Full text : Zwei Reden des Königs Friedrich Wilhelm IV.

»S  15  E.

üben,  ohne  Ansehen  der  Person;  ich  will  das  Beste,
das  Gedeihen,  die  Ehre  Aller  Stände  mit  gleicher
Liebe  umfassen,  pflegen  und  fördern  —  und  ich  bitte
Gott  um  den  Fürsten-Segen,  der  dem  Gesegneten
die  Herzen  der  Menschen  zuneigt  und  aus  ihm  einen
Mann  nach  dem  göttlichen  Willen  macht  —  ein
Wohlgefallen  der  Guten,  ein  Schrecken  der  Frevler.“  —

„Gott  segne  unser  theures  Vaterland.  Sein  Zustand
  ist  von  Alters  her  oft  beneidet  —  oft  vergebens
  erstrebt.  Bei  uns  ist  Einheit  an  Haupt  und
Gliedern,  an  Fürst  und  Volk,  im  Großen  und
Ganzen  herrliche  Einheit  des  Strebens  aller  Stände,
aller  Volksstämme,  aller  Bekenntnisse  nach  Einem
schönen  Ziele  —  nach  dem  Allgemeinen  Wohle  in
heiliger  Treue  und  wahrer  Ehre.  Aus  diesem  Geiste
entspringt  unsere  Wehrhaftigkeit,  die  ohne  Gleichen
ist.  —  So  wolle  Gott  unser  theueres  Preußisches
Vaterland  sich  selbst,  Deutschland  und  der  Welt  erhalten.
  —  Mannigfach  und  doch  Eins,  wie  das
edle  Erz  das  aus  vielen  Metallen  zusammengeschmolzen
  nur  ein  einiges,  edelstes  ist  —  keinem
anderen  Roste  unterworfen,  als  allein  dem  verschönernden
  der  Jahrhunderte.“  —

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