Otto von Emmich,
Kommandierender General des X. Armeekorps.
Der erste bedeutende deutsche Waffenerfolg in dem Kriege
von 1914 ist mit dem Namen des Generals der Infanterie
Albert Theodor Otto von Emmich untrennbar verknüpft. Noch
bevor die Mobilmachung unserer Truppen endgültig abgeschlossen
war, konnte vom westlichen Kriegsschauplatz die frohe
Siegesmeldung eintreffen, daß unsere tapferen Soldaten die
starke belgische Festung Lüttich im Sturme genommen haben,
und daß General von Emmich persönlich seine Truppen ungeachtet
des heftigen feindlichen Feuers zum Siege vorwärts
geführt habe, wofür ihm der Kaiser den Orden Pour le mérite
verlieh. Die große militärische Bedeutung dieser glänzenden
Waffentat lag vor allem darin, daß unsere Truppen nunmehr
ungehindert das Maastal beschreiten und westlich auf Brüssel
und südwestlich auf Namur zu marschieren konnten. Von noch
größerer Bedeutung aber war die moralische Seite dieses Erfolges,
da durch ihn das Gefühl der Sicherheit und Überlegenheit
bei unseren Truppen in dem gleichen Verhältnis gestärkt
und gehoben wurde, wie der geschlagene Feind durch seine erlittene
Niederlage sich deprimiert fühlen mußte. Und tatsächlich
beruhten auch die folgenden Siege unserer im Westen operierenden
Heeresmacht zum großen Teil auf dem Erfolg des
Generals von Emmich bei Lüttich. Was aber die Waffentat
Emmichs noch ruhmvoller macht, ist die Tatsache, daß eine
lange Belagerung der Festung unseren Truppen erspart wurde,
und nach dem erfolglosen Handstreich, der von einer kleinen