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glück, daß ich die Honneurs als Wirt nur unvollkommen machen
konnte, denn ich lag mit einem total lahmen Fuß, unter kalten
Umschlägen, auf dem Stroh. Schöne Aussichten für ein et—
waiges Gefecht! Ich hatte nämlich beim Aufsitzen zu Pferde
durch Abgleiten mir die linke Kniescheibe verdreht, hatte der
Sache keine Bedeutung beigemessen und den Fuß nicht geschont.
Am andern Morgen jedoch war derselbe bei heftigen Schmerzen
stark geschwollen und ich total hilflos. Der herbeigerufene
Arzt konstatierte eine Verrenkung und stellte mir einige Wochen
Stillliegen in Aussicht, indessen halfen mir meine festen
Sehnen ziemlich bald darüber hinweg. Nachmittags verließen
uns unsere Gäste, und am andern Mittag rückte mein Bataillon
wieder nach Saulny. Ich wollte durchaus dem Bataillon
folgen, selbst zu Wagen, wenn ich nicht zu Pferde steigen könnte,
aber man wollte mich schlechterdings nicht haben und erklärte
es für Wahnsinn, wenn ich mich in meinem, zu jeder Bewegung
unfähigen Zustande einem etwaigen Zusammentreffen mit
den Franzosen aussetzen wollte. Notgedrungen mußte ich folgen,
und da unsere Quartiere von den 52ern belegt wurden, blieb
nichts übrig, als mich mit vieler Mühe auf einen Wagen
packen zu lassen und zu den Füsilieren nach Roncourt zu fahren.
Ich wurde sehr liebenswürdig aufgenommen, und mein freundlicher
Gastgeber, Premierleutnant v. V., nebst seinen Offizieren
sorgten nach Kräften für Unterhaltung und ein gutes Lager
für meinen Fuß.
Am Nachmittage schwirrten Gerüchte durch die Luft, Metz
sei über; niemand will es glauben, trotz aller Sehnsucht nach
dem Ende. Um die quälende Ungewißheit zu beseitigen, wird
endlich ein Offizier zu Pferde zum Divisionsstab nach Ferme
Marengo entfandt und bald darauf kehrte er wieder mit der
Bestätigung der Freudennachricht. Jubel ohne Ende! Es war
aber in der That auch hohe Zeit, daß wir erlöst wurden, denn
lange konnten die Truppen die unerhörten Strapazen unmöglich
noch ertragen. Wir lagen auf einem Leichenfelde, wie es
die Geschichte nicht weiter kennt, der Regen der letzten Wochen
hatte die Erde teilweise von den Grabhügeln geschwemmt und
tötliche Miasmen verpesteten die Luft. Ruhr und Typhus lichteten
infolge dessen bedenklich die Reihen, die Krankenzahl war
Koch, G., Bei den Fahnen des III. (brandenb.) Armeekorps. 3