Rosenhei
Der „Refenheimer Aa
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mer
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222224
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Rosenheimer Tagblatt
Amtliches Publikalions-Organ
Mittwoch 14
März 1917
Ve
#teslantisch: Zacharias 63. Jahre###s
Das Wiener Kabinett vor einer neuen Krise?
Das wankende Kabinett Briand. — Graf Bernstorff über den Bündnisantrag an Meriko
Offensive im Westen — Abermals 35000 Tonnen im
Ankündigung der französischen?
Mittelmeer versenkt. — Chiles Antwort zur Seesperrenerklärung —
Die christlichen Gewerkschaften gegen den preußischen Landwirtschaftsminister
Zu den Kämpfen an der Champagne.
— ——
Ver Bericht aus dem Großen Hauptquar-=lier
ist heute auf Seite 4 dieser Nummer verssemlicht.
Hölzerne Schiffe gegen
die U. Boote?
Amsterdam, 13. März. Das erste, das
Amerika im Kriegszuskand mit Deutschland uul,
mird nach Londoner Meldungen der Bau einer
resigen Flotte hölzerner Handelsschiffe sein, um
eEngland mit Nahrungsmitteln zu versorgen. Es
volle eine größere Anzahl von Schissen von 3000
11 3600 Tonnen hergeslellt werden. Auch beim
Vau von Zerstörern soll Holz Verwendung finden.
Das erste dieser Schiffe soll in zwei Monaten
fertig sein, worauf dann 30 bis 50 wödentlich
abgeliefert werden lönnten. Bange
machen gilt nicht! Mit hölzernen Schissen wird
man erst recht sertig werden lönnen.
Das wankende Kabinett Briand.
Basel, 13. März. Nach einer Meldung aus
Paris wird vor der Dienstagsitzug der Kammir
noch ein Ministerrat stattfinden, der darüber
erntscheiden soll, ob die Regierung auf ihrem
Posten bleibt oder die Gesamtdemission einreichen
wird.
Neuce amerikanische Probedampfer.
Geuf, 13. Mätz. Der Pariser „Herald“ beszichtet,
daß noch weitere amerilanische Dampjer
nach Häfen der Ententeslaaten unterwegs
eien. Es sind die Dampfer „Alponquin“
2822 Tonnen), „City of Puebla“ (2623 To.)
und der Petroleumdampfer „Illinois“ (5225
Tonnen). Die beiden ersten Schisje sind nach
London unterwegs, die „Jllinoie“ nach Le Hav-Ve.
Alle drei Dampfser sind nicht bewaffnet.
Der Brag Amerike.
Eine sonderbare Stimme aus
Amerikoa.
Berlin, 12. März., Die „B. ZJ“ meldet aus
Kristiania: Der mit dem „Frederik VIII.“ wieder
nach Europa zurückgekehrte amerikanisshe
Journalist#. Wiegand äuberte sichüber den Eindruck
der deutschen Seesperrerrllcrung in
Washington. Die Nachricht habe dort wie urin
Blitz aus heiterem Himmel überraschl. Jeder
dadon ũ gt, daß man gerade damals uof
dem besten Wege zum Frieden war. Hätte man
nur noch rier Wochen das Terrain nach Ver-!
indlungsmoglichleiten sondieren können, so wäre
man zu greifbaren Ergebnissen gekommen.
Unabhängig von Wilson breitete sich in den beiden
Häusern des Kongresses und insbesondere
unter den Katholiken eine Bewegung aus, Spanien
zur Initiative zu bewegen, falls Wilsons
Versuch, Frieden zu stiften, milingen sollte.
