Volltext : Gesetzsammlung für das Fürstenthum Reuß Älterer Linie. 1858. (7)

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at  man  nämlich  an  beiden  Armen  genau  gleiche  Gewichte  ausschöngt,  95
haben  die  Arme  gleiche  Länge,  sobald  die  Zunge  richtig  einsteht.  Muß  ma

auf  der  einen  Seite  ein  kleines  Uebergewicht  zulegen,  um  das  genaue  nn
herbeizuführen,  so  ist  der  nach  dieser  Seite  gekehrte  Arm  kürzer,  als  der  ihm  gegenüberstehende.


Im  lebteren  Falle  wird  der  Unterschied  beider  ängen  in  Theilen  des  kürzeren
  Armes  erhalten,  siue  man  das  Uebergewicht  durch  eines  dergleicheu  Gewichte
dividirt.  Hätte  man  z.  B.  bei  einer  Brlastung  von  10  Pfund  auf  jeder  Selte
dem  links  hängenden  Vaowichte  1  both  zulegen  müssen,  um  die  uge.  un  Einstehen
  zu  bringen,  so  würde  der  rechte  Arm  des  Balkens  um  ½:  320,  d.  h.  um
1/1280  länger  sein,  als  der  linke,  oder:  die  ängen  beider  Arme  baorhen  sich  in  diese
  wie  1281  zu  1280  verhalten.

Da  eb  aber  immer  sehr  schwierig  bleibt,  einen  Wagebae  genau  gleicharmig
herzustellen,  so  kann  eine  Abweichung,  die  nicht  mehr  als  19990  der  bänge  eines
Armes  beträgt,  als  unschädlich  nachgesehen  werden.

g.  4.

Was  die  Empfindlichkeit  betrifft,  so  wird  diese  nach  der  mehr  oder  mindern
Abweichung  der  Zunge  aus  der  vertikalen  Stellung  im  Zustande  des  Gleichgewichts
bei  einem  gewissen  Uebergewicht  auf  der  einen  Waagschale,  d.  h.  nach  dem  größe.
ren  oder  geringeren  Au"schlage  beurtheilt.  Aus  theoretischen  Gründen  ist  dieser
Ausschlag  unter  übrigens  gleichen  Umständen  desto  größer,  die  Waage  also  um  so
empsindlicher,  je  länger  ihr  Balken  und  je  leichter  derselbe  konstruirt  ist.  Außerdem
  hat  die  dage  seines  Schwerpunktes,  so  wie  der  Umstand,  ob  die  beiden  Aufbängipunene
  der  Waagschalen  mit  dem  mittleren  Unterslütungöpunkte  des  Balkens
  —  die  mit  lebteren  verbundenen  drei  Stahlschneiden  —  in  eine  gerade  oder
gebrochene  inie  fallen,  einen  bestimmten  Einfluß.

Am  häusigsten  kömmt  es  vor,  daß  die  Mirtelschneide  elwas  oberhalb  der  geraden
  Linie  liegt,  welche  durch  die  Endschneiden  gezogen  werden  kann  und  dies  ist
insofern  als  ein  Uebelstand  zu  betrachten,  als  sich  dann  der  Waagebalken  bei  einer
größeren  Belastung  weniger  empfindlich  zeigt,  als  bei  geringeren  Belastungen.  Dagegen
  ist  der  Ausschlag,  den  die  Zunge  für  ein  bestimmtes  Uebergewicht  anzeigt,
von  der  Größe  der  Belastung  unabhängig,  sobald  jene  drei  Schneiden  genau  in
einer  geraden  Linie  liegen,  weshalb  bei  der  Prüfung  darauf  gesehen  werden  muß,
daß  dies  so  viel  als  möglich  der  Fall  sei.

F  5.
Gleichwohl  wird  es  nicht  ausbleiben,  daß  die  Belastung  der  beiben  Waagschalen
  immer  noch  fortfährt,  einen  gewissen  Einfluß  auf  die  Größe  des  Aus-