Volltext : Rosenheimer Anzeiger. 62. Jahrngang (62)

dieEiserne  Aest
Rosenheim,  3.  April.

Ein  prächtiger  Früblingotag  war  der  2.  April.
Goldener  Sonnenschein  lag  vom  frühen  Morgen
ab  über  dem  Land,  seuls:  Stimmung  breitete
er  über  die  Stadt.  Rosenheim  hatte  einen  ernsten
  Festtag,  verklärt  durch  den  Glanz  seiner
unerschspflichen  Opferwilligleit.  Es  war  der
Tag  der  Erstnagelung  seines  Kriegswahrzeichens,
  seiner  „Eisernen  Rose“.  Männiglich  war
darauf  vorbereitet,  uras  da  lommen  und  werden
  sollte.  Und  alles  lam  und  wurde  so,  wie
es  schöner,  eindrucksvoller  nicht  gedacht  werden
lönnte.  Aile  waren  aufgerujen,  Zeuge  zu  sein
des  großen  ortsgeschichtlichen  Ereignisses,  ure
Momentes,  in  dem  die  erste  feste  Unterlage
ichaffen.  werden  sollte  zu  einem  eisernen  Men
ernster,  aber  großer  Zeit.  Die  Rosenheimer
„Eiserne  Rose“  begann  gestern  in  sanlichter,
ernster  Pracht  sich  zu  entwickeln,  und  alt  und
jung,  hoch  und  niedrig  waren  opferwillige  Mithelser
  an  diesem  Denimal  aus  eiserner  Zeitl.

Von  der  Höbe  der  Gaststätte  zum  „Deutschen
Kaiser“,  von  den  Giebeln  der  städt.  Gebäude
wehten  die  Fahnen,  sie  verlündeten  im  Glanze
der  Sonne,  daß  es  ein  Fest  der  Stadt  ist,  das
am  Sonntag  gefeiert  wurde.  Und  die  Stadt,
die  ganze  Stadt,  hat  daran  erniten,  entschlossenen
  Willens  Teil  genommen.  Dichte  Massen
hielten  die  Prinzregentenstraße  am  Eingang  der
Rathausstraße  besetzt,  als  die  Jungmannschaft
unserer  Jugendwehr  in  festem  Tritt  den  Klängen
  der  ilitärkapelle  folgte,  welche  sie  zur
Fassstäile.  geleitele.  Sreude  mußte  man  haden
an  den  strammen  Jungen,  der  blühende,  kraftstrotzenden
  Jungmannschaft  unserer  Stabt,  unseret
  Zuhinft.  Vier  nehrlräftige  Züge  waren
es,  welche  unter  flatternden  Fahnen  einherschritten,
  geführt  von  ihrer  militärischen  Oberleitung.


Drinnen  im  Saale  war  es  inzwischen  sehr  lebendig
  gen  orden.  Die  Jahl  der  Festgäste  wurde
immer  größer,  bald  reihte  sich  Kopf  an  Kopf.
Denn  die  Vereine  Nosenheims  waren  in  ihrer
Ueberzahl  erschienen,  um  Helfer  und  sinanzieiler
Förderer  des  edlen  Zreckes  zu  sein,  der  miit
der  Eisernen  Rose  verbunden  ist.  Es  war  ein
malerisches  Bild.  Neben  dem  Kniehösler  kand
der  Träger  des  Frackes  und  des  5  Zylinderhutes,
neben  dem  seidenen  Kleid  der  Damen  der  Gesellschaft
  war  die  grüne  Joppe  der  Turner  gut
vertreten.  Und  oben  auf  der  Bühne  schob  sich
hinter  einem  Haine  von  Blumen  uno  Blattflanzen,
  in  deren  Mitte  die  „Eiserne  Rose“
eingebaut  war  und  deren  beiden  Seiten  die
Kaiser=  und  Königsbüsle  flankierten,  ein  Wall
von  Fahnen  und  Standarten  ein,  über  zwanzig
  an  der  Zahl,  melche  das  wehrhafte  Bild,
das  die  Jungmannschaft  auf  den  beiden  Längsseiten
  des  Saales  bot,  noch  verstärkte  und
malerisch  verkleidete.

