Metadata : Rosenheimer Anzeiger. 63. Jahrngang (63)

Kummer  8

KolenLiektt  Allgelze#

Freitag,  12.  Jannar  7011

 

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schen  Verfahren  jährlich  50  0O00  Tonnen  Salnetet
  und  nach  dem  Kalkstidstofsoerfahren  0
mehr  ergeben.  Für  NRohmaterial  stehen  die
geeigneten  unerschöpflichen  Kallvorkommen  am
Untersberg  und  im  Innlal  zur  Versügung.  Die
Herstellung  und  Verfrachtung  von  weiteren
50  060  Tonnen  Stickstoff  würde  dem  Lande
Steuern  und  sonstige  Abguben  sowie  große
Taachteinnahmen  zuföhren.  50000  Taonnen
Stidstoff  in  Form  von  Soaipeter  sind  imstande,
den  jäh  lichen  Ernte  tag  um  kund  200  000
Tonnen  zu  heben.  Beschränkt  sich  die  Verwendung
  des  Salpeters  auf  Bayern  allein,  s#  kann
die  bayerische  Volkowir#t#schaft  daraus  einen
jäh-lichen  Rutzen  von  41!—50  Miliionn  Mark
ziehen.  Nach  dem  Urteil  von  Gelehrten  und
ers.  hrenen  und  erfolgrecchen  Landwirten  mußte
Vayern  jährlich  mehrere  hundecttausend  Tonden
  Stickstoff  rerarbeiten,  wenn  es  ralionelle
Vodenbewirtschaftung  treiben  will:  an  Bedarf
lann  es  daher  nicht  fehlen.  Dura#z  ersieht
rian  die  Wichtigleit.  einheimisch:  Kräste  voll
aus  zzuwerten  und  für  geel  ignete  Zwecke  zu  verwenden.
  Wollie  man  den  Inn  für  die  Volkl#ernährung
  nicht  heranziehen  o#de:  jür  Aluminium
verschneid:  n,  so  wird  die  bayerische  Vollewirtaft

  jährlich  um  eine  hohe  Summe  geschädigt
sein.

Der  Einwand,  daß  gegenwärtig  nur  die
Möglichleit  besteht.  aus  dem.  F’#n  40  0)  bis
*n00  S  für  Aluminium  u  verwerten.  iit  für
die  Verschneidung  der  Kräfte  umsomente:  ein
lzund,  als  der  Aufrand  für  den  lleineren
Ausbau  nahezu  auch  fur  den  Vuollauz  un  reicht.

Haben  Länder  mit  wesentiich  wiriger  Einwohnerzahl
  als  Bayern  wie  die  #  weil,  Schneden
  und  Norwegen  Werle  mit  viel  gröter  em
Amsange  ins  Leben  gerufen,  aĩs  jie  hier  in
Ftage  kommen,  so  mussen  au  in  Bagern  die
für  die  Verwertung  des  Krait:.  baischusse  er
iosdeklichen  Anlagen  möglich  ein.  und  zwar
cuch  dann,  wenn  der  Nord.  u  eine  Umtcestatzung
  dasür  nicht  gewährt.  Bayern  muß  sich
siber  helsen,  wie  es  auch  seinen  Auteil  am
Kriege  trägt  und  an  den  lommenden  Lasten
liagen  muß  und  tragen  wird.  (M.  N.  N.)

Hol-  und  Personaluachrichleu.

München.  10.  Jannar.  Diwvisionszpfarrer
Rupert  Mayer  aus  München  rurde  am  Fuße
turch  einen  Granatschuß  ichmer  verletzt;  der
Xus#  mußte  ihm  unter  dem  Kuie  abgenomnien
  werden.  Er  in  der  erste  Feidgelstliche,
der  sich  das  Eiserne  Kreuz  1.  Klasse  verdiente.

würzburg,  10.  Januar.  v.  Napymundus,
det#  frühere  Fürst  zu  Lowenstein,  ill  im  Doinnikanerkloster
  zu  Köln  nicht  unbedenilich  er- 



krankt.  Karl  Fürst  zu  Löenstein  ist  1334
geboren,  sicht  also  im  33.  Lebensjahr.  Im

Jahre  1907  ist  er  in  das  Dominilanerkloster
  zu  Venlo  (Holland)  eingerreten.

