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Viertes Kapitel.
Ven der gebuishülflichen Antersuchung.
8. 56.
Die beschriebenen Veränderungen, welche die Schwangerschaft an
und in den Geschlechtstheilen und vorzugsweise der Gebärmutter hervorbringt,
erkennt die Hebamme durch die Untersuchung.
Die Untersuchung ist der wichtigste und schwierigste Theil der
Hebammenkunst und erfordert eine große und immer fortgesetzte Uebung.
Das Verfahren bei der Untersuchung Schwangerer ist wesentlich dasselbe,
welches bei der Untersuchung von Gebärenden und Wöchnerinnen
zur Anwendung kommt. Die besonderen Punkte, auf welche die
Hebamme bei der Untersuchung der letzteren achten muß, werden später
hervorgehoben werden.
Die Untersuchung geschieht sowohl äußerlich, als innerlich.
S. 57.
Eine Besichtigung des Unterleibes und der äußeren Geschlechtstheile
ist selten nöthig. Dagegen besichtigt man die Brüste, um namentlich
die Beschaffenheit der Warzen und des Warzenhofes und
der aus den Warzen aussickernden Flüssigkeit kennen zu lernen.
8. 58.
Die Betastung des Unterleibes, die man auch wohl schlechthin
die äußere Untersuchung nenunt, ist von der größten Wichiigkeit
und darf niemals versäumt werden. Sie gewährt in vielen Fällen
selbst mehr Aufschluß, als die innere Untersuchung und soll dieser
immer vorhergehen. Die Frau muß dazu eine Rückenlage einnehmen,
damit die Bauchdecken möglichst erschlafft find. Es ist nicht nöthig,
daß die untersuchende Hand die Theile unminelbar berühre, vielmehr
können fie mit dem Hemde oder einem dünnen Tuche bedeckt bleiben;
jede Entblößung ist sorgfältig zu vermeiden. Die Hebamme erforscht
so durch aufmerksames Befühlen mit den flach aufgelegten Händen:
1) die Ausdehnung des Leibes; die Beschaffenheit des
Nabels;