Full text : Bavaria. Landes und Volkskunde des Königreiches Bayern.

556  Oberpfalz  u.  Regensburg.

stein  den  Stainlingern  veräußert,  von  denen  sie  nebst  dem  Geleit  auf  der
Straße  von  Nürnberg  nach  Böhmen  an  die  Kagrer  und  (1409)  durch  die
Amaley  Kagrerin  an  deren  Söhne  Hintschik  und  Hans  die  Pflugen  vom  Rabenstein
  gelangte,  die  wir  bei  der  Schwarzenburg  (Landg.  Waldmüchen)  wieder
  treffen  werden.  Bekannt  ist  ihre  Betheiligung  am  Löwlerbunde  als  dessen
Häupter  Hintschig  und  Sebastian  Pflug  erscheinen.  Von  ihren  Nachfolgern
in  Sternstein  den  Herren  von  Heideck  wurde  der  Freiherr  Johann  wegen  der
Theilnahme  am  schmalkaldischen  Kriege  in  die  Acht  erklärt  und  darauf  die
Herrschaft  den  (1624)  in  den  Fürstenstand  erhobenen  Freiherren  von  Lobkowitz
  verliehen.  Nachdem  sie  (1641)  durch  Kaiser  Ferdinand  III.  zur  gefürsteten
  Grafschaft  gemacht  worden  war,  nahmen  diese  „neuen  Fürsten“  auf
dem  Reichstage  von  1654  im  reichsfürstlichen  Collegium  ihren  Platz  nach
Eggenberg  vor  Dietrichstein  2c.  ein.

In  Folge  der  rheinischen  Bundesakte  zog  die  Krone  Bayern  (1806,  15.
Sept.)  die  Souveränität  über  die  Grafschaft  Sternstein  an  sich  und  (1807,
6.  Nov.)  veräußerte  Fürst  Lobkowitz  dieselbe  gänzlich  an  Bayern,  nachdem  er
schon  früher  auf  alle  Gerichtsbarkeit  darüber  verzichtet  hatte.  Bald  darauf
wurde  das  Patrimonialgericht  Neustadt  (früher  Lobkowiz'sches  Oberamt)  aufgehoben
  und  dem  Landgerichte  Parkstein  einverleibt,  der  Sitz  aber  nach  Neustadt
  verlegt  (1808).

Die  Herrschaft  Parkstein,  welche  auch  19  Gemeinden  des  heutigen  Landgerichts
  Weiden  in  sich  schloß.')  gehörte  (1053)  dem  Bischof  Gebhard  III.
von  Regensburg,  Kaiser  Konrad  des  Saliers  Bruder,  dem  sie  Herzog  Konrad
  von  Bayern  mit  gewappneter  Hand  abnahm,  worüber  er  wegen  Landfriedensbruch
  des  Herzegthums  entsetzt  wurde.  Durch  Heinrich  (V.)  kam
Parkstein  (nach  Moritz  a.  a.  O.  245  ff.)  nebst  anderen  Hausbesitzungen  zur  Belohnung
  für  die  gegen  seinen  Vater  geleisteten  Dienste  (um  1106)  an  den
Grafen  Berenger  I.  von  Sulzbach.  Jedenfalls  vor  dem  Jahre  (1126)  besaß
dieser  auch  schon  die  Veste  Floß,  in  deren  Nähe  er  zwei  längst  untergegangene
Höfe  (Trievenrivt  und  Trevenrivt)  an  Berchtesgaden  schenkte.  Nach  seines
Sohnes,  des  Grafen  Gebhard  II.  Tode  (1188,  28.  Okt.)  der  in  der  lateinischen
  Kastler  Chronik  den  Namen  „pracpotens  comes  de  Flozz“  führt,
wurden  die  Herrschaften  Parkstein  und  Floß:)  (noch  vor  dem  17.  Jau.  1189)

1)  Ihre  Gränzen  (mit  Floß)  vergl.  Dr.  Brenner-Schäffer  in  Verh.  d.  hist.  Ver.
XVII.  S.  110  ff.  Auf  seine  sebhr  fleißigen  Arbeiten  im  15.,  17.  u.  19.  Bande
der  Vereinsschriften  müssen  wir  überhaupt  hinsichtlich  Parksteins  und  Weidens
verweisen.

:)  Im  12.  Jahrhundert  erscheinen  auch  Ruodebertus,  Chvonradus,  Arnoldus,  Ingrammus
  de  Flozzen  und  ein  Tägeno  in  Nieder-Flezzen,  ein  sulzbachischer  Ministeriale.
  Später  (1239)  nennen  sie  sich  Schenken  ven  Flozze;  eine  adelige  Familie
  von  Floß  besaß  das  nahe  Püchersreut  bis  1098,  in  welchem  Jahre  sie