In  der  Mitte  des  Saales  nahmen  die  Ehrengäste
  Platz:  Der  Vertreter  des  Regierungsprdsidenken
  von  Oberbayern,  der  Referent  über
Gemeindewesen,  Herr  Regierungsrat  Stößel,  der
Stifter  der  Eisernen  Rose,  unser  Ehrenbürger
Herr  Oberlehrer  Bram  mit  Frau  Gemahlin.
der  Schöxfer  des  Kriegem  zahrzeichens,  Herr  Professor
  Albrechtel  ofer,  der  Vertreier  der  Stabt
Kufstein,  Herr  Vuchdruckereibesitzer  Lippott,
zahlreiche  „Vertreler  der  biesigen  staatlichen
Aemter  und  Behörden,  das  Offizierslorps,  in
dessen  Mitte  namentlich  auch  der  Bezirkslommandeur,
  die  Geistlichkeit,  die  beiden  städtischen
Kollegien,  die  Vorstandsdamen  der  Frauenvereine
  usw.,  die  Lehrlörper  unserer  Mittelunb
  Vollsschulen,  eine  Schüler-Abordnung  der
Volksschulen  mit  Sckärpen  und  Adbzeichen,  die
Verrundeten  des  Genesungsheimes  „Naiserbad“
und  eine  schier  unendliche  Reihe  von  Vereins-Möge

  sie  duftenden  Trosteshauch  und  freundliche
  Blumenblätter  der  Hoffnung  auf  die  freudlos
  harten  Wege  all  der  Waisen  und  Witwen,
der  Vereinsamten  und  Leidvergrämten  streuen!
Möge  sie  mit  frohem  Mut  die  Krieger  draußen
laben,  da  sie  ihre  Teueren  in  der  Heimat  von
bilseicer  Liebe  gehegt  und  gepflegt  wissen!

So  blühe  nun,  Rosenheims  eirne  lume,
blühe  auf  im  ernsten  gedämpften  Glanze  von
Eisen  und  Stahl!

Künd“  es  der  Nachwelt,  wie  Deutschlandes
friedgewohnte  Rose  trug  Eisenkleid  und  Kriegeswehr!



Künd“  es  der  Nachwelt,  wie  die  wuchtigen
Schlachtenhämmer  bohrende  Wunden  gruben,
in  die  zarten  Rosenstämme  friedlicher  beutscher
  Kultur,  herbere  Wunden  bohrten  in  tief-E
  z  Menschen  nherzen  von  Lieb’  und  Treu'!

nd“  es,  du  weiße  Rose  auf  rotem  Feld,

wie  das  Blut  deiner  Helden  den  Boden  gerdtet

und  befruchtet,  dahz  deine  Blüte  in  neuer,  geläuterter
  öner  *  erstehen  lonnte!

r  Nagelsaat  auf  dem

Boten  der  *  nauf  an  Knauf  in  za  oser

Menge,  .  es  und  sing'’  es  das  hohe  Lied

von  der  rastlos  schaffenden,  unermüdlich  gedulmitgliedern,

  die  sich  ihrer
auschlossen,  um  mit  Jeuge

Vorganges  zu  sein.

Hehre  Stimmung  lag  auf  der  glänzendin
Versammlung,  wie  sie  vielleicht  hier  noch  nicht
nahrgenommen  wurde.  Alle  waren  sich  der
Grôhe  und  des  Ernstes  des  Augenblickes  wohl
bemußk,  als  in  mächtigen  Allorden  ein  schneidiger
  Hindenburgmarsch  von  Herrn  Oberleutnant
v.  Bomhard  die  Feier  einleitete.  Mächtig  er-Krifsen
  wurden  alle  von  dem  kernigen  Spruch
in  Versen,  in  marligen  Worten  verfaßt  ron
einer  ehrw.  Lehrerin  unserer  höheren  Mädchenschule
  und  mit  feinster  Alzentuierung  vorgetragen
  von  der  Schülerin  Seiler,  Tochter  des

Herrn  Schuhmachermeisters  Seiler.  Und  höher
hob  sich  der  Geist  noch,  als  unmittelbar  darauf
die  Kapelle  mit  der  Uangvollen,  ewig  schönen
und  tief  wirlenden  Weise  Beethovens  „Die
Himmel  rühmen“  den  Gedanlken  des  Vorspruches
nahm  und  ihn  ueiter  spann  und  vertiefte
und  eindringen  ließ  in  die  Herzen  der  mächtig
ergrissenen  Zuhörer.