Käochener  Neuieteller.

München.  10.  Januar.  Die  sogen.  landornchaftl.
  Woche  wie  sie  in  der  ersten  Hälfte
der  nächsten  Woche  in  München  stattfinden
Wid,  vereinigt  zahlreiche  Landwirte  zu  wichtigen
  und  lehrreichen  Arbeitztagungen.  Am
Montag,  den  15.  Januar,  10  —12  Uhr  vormittags,
  tagt  der  Bayer.  Saatouchtverein  im
Kunstgewerbevereinehaus  (Pfandhauestr.  7)  mit
voritägen  von  Gutsbesitzor  Pflug-Balters.
Lach  und  Prof.  Dr.  Kießling;  an?  Rachmitag

 

 

sehte  suh  an  das  Bet  Kurt  von  Wissows.

Wie  doch  das  Sua,ictsal  jo  oit  in  Veradczu
merlwür  diter  Weije  eingreift,  dachte  er  dei  lich
und  schame  aufs  den  Granatrest,  der  vor  ihm
auf  dem  Tische  sland.

Sodann  erwarteie  er  jeden  Tag  Nachricht
don  Groß  Wilhelmshot,  wohin  er  sofort  gescrieben
  halie.  Rictig,  man  war  ja  wieder
im  Bewegungskrieg.  und  da  dauerte  die  Reise
eines  normal  gebenden  Feldpostbriefes  meist
drei  Wochen.

Blume  half  nun  bei  der  Pflege  des  Leutnants
  mehr.  da  die  junge  fran  zölisch  e  Gräfin
am  beutigen  Tage  gar  nicht  mehr  im  Krankenzimmer
  erschien,  sondern  sich  in  ihr  kleines
Boudoir  zurückgezogen  hatte,  um  dort  ihrem
Kummer  und  ihren  Träuen  freien  Lauf  zu  lassen.

Die  beiden  folgenden  Tage  waren  für
den  Verwundeten  bochst  kririscher  Natur,  denn
wenn  das  Fieber  slieg  und  die  eben  zugeheilten
  Wunden  wieder  aufbrachen,  dann  war
wieder  direkte  Lebensgesahr  vorhanden,  und
an  einen  Transport  war  nicht  zu  denken.

Am  Nachmittag  des  zweiten  Tages  aber
sollte  ein  ganz  merkwürdiger  Umschwung  in
allem  eintreten.

urt  lag  noch  immer  ohne  Besinnung  in
seinem  Bett,  Karl  Blume  saß  neben  ihm,  und
VGenevieve,  die  auch  wleder  für  elnige  Stunden
zur  Pflege  anwesend  gewesen  war,  hatte  sich
in  ibren  kleinen  Salon  zurückgezogen.  Dort
aß  sie  mit  tiestraurigem  Blick  am  Fenster,  als
kin  großes  Relseautomobil  mit  den  Abdzeichen
des  Roten  Kreuzes  in  den  Hof  des  Gutes  einhr
  und  direkt  vor  der  Haupttreppe  hielt.  Eine
große,  schlanke  Schwester  entstieg  dem  mächtigen
Neisewagen  und  schaute  sich  frei  und  ohne

 

vergistung  vermutet.

hätte,  d

 

U.  m  Kriiegsschanplatz  in  Rumänien.

Von  den  Rumänen  im  Alt-Tal  bei  ihrer

Flucht  gesprengte  Paßstraße.  Deuliche  Fioniere

ardelten  an  der  Wiederherstellung  derselben.

 

 

findet  im  Dandwirtschaftsralsaol  Vertreterveisammlung
  des  Landesverband--s  der  Bayer.
Aclerbauvereine  statt.  Dientas,  den  10.,  halt

der  Klub  bayer.  Landmirte  im  erstgenannten
Saale  in  der  Piandharsstraß=  Nr.  7,  von
10—12  Uhr.  mit  einem  Vortrage  de-  Prof.
Dr.  Dade  Berlin  über  die  Zulunf  raufgas  u
*.  Landrirtse  caft  (lür  Nichim:  blall  ders  5  Mr.
Eintritt)  seine  Tagung.  Am  17.  it  Foüezung
  de:  Bayer.  Landwirtschaitsrats  mit  folgender

  Tagesordnung:  1.  Veranschlag  der
Einnahmen  und  Ausgaben  de:  Bayer.  Landfür

  1917;
Massei!:  2.

