Volltext : Medizinal-Statistische Mittheilungen aus dem Kaiserlichen Gesundheitsamte. Zehnter Band. (10)

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In  dem  oberen  Stockwerk  befindet  sich  über  dem  Beobachtungsstall  das  Zimmer  für
die  Ärzte,  über  dem  Lympheverarbeitungsraum  das  Laboratorium.  Hinzugekommen  sind
noch  in  demselben  Stockwerke,  und  zwar  in  dem  Giebelraum  des  bisherigen  Anstaltsgebäudes,
  ein  Raum  zum  Aufenthalt  für  den  Wärter,  ein  Klosett,  ein  Raum  zur  Aufstellung
von  Schränken  für  Präparate  usw.,  zwei  Bodenkammern  für  Futter=  und  andere  Vorräte.

Im  Kellergeschosse  sind  neu  hinzugekommen  ein  Raum  für  Untersuchungen  an  Tieren
und  ein  Raum  zur  Unterbringung  solcher  Tiere,  während  von  dem  bisherigen  Kohlenkeller
ein  Raum  zur  Desinfektion  der  Anstaltsgeräte  abgezweigt  worden  ist.

Von  Einzelheiten  ist  noch  folgendes  zu  erwähnen:  Die  Ofen  haben  glatte,  schräge
Abdachung  erhalten,  und  der  zwischen  ihnen  und  der  Wand  befindliche  Raum  ist  vollständig
durch  Kacheln  geschlossen.  Auf  diese  Weise  sind  Flächen  und  Räume  zur  Ansammlung  von
Staub  vermieden  worden.  Die  Heizung  geschieht  vom  Flur  aus.  Der  Raum  zur  Verarbeitung
  der  Lymphe  sowie  der  darüber  befindliche  Laboratoriumsraum  haben  in  der  westlichen
  Wand  einen  gemeinschaftlichen  Luftschacht  erhalten,  der  bis  in  den  Kellerraum  führt.
In  diesem  Schacht  läßt  sich  an  einem  Seil  ein  geschlossener  Kasten  zur  Aufbewahrung  von
Lymphevorräten  auf=  und  abführen.  Für  sämtliche  Räume  ist  elektrische  Beleuchtung  vorgesehen.
  Zum  Abkochen  des  Wassers  ist  ein  Kochherd  mit  Gaszuleitung  in  einem  der
Kellerräume  hergerichtet  worden.  Der  vorläufige  Leimfarbenanstrich  der  Räume  soll  erst
nach  vollständiger  Austrocknung  der  Wände  im  nächsten  Jahre  durch  einen  Olanstrich
ersetzt  werden.

In  Oppeln  sind  die  Räumlichkeiten  unverändert  geblieben;  doch  erweisen  sie  sich
für  einen  umfangreichen  Betrieb  und  besonders  bei  dem  Versuch,  auch  in  der  wissenschaftlichen
  Behandlung  der  Impffrage  den  übrigen  Anstalten  nicht  nachzustehen,  als  unzureichend.

Die  in  den  Vorjahren  erfolgte  Einrichtung  eines  Versuchsstalles  und  eines  Kaninchenstalles
  hat  sich  bei  den  letztjährigen  Variola-Impfungen  und  den  später  zu  erwähnenden
Arbeiten  als  sehr  vorteilhaft  erwiesen,  aber  das  Fehlen  eines  Beobachtungsstalles  machte  sich
immer  mehr  und  mehr  bemerkbar.

In  Halle  a.  S.  sind  für  den  in  Aussicht  genommenen  Neubau  des  Impfhauses  auf
dem  Gelände  des  städtischen  Schlacht=  und  Viehhofes  die  Baupläne  während  des  Berichtsjahres
  fertiggestellt  und  die  mit  den  städtischen  Behörden  getroffenen  Vereinbarungen  über
die  Bauausführung  und  die  für  die  pachtweise  Überlassung  des  Gebäudes  wie  des  Baugrundes
  an  die  Stadt  zu  zahlende  jährliche  Entschädigung  gegen  Ende  des  Jahres  von  der
Ministerialinstanz  genehmigt  worden.  Es  sollte  im  Frühjahre  1906  mit  dem  Neubau
begonnen  werden.

In  Hannover  erfuhren  die  Räumlichkeiten  keine  Veränderung;  der  bei  der  Anstalt
befindliche  kleine  Garten  erhielt  durch  Anpflanzungen  ein  freundlicheres  Aussehen.

Infolge  der  Teilung  des  ursprünglichen  Stalles  in  zwei  Abteilungen,  einen  Beobachtungsstall
  und  einen  Impfstall,  beläuft  sich  die  Zahl  der  einzustellenden  Kälber  auf
höchstens  4,  da  mehr  Stände  nicht  vorhanden  sind;  es  könnten  jedoch  Fälle  vorkommen,  in
denen  eine  größere  Anzahl  von  Tieren  erwünscht  ist.  Wenn  ferner  vor  der  Abimpfung
die  Tiere  getötet  werden  sollen,  so  würde  auch  der  Bau  eines  Schlachtraumes  in  Betracht
kommen,  da  unter  den  jetzigen  Verhältnissen  das  Schlachten  in  der  Anstalt  selbst  nicht
angängig  ist.

In  Cassel  ist  ein  Neubau  der  Anstalt  in  Aussicht  genommen;  die  Stadt  hat  sich
bereit  erklärt,  den  Neubau,  zu  dem  die  Pläne  bereits  angefertigt  sind,  auszuführen.

In  Cöln  ist  das  Arztzimmer  instandgesetzt  worden.  Die  infolge  von  Feuchtigkeit