Full text : Dr. J. Milbiller's kurzgefasste Geschichte des Königreichs Bayern.

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zum  Ersatz  der  Krlegskosten,  und  suchte  den  alten  Glauben  dazin
wieder  einzuführen.  —
6.  3.

Das  Schicksal  Donauwörths  erfüllte  die  Protestanten  mie
Unwillen,  Groll  und  Furcht  gegen  die  Kathollken.  Um  äbnlchen
Fällen  vorzubeugen,  traten  ihre  Stände  in  Anhausen  bei  Autbach
zusammen,  und  schlossen  die  sogenannte  Union  zur  Vertheidigung
ihres  Glaubens  und  Landes,  und  machten  zum  Haupte  derselben
Friedrich  IV.  von  der  Pfalz  (den  4.  Mal  1608).  Auf  Antrieb
der  geistlichen  Fürsten  und  Maximilians  schlossen  auch  die  Katboilken,
  dieser  Union  entgegen,  einen  Bund  (zu  München  an  10.
Juli  1600)  unter  dem  Namen  der  belligen  Liga.  Bundekbaupe
war  Maximilian.  So  standen  sich  zwei  Wittelsbacher  durch  religiöse
  Meinungen  getrennt,  feindlich  gegenstber,  obwohl  fie  Bande
des  Blutes  vereinten.  Die  Glieder  der  beiden  Bündnisse  beobachteten
  sich  gegenseltig  mit  Urgwohn,  und  man  verdoppelte  die  Rüstungen
  bei  dem  geringsten  Verdachte,  um  bel  der  ersten  Gelegenheit
  bereit  zu  seyn,  gegen  einander  loszubrechen.  Bald  faud  sich
eine  solche,  und  dreißlg  Jahre  lang  verbeerte  ein  blutiger  Krieg
den  vaterländischen  Boden.

6  4.

Die  Flamme  des  dreißigjährigen  Krieges  entzündete  sich  aber
in  Böhmen.  Den  Protestanten  dieses  Landes  hatte  Kalser  RNudolph
  II.  frele  Religions-Uebung  zugesichert.  Doch  unter  seinem
schwachen  Nachfolger  Mathias  suchte  man  die  Protestanten  elnzuengen,
  und  ihre  Rechte  zu  schmälern.  Noch  mehr  batten  sie  unter
Ferdinand  II.  zu  fürchten,  der  dem  Mathias  als  Nachfolger  bestimmt
  war.  Denn  dieser,  auf  der  hohen  Schule  zu  Ingolstade
mit  Maximilian  von  den  Jesuiten  erzogen,  batte  nur  Einen  Wunsch,
die  Christenheit  wieder  zu  einem  Glauben  zu  vereinen.  Die  Protestanten
  in  Böhmen,  von  diesem  Ferdinand  alles  befürchtend,  erkannten
  ihn  nicht  als  Nachfolger,  empörten  sich  unter  Graf  Matbes
von  Thurn,  warfen  die  kaiserlichen  Gesandten  vom  Rachhaus  auf
die  Dungstätte,  und  wählten  zu  ihrem  König  Friedrich  V.  von  der
Ofalz,  Sohn  Friedrichs  IV.,  und  wie  dieser,  Haupt  der  Union.
Friedrich  V.  war  lange  unschlüssig,  ob  er  die  Krone  annehmen