(Berichterstatter:
Hilssdien#tgesetz

wir#tschaftsrates
Neichoral  von

und  Landwirtichift.  (Verichzerstatter:  Bezerlsamisassesor
  Dr.  Sturm.)  3.  Verschiedene

geschäftliche  Vorlagen.

München.  10.  Jannar.  Seit  dem  2.  ds.
Mts.  werden  zwei  hiesige  Schnersch#hläufer  im
Mosangebiet  vermißt.  Es  handelt  sitm  um  de:
Privatdezenten  Dr.  G.  von  Kemnit  und  Frl.

Wally  Gregerevius,  in  ihrer  Gesc  amtleilhlaberin
  Frl.  Gertrud  Seelenôinder  den  Silreilerabend
  auf  der  Erfurter  Hitle  zubrachten.
Wahtend  Frl.  Stelenbindet  am  2.  Jenuar  wie
der  die  Hütte  verlied,  um  ind  TII  3/4  sahren,
unlernahmen  Dr.  von  Kemmz  und  Frl.  Gregotrodius
  einen  Ausfiug  mi:  Schneeschuhen  auf
den  Rofan,  von  dem  sie  bis  jetzi  noch  nialt
zurückgekehr:t  sind.  Eine  Nettungs-Expeditiomn
tehrte  erfolglos  zurück.

Bavertiche  Nachrichfen.

Tittmening,  10.  Januar.  Bei  einem
Vieubau  der  Wackerschen  Konalbauacsellschaft
in  Weberau  stürzie  der  ledige  Taglöhne·=  Matthias
  Schneidermaier  von  Gra'set.  A.-G.  Aitötting,
  ab  und  blieb  augenblickiich  tot  liegen.

Ingolstadt,  10.  Januar.  In  Gaimerrheim
sind  sieben  Stück  Viel  des  Schäfere  Maier
innerhalb  weniger  Tage  rerendet,  nemlich  2
Ochsen,  2  Kühe,  2  Schafe  und  1  Gans.  Der
dadurch  verursachte  Schaden  veträgt  annähernd
10  000  Mark.  Die  Ursache  ko#ne  noch  nicht  feilgestellt
  uorden;  doch  wird  bösui#lilse  Wasser- 



Grenzieme.

Salzburg.  10.  Jnnuar.  Bei  einer  Slitrür
in  den  Radstädter  Tauern  hat  die  22jährige
Tochter  des  Militärkommandanten  von  Graz,
Fenerals  der  Insanterie,  Hug?  o.  Martiny,
der  seit  einigen  Tagen  mit  Gattin  und  Tochter
in  den  Obertauern  ueilte,  durch  eine  niederacgangene
  Lamine  den  Tod  geiunden.  Die
Lciche  wurde  geborgen  und  nach  Radsladt  gebracht.


 

 

Helst  durch  Abgabe  Eures  Goldes
unsere  Kampfmittel  stärken  und  den
K#ieg  verkürzen.

 

 

 

 

Bowerisches  oberland

Grosikarolinenfeld,  10.  Jan.  VaeselDwe
del  Mar  Mayer,  Lehrer  von  hier,  ein  Sohn
der  Gendarmerien  achtmeinter-witwe  Fra#
re:  Mayer  in  Muhldorf.  Ueicher  jelt  einiger
Zei  als  vermiöt  gemeldet  war,  befinoct  sich
in  franzöfischer  Gefangenschaft.

