Ueber Zulässigkeit der Bernfung im Kostenpunkte. 61
das in Folge der neuen Emission eingetretne bedeutende
Sinken des Kurses wurde die Erreichung jenes
Zweckes für den einen der Kontrahenten nicht nur
nicht unmöglich gemacht, sondern sogar herbeigeführt.
Das Fehlschlagen der Spekulation des andern Kontrahenten
kann als Grund der Aufhebung seiner
Verbindlichkeit um so weniger angesehen werden,
als es sich hier von einem zur Klasse der gewagten
Geschäfte gehörigen Vertrage handelt.
4.
Ueber Zulässigkeit der Bernfung im Kostenpunkte.
(5. 68 der Prozeßnovelle vom 17. November. 1837.)
In einem Falle war in der Hauptsache, und
im Kostenpunkte appellirt, und eventuell die Berufung
auf den Kostenpunkt beschränkt.
In der Hauptsache lag die Berufungssumme
icht vor, wohl aber im Kostenpunkte.
Die Berufung wurde ihrem ganzen Umfange
nach als nicht devolut in der Appellationsinstanz
abgewiesen, indem man von der Ansicht ausgieng,
daß die Entscheidung über die Kosten selbst dann,
wenn ihr Betrag die Berufungssumme erreicht, bei
einer wegen Mangels der Appellationssumme unzulässigen
Beschwerde in der Hauptsache, nicht ad
sccundam gebracht werden könne, weil nach §s. 58
der Prozeßnovelle vom 17. November, 1837 die
Kosten als Nebensache nicht in Anschlag zu
kommen hätten. 1
Der oberste Gerichtshof hat jedoch in dem
gegebenen Falle die eventuell auf den Kostenpunkt
eschränkte Berufung für zulässig erkannt 1) aus
nachfolgenden Motiven.
Der allegirte §. 58 spricht in seinem Schlußsatze
offenbar nur von Unzulässigkeit eines Zusammenrechnens
des Betrags der Haupt= und
1) OAGE. v. 26. Juli 1844, R. Nr. 993 4247.