Full text : Bei den Fahnen des III. Armeekorps von Metz bis le Mans.

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Vor  uns  lag  eine  Kette  von  vorgeschobenen  Kavallerie-Posten,
wir  hatten  dahinter  Infanterie-Feldwachen  zu  etablieren,  die
mit  den  Vortruppen  Verbindung  zu  halten  und  diese  bei  einem
etwaigen  Angriffe  aufzunehmen  hatten.  Die  übrigen  Truppen
des  III.  Korps  lagen  weiter  zurück  hinter  der  Linie  Sablé—  Sillé.
Die  Kavallerie  rekognoszierte  fortwährend  durch  starke  Patrouillen
das  Vorgelände,  einem  etwaigen  Angriffsversuche  des  Feindes
beabsichtigte  jedoch  der  kommandierende  General  nicht  in  der
Vorpostenstellung,  sondern  auf  der  hinter  dem  Veégre-Bach  gelegenen
  Hochebene  zu  begegnen.

Da  wir  unsere  OQuartiere  mit  Ulanen  und  Artillerie
teilten,  wurde  zur  Regelung  der  Ouartier-,  Verpflegungs=  und
sonstigen  Garnison-Verhältnisse  und  zur  Vermittelung  des  Verkehrs
  mit  den  Einwohnern  eine  Kommandantur  eingerichtet,
und  zwar  traf  mich  das  wenig  beneidenswerte  Los,  Kommandant
zu  spielen.  Der  Vorpostendienst  wurde  so  geregelt,  daß  stets
eine  Kompanie  des  Bataillons  auf  Feldwache  zog,  so  daß  man
also  jeden  4.  Tag  dieses  Vergnügen  hatte.  In  der  unbeschäftigten
  Zeit  wurde  tüchtig  exerziert,  was  unsere  jüngst  eingetroffenen
  Rekruten  sehr  nötig  hatten.  Die  Ouartierverhältnisse
waren  besser  als  wir  sie  erwartet  hatten,  auch  ich  hatte  ein
ganz  gutes  Los  gezogen  und  war  bei  einem  ganz  jungen  Ehe—
paar,  einem  der  wohlhabendsten  des  Ortes,  einquartiert  worden,
das,  nachdem  die  erste  Angst  gewichen,  mich  mit  allen  Aufmerksamkeiten
  umgab.  Die  Einwohner  waren  überhaupt  durchaus
  gutartig  und  hatten  einen  sehr  verständigen  Maire  an
ihrer  Spitze,  ein  Umstand,  der  mir  sehr  zu  statten  kam,  da
mich  mein  Kommandantur-Amt  fortwährend  mit  ihm  in  Verbindung
  brachte.  Wir  hatten  z.  B.  während  der  ganzen  Zeit
unseres  Dortseins  nicht  ein  einziges  Mal  nötig,  zwangsweise
zu  requirieren,  alle  Bedürfnisse  für  die  Verpflegung,  Fourage  2c.
wurden  durch  mich  dem  Maire  bekannt  gegeben  und  stets  prompt
geliefert.  Ebenso  glatt  ging  es  bei  der  notwendigen  Ablieferung
der  Waffen.  Das  Dorf  hatte,  wie  alle  andere,  von  dem  Gouvernement
  eine  Anzahl  Gewehre  erhalten,  der  Maire  aber  war
vernünftig  genug  gewesen,  dieselben  ruhig  auf  dem  Gemeindehause
  zu  belassen,  so  daß  wir  sie  in  schönster  Ordnung  vorfanden
  und  zerschlagen  konnten.  In  betreff  der  vorhandenen

Koch,  G.,  Bei  den  Fahnen  des  III.  (brandenb.)  Armeekorps.  15