temps“  lommen
beim  Anblick  der  großen  ölsterreichisch-ungarischen
Erfolge  in  Montenegro  schon  Zweisel  an  den
Aussichten  des  Saloniki-Unternehmens.  Wie
lange  ist  es  noch  möglich,  schreibt  das  Blatt,
Salonili  als  Basis  zu  Unternehmungen  zu  benützen,
  die  das  Ansehen  der  Gegner  Deutschlands
  retten.  An  die  Adresse  Italiens  richtet
der  „Temps“  bittere  Vorwürsfe.  Italien  habe
sich  die  Gelegenheit  emgehen  lassen  und  seine
Angrisse  gegen  den  Isonzo  und  die  Alpep
gerichtet,  ohne  aus  der  Lovcenstellung  Vorteile
zu  ziehen,  obwohl  militörische  und  politische
Gründe  das  dringendst  anempfahlen.  Diese
Nachlässigkeit  ist  ein  Glied  in  der  Kette  von
Fehlern,  die  die  Balkan-Politik  der  Alliierten
kennzeichnen.  Italiens  Interessen  in  der  Adria
standen  denen  der  Allü#erten  voran.  Leider  waren
  die  Ereignisse  schneller  als  die  Maßnahmen
gegen  ihre  meitere  Entuicklung.  Nun  ist  der
Lovcen  verloren.  Montenegro  gehört  zu  den
Staaten,  die  ein  Opfer  Deutschlands  geworden
sind.  Nachträgliches  Bedauern  kann  indessen
den  Verlust  nicht  gutmachen.

Verhaftungen  auf  Korfu.

London,  16.  Jan.  Der  öslerreich-ungarische
Konsul  auf  Korfu  wurde  verhaftet.  Auch  zwei
österreichische  Agenten,  die  vom  französischen
Konful  angegeben  wurden,  wurden  verhaftet.

Griechenlandund  die  Zentralmächte.

Die  „Augeb.  Postztg.“  schreibt:  Es  kann
festgestellt  werden,  daß  es  für  uns  durchaus
nicht  als  so  sehr  wünschenswert  zu  betrachten
sein  dürfte,  Griechenland  unter  allen  Umstäu-Hnen

  ·  selbstau-svurdezucrikas
edauern  tein  einziges  sichtbar.  Sie  waren
der  Reiter  vermutlich  schon  aus  weiter  Ferne
gewahr  geworden  und  hatten  sich  in  die  benachbarten
  Hügel  geflüchtet,  hinter  denen  man
hier  und  da  den  mächtigen  Grenzwall  von
Abessinien  auflauchen  sah.

„  GEs  ist  noch  memand  vor  uns  da  gewesen.“
rief  Holmstetten,  als  sie  sich  dem  von  der  Natur
geschaffenen  Lagerplatz  näherten.  „Aber  ich  bedauere
  von  Herzen  diejenigen,  die  etwa  nach
uns  kommen  werden.  Denn  unsere  Kamele
werden  diesen  armlseligen  Garten  der  Wüste  so
tabl.  kreslen,  wie  die  Heuschrecken  ein  Weigene


    

    

   

         

Erika  glitt  ohne  Hilfe  aus  dem  Sattel  und
blickte  rückwärts  nach  ihrer  in  der  Ferne  deutlich
  sichtbaren  Gefolgschaft.

icherlich  war  schon  selt  geraumer  Zein
keine  so  ansehnliche  Karawane  mehr  durch
dlesen  Teil  der  Wüste  gezogen.  Von  der  Jacht
waren  nicht  weniger  als  achlzehn  Personen  bei
der  Gesellschast,  außerdem  fünftzig  Bedaui  Araber
mit  hundert  Kamelen,  acht  Pferden.  teils  Araber,
teils  Somali-Ponys,  von  denen  jedes  einen
eigenen  Wärter  brauchte,  während  der  Scheik,
der  die  Karawane  von  Pajura  bis  hierher  ge
bracht  hatte,  noch  eine  Anzahl  Leute  besehligte.
die  in  seiner  Liste  ale  Diener  bezeichnet  waren.

Eine  gang  leichte,  dünne  Staubwolke  begleitete
  den  Vormarsch  dieser  stattlichen  Menge
von  Menschen  und  Tleren;  aber  in  der  wunder.
bar  klaren  Luft,  die  sich  an  Durchsichtigkeit  mit
der  Atmosphäre  kelnes  anderen  Erdstriches  verolelchen
  laßt,  hätten  scharfe  Augen  die  Herannahenden
  bis  auf  eine  Entfernung  von  zwanzig

 

oder  mehr  Kllometern  zu  erkennen  vermocht.
r  —-1—  ##e——.  —  .  -