Man nahm in Washington an, daß man in
dentschland die Antwort der Alliierten zu trabicch
und zu wörtlich genommen habe. Eine Wiln
sehr nahesteheet ierbencene sagte zu
Wiegand?" Hatte Deutschland doch nur noch rier
Wochen gewartet! Nach Wiegands lleberzeugung
Hat den Bruch zwischen Amerika und
Deutschland hauptsächlich der Umstand verschuldet,
daß es zwischen Berlin und Washington
leine direkte sichere Verbindung gab, daß alles
rielmehr auf Umwegen gehen mußte. Wiegand
betonte schließlich, daß die deutsche Aufsassung
von Wilson, als wolle er den Krieg haben und
Deutschland besiegt sehen, durchaus faisch fei.
ine Friedensbestrebungen seien weder von
Heuchelei noch ron Eitelleit, sondern wirklich
ehrlichem Willen entsprungen. Wiegand faßte
seinen Eindruck über die Stimmung des amerikanischen
Volkes einschließlich der maßgebenden
Kreise dahin zusammen: Amerika ist des Krieges
übermüdec. Es will leinen Krieg.
Was wir hier hören, sleht in so krassem Widerspruch
zu Wilsons Tun und Lassen, das man es
ummöaglich als die wahre Stimmung in Neupork
auffassen lann. Wilsons Vorgehen offenbarte
sich eben als elwas ganz anderes denn Friedens
politi
Das Bünsusengebol au Mexlo.
Berlin, 12. März. Die „Norddeut'che Allgemeine
Zeitung“ schreibt: „Obwohi aus dem
Bericht über die Verhandlungen des Hauptaus
schusses des Reichstages bekannt ist. daß die
Instruktion für unseren Gesandten in Merito als
diffrierte Weisung nach Washington ging, wird
in der Presse wieder von einem „Jimmermannbrief“
gesprochen und die Unvorsicht u#. it de.
brieflichen Verfahrens erörtert. Wir u##n
daher erneut ausdrücklich feststellen, daß die r
struktion überhaupt nicht auf brieflichem Wege
abging, weder von hier nach Withmaglon, noch
von Washington nach Meriko.“
Der heimgelehrte deutsche Boischafter erllarte
in Kopenhagen dem Hauptschristleiter des
„Hamburger Fremdenblatt“ über den Bündnisantrag
an Meriko: Ich bin schwer betroffen von
d 47 jezt in Kristiania zu mir gelangien
* daß diese durch meine Hand geganeen
an den kaiserlichen Gesandten in
Kenntuis der amerikanischen Regie-25
5 ist. Auf welckem Wege die amerilanhche
EEE.IeIttJEIIIIIIIIII
FP
ltion gelangt ist, weis, ich nicht. Es bleibt nur
die Annahme übrig, daß entweder der englische
oder der amerikanische Geheimdienst sich auf
irgendwelche Weise Kenntnis der CThiffre erworben
hat, in der das Telegramm von Washinglon
nach Meriko weiter befördert wurde. Alle
amerikanischen Behauptungen über deutsche Intrigen
in Haiti, Kuba, Kolumbien usw. sund
Märchen. Selbst in dem Augenblick, wo die
deutsche Regierung den Entschluß faßte, den uneingeschränkten
U-Bootskrieg zu beginnen und
wo sie nach der bisherigen Haltung der amerikanischen
Regierung mit der Verwirllichung der
wiederholten amerilanischen Kriegsdrohung rechnen
mußte, hat ihr als wichtigstes politisches Ziel
die Aufrechterhallung der Neutralität der Vereinigten
Staaten vorgeschwebt. Das in in der
Einleitung der Instruktion an den Gesandten in
Meriko in unzweideutiger Weise zum Ausdruck
gebracht, ebenso deutlich besagt die Insmwuktion,
daß der Gesandte von ihr nicht eher Gebrauch
machen darf, als bis er die Gewißheit erlangt
hat, daß die Vereinigten Staaten uns den
Krieg erklärt haben. Daraus erhellt, daß die
merikanische Regierung von unserer cventuellen
Absicht, uns ihr politisch zu nähern, erst durch
die amc##fkanicche ". VMössentlichung mmiis
erhalten hat, und daß sic, wenn die Vereinigten
Staaten uns nicht den Krieg erklären, aus
deutschem Mund niemals etmwas non unserer
Abincht gehört haben wüurde. Ich glaube, daß
es kaum möglich ist, korrekter zu verfabren.
Her umeingeschränkte 1#- Boot-RKries
Im Mittelmeer versenkt.
