Organisation der Volksschule. Lehrpläne, Methoden, Disziplin u. Lehrmittel. 413
künftigen bürgerlichen Verhältnissen und Berufsgeschäften der Schüler
Anleitung geben.“ (J. A. Englmann a. a. O. Seite 520.)
„Die Entlassung aus der Werktagsschule findet nach siebenjährigem
Schulbesuche und erfolgreicher Bestehung der Jahresschlußprüfung
statt.“ (J. A. Englmann a. a. O. Seite 387.)
„Übrigens können die Eltern ihre Kinder auch nach bestandener
Prüfung noch länger freiwillig in die Werktagsschule schicken, in
welchem Falle sie nur das Feiertagsschulgeld zu bezahlen haben.“
(J. A. Englmann a. a. OÖ. Seite 388.)
„so wurden in München und Nürnberg achte Klassen der
Werktagsschule errichtet für solche, welche sie freiwillig besuchen
wollen.
Für diese neu errichteten achten Klassen an den Nürnberger
Volksschulen sind von den städtischen Kollegien Satzungen und
Lehrplan festgestellt und vom Königlichen Kultusministerium bestätigt
worden, deren Hauptbestimmungen sind: Bedingung für die Aufnahme
in eine achte Volksschulklasse ist der Nachweis eines siebenjährigen
Schulunterrichts, und zwar entweder des erfolgreichen Besuches
einer siebenten Klasse der Volksschule oder eines diese letztere ersetzenden
Unterrichts. Die achten Klassen sind nach Geschlechtern
getrennt, nehmen jedoch Schüler und Schülerinnen verschiedener
Konfessionen auf und stehen unter der Aufsicht derjenigen Simultan-Schulinspektion,
in deren Bezirk sie sich-befinden. Der Besuch der
achten Klassen ist zwar ein freiwilliger, jedoch sind die in dieselben
aufgenommenen Schüler und Schülerinnen verpflichtet, sie regelmäßig
und bis zum Schlusse des Schuljahres zu besuchen; sie erhalten auch
beim Austritt ein Zeugnis über den Besuch ausgestellt. Dieselben
brauchen die Fortbildungs- bezw. Sonntagsschule nur noch ein Jahr
zu besuchen. Die Lehrgegenstände der achten Klasse sind folgende:
a) für Knaben: Religion, Lesen und Turnen je 2 Stunden, deutscher
Aufsatz und Zeichnen je 4 Stunden, Rechnen und Buchführung,
Natur- und Gewerbekunde je 5 Stunden, Geschichte und Geographie
3 Stunden, Singen 1 Stunde, in Summa 28 Stunden; b) für Mädchen:
Religion, Lesen, Geschichte mit Geographie je 2 Stunden, Rechnen
und Buchführung, Natur- und Haushaltungskunde je 5 Stunden,
deutscher Aufsatz 4 Stunden, weibliche Handarbeiten 3 Stunden,
Singen 1 Stunde, in Summa 24 Stunden. Der Unterricht in den
Knabenklassen wird sowohl vormittags wie nachmittags, in den
Mädchenklassen nur vormittags erteilt.“ (J. A. Finglmann a. a. O.
Seite 388—389.)
Das Unterrichtswesen im Deutschen Reich. Ill. 8