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sort, so entsprangen aus dem einen Fehler mit Polypen-Fruchtbarkeit
zehn neue publicistische Irrthümer, und fast hätte
man endlich auch einen dritten regierenden Herrn im
wirtembergischen Hause erhalten. ) Nun half bloß Glück und
Zufall, und eine ganze Reihe der außerordentlichsten Zufälle,
daß je noch der Fehler erstattet ward. Nun war kaum die
größte, traurigste Mortalität des wirtembergischen Hauses hinreichend,
die Erstattung des Fehlers zu veranlassen. ) Nun
half am Ende vielleicht nur ein zweirer Fehler, daß jener
erste erstattet werden konnte.250
Bis dieß endlich nach 170 Jahren gelang, hatten sich
indeß allmählich die Begriffe, die man überhaupt von Untheilbarkeit
und Erstgeburtsrecht hatte, in ganz Deutschland
vollendeter bestimmt. Die allgemein aufgeklärtere Politik
nachfolgender Zeitalter war zu Hülfe gekommen. Das
deutsche Staats= und Territorial-Recht waren ausgebildetrer
geworden. Nur Schade, daß erst so manche Bitterkeit voranging,
so mancher gefährliche Zwist erst geschlichtet werden
mußte, ehe man doch nur wieder zu dem Ziele kam, das
man schon 1482 erreicht hatte.
In den neunzig Jahren der Regierungen Herzog Ulrichs
und seines Sohnes Christoph und seines Enkels Ludwigt)
*) S. die Traktate wegen Herzog Christophs Testament in Wegelin
thes. rer. Sneric. T. III. p. 457.
o) Man erinnere sich, daß nicht nur das Aussterben ber regierenden
Mömpelgardischen Linie selbst nothwendig war, sondern
auch das Aussterben aller derer Linien, denen auf diesen Fall
4617 die Besitznehmung von Mömvelgard eingeräumt wurde.
non) Wenn die Geschichte der 1722 entstandenen Streitigkeiten zwischen
Wirtemberg-Stuttgard und Wirtemberg-Oels wegen des
Besitzes von Mömpelgard vollsiändiger bekannt wäre, so hätte ich
mich hierüber etwas bestimmter ausdrücken können.
+) Von 1503 bis 1593.