Full text : Spittler’s sämmtliche Werke. Sechster Band. (6)

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serl.  Privilegium  de  non  appellando,  das  den  hoͤchsten
Landesgerichten  des  Herzogs  ein  größeres  Ansehen  und  eine
ausgebreitetere  Wirksamkeit  verschaffte;  in  vierzig  Jahren,
so  lang  Herzog  Erich  II.  regierte,  erhielt  Calenberg  gar  kein
kaiserliches  Privilegium,  wenn  anders  nicht  Urkunden,
welche  blos  Vorrechte  der  größeren  Städte  bestätigten,  hieher
  gerechnet  werden.  Die  vollkommenere  Reformation  endlich,
  welche  Herzog  Julius  seit  1560  im  Wolfenbüttelschen
zeinführte,  gab  vollends  dem  dortigen  Staat  eine  Vervollkommnung,
  die  nicht  nur  Aufmerksamkeit  des  thätigsten,
sondern  auch  Großmuth  des  wohlhabensten  Fürsten  erfoderte.
1576  Zu  Helm  städt  wurde  eine  Universität  gestiftet,  zu  deren
Erhaltung  allein  auch  die  Landstände  hunderttausend  Goldgulden
  Capital  bestimmten  9),  der  Herzog  legte  Klostereinkünfte
  hinzu  5),  ein  Convictorium  für  144  Studenten
wurde  gleich  anfangs  errichtet  299),  Professoren  für  alle
vier  Facultäten  gerufen,  man  ließ  zwei  Skelette  von  Paris
kommen,  der  Fiscal  wurde  befehligt,  jährlich  zwei  Leichname
  zu  liefern  k),  und  so  sehr  man  noch  über  das  Zerschneiden
  der  menschlichen  Körper  aufgebracht  war,  so  ließ
doch  der  Herzog  ein  eigenes  Haus  dazu  bauen  ).  Das

*)  S.  Ertract  des  Salzthalischen  Landtagsabsch.  in  Brschw.  Histor.
  Händeln,  I.  Th.  S.  284.  Hiernach  sind  die  Nachrichten
zu  verbessern  in  Herrn  von  Selchow  Br.  Lüneb.  Privatrecht,
S.  3z1.

**)  Rehtm.  Khist.  S.  422.
%Hislorica  narratio  do  introduct.  Univ.  Julioe  Helmst.  1579.  4.

)  Des  Helmstädt.  Prof.  Bokels  Latein.  Leichenrede  auf  Herz.
Julius.  (Wegen  Mangel  der  Paginirung  kann  die  Seite  nicht
citirt  werden.)

1)  Bokel  sagt  noch  1589,  das  Anatomiren  betreffend,  cum  res
habestur  ab  bumanitste  hiece  regionibus  paulo  alienior.