Wieder  trat  feierliche  Stille  ein.  Der  Vorsitzende
  des  Ortssammelkomitees,  Herr  K.  Hofrat
  Bürgermeister  Wüst,  angetan  mit  der  Ehrenlette
  des  Bürgermeisters,  betrat  das  Rednerpodium.
  Was  er  zur  Verfammlung  sprach,
war  ein  Meisterwerk  der  Redekunst,  waren  tief
gefühlte  Worte,  welche  den  Ernst  und  die
Schuere  der  FZeit  restlos  erfaßten,  welche  uns
hinzogen  zu  dem,  das  heute  aller  Herz  erjüllte.
Es  waren  Worte  ehrlicher  aufrichtiger  Begeisterung
  für  die  Sache,  Worte  der  Mahnung,  der
Erhebung,  des  Trostes,  Worte,  welche  mit  eisernem
  Grifsel  in  das  Buch  des  Lebens  unserer
Stadt  eingeschrieben  bleiben,  Worte,  die  sich
nicht  verwiüschen  lassen  aus  dem  Gedächtnis  aller,
weiche  dem  hehren  Alte  anwohnten.  Ein  Bruchstück
  aus  der  feinsinnigen  Rede  würde  ihre  gianzende
  Wirlung  zerstören  und  ertöten  lassen.
mir  lassen  sie  im  Wortlaut  folgen,  um  sic  in
ihrer  ganzen  Nachhaltigkeit  auch  auf  jene  ein.
wirken  zu  lassen,  welche  der  Feier  nicht  anuohnen
  lonnten.  Mächtig  und  aus  froh  bemegten
  Herzen  brauste  das  Hurra  durch  den
Saal,  mit  dem  die  Rede  schloßz.  Das  Orchester
stimmte  „Deutschland  über  alles“  an,  die  ganze
Corona  setzte  freudig  bewegten  Herzens  mit  ein,
und  weit  über  die  Stätie  des  Festes  hinaus
verlündete  der  wuchtige  Klang  der  Stimmen
das  erneute  Gelöbnis  zum  Durchhalten  an  der
Front  in  der  Heimat.

Herr  K.  Hofrat  Wüst  verlas  noch  den  Wortlaut
  eines  Huldigungstelegrammes  an  den  König,
  mit  dem  er  die  vaterländische  Begeisterung
von  neuem  weckte.  Ebenso  soympathisch  wurde
der  Drahtgruß  des  Herrn  Seminardirelktors
Eid  enlgegengenommen,  des  Stifters  des  zum
Kriegswahrzeichen  gehörenden  „Eisernen  Buches“,
  der  sehr  bedauerte,  der  Feier  leider  nicht
anwohnen  zu  können.  Diesem  Bedauern  gab
er  noch  in  einem  Schreiben  an  Herrn  K.  Hofrat
Wüst  besonderen  Ausdruck.

Auf  das  Tolegramm  des  Königs  ist  am
Montag  folgende  Antwort  an  Herrn  K.  Hofrat,
  Müst  aus  München  eingetrofsen:  „Ihnen
und  der  zur  feierlichen  Nagelung  der  Eisernen
Rose  vereinigten  Festversammlung  sage  ich  herzlichen
  Dank  für  den  Huldigungsgruß  und  die
treuempfundenen  Segenswünsche.  gez.  Ludwig“.

