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stadt von Constantinopel, einen eigenen kleinen Staat, und
der ganze gewinnvolle Handel des schwarzen Meeres, mit
dem sich auch in Caffa ein wichtiger Kanal des Ostindischen
Handels vereinigte, wurde ihr Monopol. Ganz Constantinopel
mit allen seinen großen Bedürfnissen des Lebens-Unterhalts
und selbst auch des Lurus stund lange Zeit hindurch
unter ihrem Handelsdruck, und wenn man zu Genua das
Colonial-System genug versianden hätte, um die nahen und
entfernten Etablissements mit der Mutterstadt zu einem
harmonischen, hülfreichen Ganzen zu vereinigen, so würde
vielleicht Ligurien schon im vierzehnten Jahrhundert das geworden
seyn, was Holland in spaͤteren Zeiten wurde.
9. Doch waͤhrend, daß ihr Handel im Osten so groß
bluͤhte, flutheten, im Stadtregiment zu Genua selbst,
aristokratische und demokratische Bewegungen so heftig und
unaufhoͤrlich unter einander, daß fast nicht zehen Jahre lang
eine und eben dieselbe Administrations-Form statt fand.
Ueherdieß war zu gleicher Zeit, auch unter den Aristokraten
selbst, ein eben so wildes Getreibe der Welfen und Gibellinen
gegen einander, daß es fast ein unauflösliches Problem
zu seyn scheint, wie Handel und Wohlhabenheit sich erhalten,
und oft noch ein siegreicher Krieg gegen Venedig geführt
werden konnte. Die Fieschi und Grimaldi waren die
Chefs der Welfen, die Spinola und Doria hießen Häupter
der Gibellinen-Parthie, aber weder jene noch diese waren
selbst einig unter einander, noch waren diese oder jene — erklärte
Freunde oder Feinde der Volksparthie.
10. Endlich aber wurde vom aufgebrachten Volk ein
lebenslänglicher höchster Magistrat, ein Doge
1330 (Simon Boccauegra) gewählt. Aber so gränzenlos auch
seine Macht zu seyn schien, so haite er doch nicht Macht
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