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In dem oberen Stockwerk befindet sich über dem Beobachtungsstall das Zimmer für
die Ärzte, über dem Lympheverarbeitungsraum das Laboratorium. Hinzugekommen sind
noch in demselben Stockwerke, und zwar in dem Giebelraum des bisherigen Anstaltsgebäudes,
ein Raum zum Aufenthalt für den Wärter, ein Klosett, ein Raum zur Aufstellung
von Schränken für Präparate usw., zwei Bodenkammern für Futter= und andere Vorräte.
Im Kellergeschosse sind neu hinzugekommen ein Raum für Untersuchungen an Tieren
und ein Raum zur Unterbringung solcher Tiere, während von dem bisherigen Kohlenkeller
ein Raum zur Desinfektion der Anstaltsgeräte abgezweigt worden ist.
Von Einzelheiten ist noch folgendes zu erwähnen: Die Ofen haben glatte, schräge
Abdachung erhalten, und der zwischen ihnen und der Wand befindliche Raum ist vollständig
durch Kacheln geschlossen. Auf diese Weise sind Flächen und Räume zur Ansammlung von
Staub vermieden worden. Die Heizung geschieht vom Flur aus. Der Raum zur Verarbeitung
der Lymphe sowie der darüber befindliche Laboratoriumsraum haben in der westlichen
Wand einen gemeinschaftlichen Luftschacht erhalten, der bis in den Kellerraum führt.
In diesem Schacht läßt sich an einem Seil ein geschlossener Kasten zur Aufbewahrung von
Lymphevorräten auf= und abführen. Für sämtliche Räume ist elektrische Beleuchtung vorgesehen.
Zum Abkochen des Wassers ist ein Kochherd mit Gaszuleitung in einem der
Kellerräume hergerichtet worden. Der vorläufige Leimfarbenanstrich der Räume soll erst
nach vollständiger Austrocknung der Wände im nächsten Jahre durch einen Olanstrich
ersetzt werden.
In Oppeln sind die Räumlichkeiten unverändert geblieben; doch erweisen sie sich
für einen umfangreichen Betrieb und besonders bei dem Versuch, auch in der wissenschaftlichen
Behandlung der Impffrage den übrigen Anstalten nicht nachzustehen, als unzureichend.
Die in den Vorjahren erfolgte Einrichtung eines Versuchsstalles und eines Kaninchenstalles
hat sich bei den letztjährigen Variola-Impfungen und den später zu erwähnenden
Arbeiten als sehr vorteilhaft erwiesen, aber das Fehlen eines Beobachtungsstalles machte sich
immer mehr und mehr bemerkbar.
In Halle a. S. sind für den in Aussicht genommenen Neubau des Impfhauses auf
dem Gelände des städtischen Schlacht= und Viehhofes die Baupläne während des Berichtsjahres
fertiggestellt und die mit den städtischen Behörden getroffenen Vereinbarungen über
die Bauausführung und die für die pachtweise Überlassung des Gebäudes wie des Baugrundes
an die Stadt zu zahlende jährliche Entschädigung gegen Ende des Jahres von der
Ministerialinstanz genehmigt worden. Es sollte im Frühjahre 1906 mit dem Neubau
begonnen werden.
In Hannover erfuhren die Räumlichkeiten keine Veränderung; der bei der Anstalt
befindliche kleine Garten erhielt durch Anpflanzungen ein freundlicheres Aussehen.
Infolge der Teilung des ursprünglichen Stalles in zwei Abteilungen, einen Beobachtungsstall
und einen Impfstall, beläuft sich die Zahl der einzustellenden Kälber auf
höchstens 4, da mehr Stände nicht vorhanden sind; es könnten jedoch Fälle vorkommen, in
denen eine größere Anzahl von Tieren erwünscht ist. Wenn ferner vor der Abimpfung
die Tiere getötet werden sollen, so würde auch der Bau eines Schlachtraumes in Betracht
kommen, da unter den jetzigen Verhältnissen das Schlachten in der Anstalt selbst nicht
angängig ist.
In Cassel ist ein Neubau der Anstalt in Aussicht genommen; die Stadt hat sich
bereit erklärt, den Neubau, zu dem die Pläne bereits angefertigt sind, auszuführen.
In Cöln ist das Arztzimmer instandgesetzt worden. Die infolge von Feuchtigkeit