Und  dann  begann  die  Nagelung.'  Die  Einleitung
  damu  gaben  liebe  Worte  des  Vertreters
  der  Regierung,  Herrn  Reg.-Rates  Stößel,
welscher  der  Stadt  Dank  und  Anerkennung  für
das  sinnige  Wahrzeichen  widmete  und  die  Großtaten
  unserer  tapferen  Armee  und  der  wagemutigen
  Flotte  pries.  Den  ersten  Ehrennagel
schlug  für  die  Stadt  Rosenheim  Herr  K.  Hof.
rat  Wüst  in  die  Mitte  der  Nose  ein,  und  dann
reihte  sich  Nagel  an  Nagel.  Und  alle  spendeten
aus  nie  versagender  Opferwilligkeit  bereitwilligst

hoffnungsfroh  die  Heimat  verließen.  Im  Geiste
legen  wir  dich  nieder  auf  all  die  stillen  Heldengräber
  im  Heimatland,  im  fremden  Land,
auf  Bergeshöh'  und  in  der  Meeresflut.  Euch,
ihr  verklärten  Krieger,  mögen  blüh'n  die  unverwelllichen
  Rosen  himmlischer  Freuden,  aber  auch
die  Nosen  unserer  unauslöschlichen  Dankbarleit
gegen  euch  sollen  nie  verblüh'n  in  unsern  und
unserer  Kindeskinder  Herzen.

Sei  dann,  du  eiserne  Rose  an  jenem  ersehnten
Tag  als  festlicher  Willkommgruß  bereit  für
unsere  heimkehrenden  Sieger!  Sag's  ihnen,  wie
wir  in  der  Heimat  mit  ihnen  gelämpft  und  gelitten,
  für  sie  und  ihre  Lieben  in  der  Heimat

arbeitet  und  geberga  und  ihnen  zu  sitem
Frreroreie  dieses  Eisenmal  errichtet  haben!
Lehrerin  und  Mahnerin,  eiserne  Rose,  mögest
du  sein  unserer  Jugend:  vaß  sie  sich  würdig  ereeis
  ihrer  Heldenväter  und  Heldenmütter,  und
cder  Opfer  nie  vergesse,  die  sie  sich's  FSgt
ließen,  um  das  Wort  zu  erwahren:  „Unsere
Kinder  sollen's  einst  gut  haben“;  daß  sie  lernen
  von  der  eisengegürteten  Rose  eiserne  Zucht
und  leusche  Sitte,  glühende  Liebe  zu  Gott  und
König  und  Vaterland!

Nicht  an  leßter  Stelle  vonf,  du  ei  6

Fahnenabordnung
des  denkwürdigen

vigen,  treuen  beharrlichen  deutschen  Kleinarbeit,  hohes  Lob  und  rr:
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Wo  een  Eer  ank  den  belden  „Ibfinnigen
  Ehrenbürgern  unserer  Skadt,  die  di  *

die  Namen  all  der

 

4  ul  W3  Faues
hr7  aestiftet  haben.  Warmen  Dank  dem

Rosenheimern  in  der  Ferne  zur  Verlesung,  von

 

ihre  Gabe  für  die  Nationalstiftung  und  für  die
Kriegefürsorge  in  Rosenheim,  jeder  nach  seinen
Krästen.  Hiebei  walteie  Herr  Sekretär  Kögler
  mit  Eiser  und  mit  Ruhe  seines  Amtes  als
Schatzmeister  und  händigte  den  Spendern  das
Eiserne  Buch  aus  zur  Eintragung  der  Namen,
damit  auch  die  kommenden  Eanshere  wissen
und  erfahren,  wie  in  schwerer  Kriegszeit  Rosenheim
  sich  aufopfernder  Fürsorge  widmete.  Es
wollte  sast  kein  Ende  nehmen,  so  groß  war  die
Jahl,  welche  sich  zur  Rose  drängte.

ie  Musik  spielte  einige  valerländische  Märsche,
  verließ  aber  vorzeilig  den  Saal,  um  die
Jugendwehr  mit  klingendem  Spiele  zurüchzubegleiten.
  Die  Feier  ging  zu  Ende,  nicht  aber  wird
der  Eindruck  verlöschen,  den  sie  mit  der  ganzen
Kraft  ihrer  Größe  und  ihres  inneren  Gehaltes
tief  eingrub  in  Herz  und  Sinn  aller,  welche
Zeugen  waren  des  großen  Ereignisses  für  Rosenheim
  im  Weltkrieg.