V73. Berlin, 12. März. Im Mittelmcer
wurden versentt 6 Dampfer und 8 Segler mit
F„sammen über 35 000 Tomnen, darunter am
17. Februar der bewafsfnele französische, von
Jerstörern gesicherte Truppentransportdampfer
.. Athos“ (12,644 Tomen) mit einem Bataillon
Senegalesen sowie 1030 chinesischen Munitions
arbeitern an Bord, u.n . Februar ein bewass
neter begleileter Tranportdampfer von elwa
( /#00 To., um 3. März ein bewassneter Dampser
rvon 50/¼ Tonnen mil Eitenbahnmaterial als
Ladung, am 6. März der italienische Dampfer
„Porto di Smyrne“ (2376 Tonnen) mit Mehl
und Stuckgut ron Genna nach Alerandrien,
am 7. Mätz ein bewaffneter von Vegleitfahrzeugen
gesicherter Tranksorldampfer von etwa
0 Tomen.
Die Antwor! Chilerx.
Wicen 12. März. Die Antwort Chiles auf
die Seeiperreerklärung in heute dem Miniiterium
des Acußern zugeleitet worden. Se heint
darin, „dab derartige Maßnahmen nach Ansicht
der chilenischen Regierung eine Beschränlung
der Rechte der Neutralen bedeuten, welche
Chile nicht zugeben kann. dWà dieie Einschräntun
gen althergebrachten und allgemei angelannler
Grundsäßen widerüreilen, nelche zu Gunsten
der an inrernalionaten Konflilten beteiligten
Slaaten benehen. Ueberdies würde die Anerleimung
der erwahnten Maßnahme Chile von
der Lmie der sirikren Neutralita: emsernen, welche
es während des gegenn artigen Krieges unreränderlich
cingehalten hai. Mu Rucksicht hierauf
behält sich Chile die Freihelt des Handelus
ror, um, falls gegen eines seiner Schiffe irgend
eine seindselige Dandlung begangen werden
sollte, die Anerleunnug aller seiner Rechie zu
rerlangen.“
1 " ch 7
Vou der franzosischen Offensire=Berlin,
1). Marz Die Ageice Haras verbreitet
solgende auffallige Meldung: „„Die
Westfrom scheint aus der Erftarrung heraus
treten zu wollen. Anzeicken ron Tatigkeit mel
ren sich und kundigen Ereignisse an. die man mit
dem grörnten Vertrauen erwartet.“ Wenn
diese Nachricht nicht einer Jrreführung dienen
soll, siehen auf der Wejtjront wichtige Ereig
eignisse beror. Unser Vertrauen auf Hinden
burg und uniere Truppen kann durch die pomp
haft zur Schau getragene Zuversicht der Fran
Josen auf leinen Fall übertroffen werden.
Meue Erfolge unserer Flieger-Berlin,
10. März. Uniere unermüdlichen
Flieger hatten am Sonntag beiße Luftlämpfe
auszufech len. Besonders an der Westfront ging
es in der Lust ledhaft zu. Nach heftigen Luft.
lämpfen zwangen unsere Lufthelden 16 Flugzeuge
zur Erde nieder, daron mindestens vier
hinter unseren Linien. Außerdem wurde durch
unsere treffsicheren Flugabwehrkanonen ein feindliches
Flugzeug sudlich von Zillebeke berumer
gebolt. 1
Leutnant Frhr. v. Richthosen schoß bei Vimd
seinen 27.. Leutnant Baldamus östlich von
Verzicur einen G. Gegner ab. Wahrend der
Luftkamose schoß Leutnant u. Valew, der be
reits acht Flugzeuge abgeschossen hat, nord
westlich von Armentieres einen feindlichen F#l
selballon ab. Ein zweiter Fesselballon wurde be#
Sirty’la-Peronne durch Oberflugmeister Schon
selder vernichtet. Die Jagdslaffel Volde
schos am Sonntag da# 11. Flugzeng ab. Der
EAäAEEIIILIIIIEEIIIIII
weiter.
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