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will. Das Geschaffensein in diesem Sinne heißt auch, geschaffen aus
nichts. Das letztere geht auch daraus hervor, daß dem Wesen, das geschaffen
wird, früher ein Nichtsein zukommt. Das Sein ist aber durch
eine erste Ursache hervorgerufen, der nichts Körperliches zugrunde liegt,
wie bei den uns bekannten Kausalverhältnissen, infolgedessen kann die
Wirkung der ersten Ursache nur eine Schöpfung sein. D. h. die Wirksamkeit
der ersten Ursache muß entsprechend ihrem Sein von der Art
sein, daß sie nicht bloß durch Bewegung eine Form in die Materie
einführt, sondern daß sie das Sein selbst gibt, also das ganze Wesen
nach Materie und Form ins Dasein setzt. — Je allgemeiner ferner eine
Wirkung ist, desto höher muß die Ursache stehen. Da es auch an sich
unbewegliche Dinge gibt, so ist das Sein allgemeiner als das Bewegtwerden,
infolgedessen muß die Ursache des Seins noch über derjenigen
des Bewegens stehen und diese kann nur ein schaffender Gott sein.
Wäre eine ewige Materie, d. h. eine solche, die in Ewigkeit den ganzen
Weltenraum ausfüllt, dann könnte Gott nicht außerhalb dieser gedacht
werden. Ferner bestimmt sich die Ordnung der Tätigkeiten nach der
Ordnung der Ursachen. Die erste höchste Tätigkeit muß also der ersten
höchsten Ursache entsprechen; erstere ist aber die Schöpfung, da sie der
Ausgang aller Tätigkeit ist, diese kann daher nur Gott zukommen.
Es liegt auch den allgemeinen Wirkungen eine allgemeine und erste
Ursache zugrunde. Die allgemeine Wirkung der ersten Ursache ist das
Dasein, das also den Dingen nur von Gott gegeben sein kann, d. h
Schöpfungsmacht hat nur Gott. .
Wenn Thomas auch durch die Vernunft zu beweisen versucht,
daß die Welt aus nichts geschaffen ist, so hält er anderseits einen Vernunftbeweis
dafür unmöglich, daß sie auch nach nichts geschaffen sei;
er nimmt letzteres aber als einen Glaubensartikel an, gegen den die
Vernunft nichts Gegenteiliges vorbringen kann. In der Schöpfung,
die mit der ersten Bewegung verbunden ist, liegt auch die dauernde Erhaltung
der Welt, die sich in einem stetigen Wechsel von Sein und
Anderssein äußert. Gerade aus der letzten idealistisch sehr richtigen
Auffassung folgert Thomas, daß die Welt ein wirkliches unabhängiges
Sein nicht hat, sondern die Existenz nur durch ein höheres Sein, durch
Gott hat.
Gott hat aber nicht nur die Materie und die Formen, d. h. Körperliches
und Geistiges, geschaffen, sondern er hat dieses auch in einer
reichhaltigen Verschiedenheit geschaffen und zwar in Stufen von reinen
Formen bis zur reinen Materie; diese Verschiedenheiten an Arten und
Gattungen sind unmittelbar als dauernde unveränderliche Typen geschaffen,
wobei der höchste Grund der Berschiedenheiten Gott selbst ist.
Nach Thomas soll diese Vielheit und Verschiedenheit dem Fortschritt