Am  Nachmittag  war  die  Nagelung  allgemein
  freigegeben.  Gar  viele  waren  es,  welche
von  3  Uhr  ab  ihre  Schritte  zu  unserem  Kriegswahrzeichen
  leukten,  um  die  Kriegesnöte  lindern
zu  helsen.  Sie  alle  gaben  gern  und  reichl  ich,
sie  schlugen  freudig  Nagel  an  Nagel,  immer
nehrhafter  wurde  unser  Wappenschild.

Nochmale  war  eine  Feier  vorgesehen.  Sie
solgte  am  Abend  und  hatte  o  gewallige  Zuglraft,
  daß  der  Saal  des  „  Deutschen  Kaiser“
bis  auf  das  letzte  Plätzchen  besetzt  war.  Neben
dem  Orchesterverein  hatten  jetzt  die  Liedertasel
und  der  Männergesangverein  die  Bestreitung
der  Vortragsfolge  übernommen.  Unter  Herrn
Hauptlehrer  Hutlerers  durchdringender  Leitung
und  unter  mächtig  wirkender  Orchesterbegleitung
lamen  RNäsporers  packendes  „Sängers  Gebet“
und  Podbertslys  „Friedrich  Rotbart“  machilvoll
  zum  Vortrag.  Und  dann  sprach  Herr
Oberregierungsrat  Koch  in  schwungvollen  Worten
  zu  der  Versammlung,  in  Worten,  welche
nochmals  ein  Stück  Kriegsgeschichte  vor  unseren
Augen  erstehen  ließen.  Auch  Herr  Buchdruckereibesiher
  Lippott  überbrachte  treudeutsche  Grüße
freundnachbarlichen  Gedenkens  aus  Kufstein,  die
innigste  Begeisterung  wachriefen.  Nochmals  vereinigten
  sich  die  beiden  Gesangvereine  zu  dem
wirlungsvollen  „Soldatenlied“  von  Kremser,
und  in  zwangloser  Folge  seßzte  dann  Meister
  Kämpfel  mit  seiner  launigen  Poesie  ein.
Er  brachte  Vieles  und  Gediegenes,  alle  jubelten
ihm  zu.  Dazwischen  reihten  sich  wieder  ganze
Scharen  vor  dem  Wahrzeichen,  um  die  eiserne
Wehr  unserer  Rose  zu  ergänzen,  zu  vervollständigen.
  Es  gab  tatsächlich  niemand,  der  sich
davon  hätte  zurüchalten  lassen,  alle  waren
opferbereit,  alle  gebefreudig.

Weiter  kamen  Briefe  und  Telegramme  von

den  Herren  Rechtsanwalt  Scheuer  aus  Lodz,
Oberstabsarzt  Dr.  Karl  Lechleuthner,  Oberstleutnant
  Hagen,  Statthaltereirat  Bruder  in
Kufstein.

Die  Feier  der  Erstnagelung  bildet  einen
Markstein  in  den  Kriegsereignissen  unserer
Stadt.  Die  Eiserne  Rose  wird  nach  ihrer  Entsalluung
  der  Stadt  und  ihren  Einwohnern
zur  Ehre  für  vaterländische  Opferfreudigkeit,  zur
Eninnerung.  an  große  Zeit  und  zur  Mahnung
für  alle  kommenden  Geschlechter  dienen.  Sie
beilbt  ein  Denkmal  vertrauensvoller  Siegeszuversicht,
  ein  Ehrendenkmal  für  das  tapfere  Heer
draußen  auf  blutiger  Wahlstatt.

K##cchiel.
Rosenheim,  3.  April.

