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Abnahme war letztere in 32 Fällen um 0,1 bis 2° gestiegen, 2 Mal um 0.27 gefallen
und 2 Mal gleich geblieben. Das Maximum betrug 40,8° und zwar bei 2 völlig gesund
befundenen Thieren. Während des Aufenthaltes in der Anstalt haben nur 2 übrigens
gesunde Thiere am ersten Tage nach der Impfung nicht gefressen, eins war mit Durchfall
behaftet. Der Impfstoff von 14 Thieren, darunter des an Durchfall kranken, mußte
vernichtet werden, weil nach dem Schlachten kleinere, häufig eingekapselte, tuberkulöse
Herde in den Bronchial= oder Mesenterialdrüsen gefunden wurden.
Von den geimpften Thieren standen im Alter
von 7 bis 9 Monaten 12, hiervon waren tuberkulös 4 = 33,3%
10, 15 24 10 = 41%
Da der höhere Prozentsatz tuberkulöser Befunde bei älteren Thieren von vornherein
dadurch erklärlich ist, daß diese mehr Gelegenheit gehabt haben, sich tuberkulös zu infiziren,
so ist es nach dem Berichterstatter vortheilhaft, jüngere Thiere, etwa im Alter von 3 bis
9 Monaten zu verwenden. Bei Thieren von noch geringerem Alter würden sich zwar
noch weniger tuberkulöse Erkrankungen nachweisen lassen, dieselben eignen sich aber
wegen ihrer Empfindlichkeit und Neigung zu Erkrankungen nicht zur Impfung.
Der Anstalt in Karlsruhe wurde durch den Ausbruch der Manl= und Klauenseuche
unter den geimpften Thieren nicht nur erhebliche Steigerung der Betriebskosten
verursacht, sondern der Betrieb erlitt auch eine hochgradige Störung und mußte sogar
für einige Wochen ganz unterbrochen werden. Im Juni und Juli, als die Anforderungen
an die Anstalt noch verhältnißmäßig groß waren, erkrankten an der bezeichneten
Seuche im Ganzen 5 Thiere, und zwar offenbarten sich die Anzeichen stets
kurz vor der Pustelreife oder wenn die Abimpfung vorgenommen werden sollte. Außerdem
konnte der Impfstoff von 2 Thieren wegen Perlsucht nicht verwendet werden, so
daß im Ganzen 7 Ernten verloren gingen. Das Leihgeld für diese Thiere und wiederholte
Desinfektionen der ganzen Anstalt verschlangen eine ansehnliche Summe. Der
Mangel an eigenem Impfstoff wurde durch Ankauf von Lymphe anderer Anstalten
(Stuttgart rc.) und durch Inanspruchnahme des Ertrags ganzer geimpfter Thiere gegen
Erstattung der Kosten auszugleichen gesucht. Vom Monat August ab kamen Erkrankungen
an der Seuche nicht mehr vor.
Die übrigen 41 Thiere waren und blieben vollkommen gesund; da sie große
Thiere waren, sind sie durch den Impfprozeß nicht merklich beeinflußt worden, sie
behielten ihre Freßlust und Munterkeit; regelmäßig stieg die Körperwärme beim Beginn
der Pustelausbildung am 2. oder 3. Tage um 1 bis in seltenen Fällen 2° C,
um nachher zuweilen wieder etwas zu fallen. Blieb diese Erhöhung einmal aus, so
stand angeblich der Erfolg der Impfung begw. die richtige Pustelentwickelung in
Frage. Die Temperaturen betrugen beim Impfen 38 bis 39,6°, vor dem Abimpfen
39,2 bis 41,5° C.
In Darmstadt besichtigte der technische Afsistent, ein Thierarzt, die zur Impfung
gelangenden, sowie die geschlachteten Thiere. Der Gesundheitszustand war im Allgemeinen
nicht gut. Abgesehen von meist leichtem Durchfall bei jüngeren Thieren
wurden 3 ältere Thiere und 3 Kälber von der Maul= und Klauenseuche ergriffen;
3 der ersteren boten auf Tuberkulose hinweisende Schlachtbefunde dar, so daß die
Lymphe in 9 Fällen von der Benutzung ausgeschlossen war. Dasselbe geschah mit der
Lymphe eines Kalbes, dessen Nierenkapsel sich ödematös erwies, und an dessen Nieren
mehrere Knötchen nicht festzustellender Natur vorhanden waren. Im Uebrigen waren
sämmtliche Thiere als völlig gesund erkannt. Beim Impfen wurden 26 Mal Temperaturen
von 39 bis 39,9° C verzeichnet, beim Abimpfen als höchste 41%. Eine
Mediz-stak. Millheil. a. d. Koiserl. Gejundheilsamte. Band II. 11