Aufdem  Feldeder  Ehregefallen:
Anton  Hallweger,  Lehrer  in  Schloßberg,  früher
in  Vagen,  Sohn  des  Oberlokomotioführers
Anton  Hallweger  in  Rosenheim,  Offizierstelltrefflichen

  Künstler,  der  vor  Jahren  schon  durch
ein  schmuckes  Kunstwerk  unsere  Stadt  geziert

Freudigen  Dank  und  Willkommgruß  allen
hohen  und  lieben  Festgästen,  dem  Vertreter
Sr.  Exzellenz  des  Herrn  Regierungspräsidenten,
  den  Vertretern  der  Armec,  der  Kgl.  Behörden,
  der  städtischen  Kollegien,  der  Vereine
und  nicht  zuletzt  dem  Vertreter  unserer  lieben
Tiroler  Bundesbrüder  aus  der  schönen  Nachbarstadt
  Kufstein.

Inmnigen  wärmsten  Dank  enblich  euch  allen,
Rosenheims  Aseemutgen  Bürgern  und  unseren
  holden  Rosen,  den  mütterlich  sorgenden
Frauen  und  fleißigen  Mädchen:  die  eiserne
Rose  soll  fürderhin  laut  rühmen  eure  tausendfachen
  Op#  er  an  Gut  und  Geld,  an  Zeit  und
Arbeit  im  Diete  der  iegsfursorgenben  Charitas
  unserer  Stadt

Nun,  bluh  auf,  du  Eisenrose,
B###im  rauhen  Kriegeslleide,
Spend'  aus  deinem  heil'gen  Schoße
Linde  Labung  wundem  Leide!
Bald  des  Fiede  Hauch  dich  kose,
Eisenrose,  kriegsgeweihte!
Aus  W  Bayeru#s  Rosengärtlein,
  dert  Siegel  ar  r  #tigen  Strombanv  des
E—  ver  Deutschland  esterreick  eng  ver-Der

  Liebe  unseres  Kaisers  mi  miseres

Kö#
gr  nnseres  Reiches  unb  unseres
beimorlame

 

Rausch,

Wi
nal“

n  in  ver-We  sehe
Wmsp  esan

 

der  s  he  uinserer  tapferen  Artmee  —
A--ein  domnernd  Hurra-Sach  #  .

vertrefer  im  3.  Inf.  wete  Inhaber  Ves  Eisernen
  Kreuzes,  wegen  hervorragender  le  etleit
in  ber  „Banerischen  **9  ——

Auszeichnungen  im  F  er  Pionier
  Viltor  Weindl,  in  einer  in
lung  des  2.  Armeelorps,  Sohn  des  Bahnschaffners
  Ed.  Weindl  in  Nosenheim,  ist  mit
dem  Militärverdienstkreuz  mit  Schwertern  ausgezeichnet
  worden.

Die  „Eiserne  Rose“  ist  in  den  Rääumen
der  Kriegsfürsorgestelle,  Sedanstraße  9,  erster
Stock,  aufgestellt.  Zwischen  9  und  12  Uhr
wermittge  kann  täglich  dort  genagelt  werden.

Postdienst.  Der  Postbote  Ernst  Furiner
von  Endorf  wurde  zum  Schaffner  in  Prien  in
etatsmäßiger  Weise  befördert.  Versetzt  wur.
den  in  etatsmäßiger  Weise  auf  Ansuchen  die
Postboten  Stefan  Manhart  von  Emmering  bei
Aßling  nach  Weyarn  und  Lorenz  Hanseder  von
Weyharn  nach  Emmering  bei  Aßling.

Namensänderung.  Genehmigt  wurde,
daß  Peter  Rausch,  geb.  21.  April  1870  zu
Traunstein,  Anna  2  ooriea,  geb.  Prechtl,  geb.
17.  Juli  1866  zu  Bad  Reichenhall  Joseph
Peter  Nausch,  geb.  7.  Okt.  1900  u  Rolenhein,
  Therese  Cuise  Rausch,  geb.
21.  Jan.  1902  zu  Rosenheim,  Heinrich
geb.  **dm  Mai  1875  zu  Traunstein,
Walburga,  geb.  Kotzi,  geb.  27.  Februar  1873
zu  Uebersee,  Heinrich  Alois  Rausch,  geb.  21.
März  1902  zu  Traunstein,  Alois  Raulch,  geb.
5.  April  1903  ret  Traunstein,  Wolburga  Amg.
lie  Rausch,  geb.  25.  Januar  1905  zu  Winterschneidbach,
  Franz  Kaver  Peter  Rausch,  geb.
15.  August  1908  zu  Soyen,  Peter  Joseph
Rausch,  geb.  8.  Juli  1910  zu  Soyen,  Konrad
Rausch,  geb.  24.  Aug.  1913  zu  Soyen,  Franz
Xaver  Rausch,  geb.  23.  Sept.  1876  zu  Traunstein,
  Amalie,  geb.  Mulzer,  geb.  21.  Jan.  187
zu  Traunstein,  Amalie  Marianne  Rausch,  geb.
13.  Jan.  1911  zu  Traunstein,  Konrad  Rausch,
geb.  1.  Sept.  1878  zu  Trounstein,  den  Familiennamen
  „Krutzenbichler“,  der  Rechte  Drilter
  unbeschadet,  annehmen  und  fortan  führen.

Aufgegriffen.  Eine  18  Jahre  alte  Kaufmannstochter
  aus  Haagen  (Westfalen),  di  L
vom  Elternhause  entfernte  und  unter
Namen  in  München  wohnte,  konnte  in  10  enheim
  aufgegriffen  werden.

Schließung  von  Moetzgereien.  Wie
verlautet,  beabsichtigt  die  Staatsregierung,  denjenigen
  Metggern,  welche  in  der  gegenwärtigen
Zeit  ohne  zringende  Gründe  ihr  Geschätt
schließen  sollten,  die  Erlaubnis  zu  ihrem  Schläckl#ereibetriebe
  zeitlebens  zu  entziehen.

Die  sriegslage.

WITB.  Großes  Hauptquartiser,  den
J.  April,  vormittags.  AmtlichW

Wesstlichen  Kriegeschenplas.

Links  der  Maas  sind  alle  Stellungen  des
Feindes  nördlich  des  Forges-Baches  zwischen
Haucourt  und  Bethincourt  in  unserer  Hand.

Südwestlich  und  südlich  der  Feste  Douaumont
  stehen  unsere  Truppen  im  Kampf  um
französische  Gräben  und  Stützpunkie.

Oestlicher  Urtegsschauplac

An  der  Front  hat  sich  nichts  Wesentliches
ereignet.  Durch  deutsche  Flugzeuggeschwader
wurden  auf  die  Bahnhöfe  Pogorjelzy  und  Horozano
  an  der  Strecke  nach  Minsk  sowie  auf
das  Truppenlager  bei  Ostrowki  südlich  von
Mir  Bomben  geworfen,  ebenso  von  einem  deutschen
  Luftschiff  auf  den  Bahnhof  von  Minek.

Balkankriegsschauplatz.

Nichts  Neues.

 

4  "  ·4

Heeres=  und  Marineluftschiffe  haben  heute
Nacht  die  Doks  von  London  und  andere  millitärische
  wichtige  Punkte  der  englischen  Osttuste
sowie  Dünkirchen  angegriffen.

Oberste  Heeresleitung.

Der  amtliche  österreichische  Bericht.

WIB.  Wien,  3.  April.  Amttich  wird  verlautbart:


Russischer  Kriegsschauplatz.
Die  feindliche  „Arlerie  entfaltete  gestern  fast

auf  allen  Teilen  Nordostfront  eine  erhöhte
Tätigkeit.  Somse  rn  besonderen  Ereigrtsse.

Der  Stellvertreter  des  Chefs  des  Generalftab-:
———  Helbirarii  rt.
Die  Polenhetze  in  Rußland.
ien,  3.  April.  Das  „Neue  Wiener
be.  unter  Anführung  zahiriich-  —Jz“

Ehheiten.  !!  "5  n-  1.

Frorrspee  betrieben.
-.  ten-ne  Eg-  der  umbemkttesten
täglich  schlimmer.  (3J.)

 

Werterbericht  für  —  den  4.  #
„  4  "  Keine  wesentliche  Aenderung,  a.#  #