Vad  Uibling,  1u.  Nanuar.  Bei  der  heute
r  itlags  9  Uhr  unter  Leitung  des  Herrn

Ren.  Nates  Poxp  stattgehabten  Wa  eines
Bürgermeisters  für  Bad  Aibling  wurde  der
G“  mei  ind  verollähins  Heir  Apotheker  NRuf
mit  17  von  22  abgegebenen  gültigen  Stimmen
  zum  Bürgermeister  gewählt.  Vier  Stimmen
  sielen  auf  Herrn  Macistratsrat  Rößler
  und  eine  Stimme  auf  Herrn  Posthalter
unod  Vo  siend  n  de#  Gemeindekollegums  Kmabl.
Durch  die  Wahl  des  Gememdebevollmächtaten
Herrn  Apothelers  Ruf  Büccermeister
tuiti  der  erste  Ersatzmann  der  Gemeindebvollmächtigten.
  Herr  Kaufmann  Weinberger  in
das  Kollegium  der  Gemeindebevollmöchtigten
ein.

Bad  Aibling,  10.  Januar.  Ein  geachteter
biesiger=  Vurger,  der  ehem.  Gold-  und  Süberarbeiter
  Peter  Wildenauer,  nurd-  au½n  dem
Eriedhofe  tödlich  vom  S-haage  getrofsen.

 

Scheu  EE  rr#

zu  beiden  Seiten  der  Schien  ,
quoll.  ließ  in  Genevieve  eine
steigen,  aber  daran  konnte  sie  la“
glauben.

Gne?  *2

  

un
gar  nicht
Je#  trat  die  barmberzitne  Schwester  ins
Schloß  ein,  legitimierte  sich,  und  da  war  a
schon  der  Stabsar3t.  Er  nahm  sie  in  E
lang  und  gel  ucte  sie  in  sein  Ardenszimmer.
Nach  einer  Biertelstunde  erhob  e:  ####  und
sragte:
„So,  wen  wollen  Sie  nun  zuerst  sehen?
hre  Frcundin,  die  lopsere,  junge  Grasin,  oder
Kurt  von  Wussow?“
„Die  Gräfin“,  entschied  die  Schwester  lurg.
Leise  trai  die  Krankenschwester  ins  Boudoir
ein  und  blieb  in  der  Mitte  devielben  jür  einige
Augenbiicte  iteden:  da  aber  wandte  sich  Qenevièye
  plolich  um,  und  nun  verlor  sie  alle
Haltung,  Uürzte  auf  die  andere  zu  vnd  rief

„ECthel!“
Dann  lagen  sich  die  beiden  Freundinnen
in  den  Armen.

Verzeih'  mir,  Ethel.,  verzeih',“  schluchgte
die  lieine  Komtesse  ein  über  das  andere  Mal,
bls  dann  die  Amerikanerin  sie  beruhigend  froate:

„Aber,  Kind,  w  denn  nur?  Was
ich  dir  denn  verzeihe

„O  Ethel.  du  desst  mir  nicht  böse  sein,
du  ahnst  ja  nicht,  was  ich  leidc,  und,  UNebe,
beste  Ethel,  ich  wollte  ihn  dir  wirklich  nicht
abspenstig  machen!  O  nie,  nie  hätte  ich  ihn
angeseehen,  wie  ich  es  tat,  wenn  ich  geahnt
aß  ihr  euch  liebt!  O.  warum  hast  du
mir  das  Verbelndicht7  Ich  bin  ja  so  entsetzlich
  unglücklich!“

 

Ctbei  Wucor  sirich  ihr  leise  und  in  alter
Freundschast.  über  das  ichöne.  seidenweiche
ihwargze  Haar,  zog  die  kleine,  leicht  erregbare

Französin,  wie  sie  es  einst  oft  in  der  Pension
in  Oenf  getan  hatte,
„Arme  Rleine  weine  dich  aus!

dich  tiefer  getrofsen.  als  du  es  zeigen  willst.
Komm,  gib  mir  einen  Kuß!  Wie  soll  ich  dir
böse  sein?  HO  nein,  mein  armer  Lieoling,  du
tust  mir  von  ganzem  DVerzen  leid.  und,  mein
liebes  Herz.  dic  Zeit  wird  dich  auch  das  vernessen
  lehren.  So.  laß  uns  nun  erst  ein  wenig
seyen,  denn  auch  ich  muß  mich  sammeln!
Vedenke,  was  ich  zu  leiden  habe!  Der  Mann.
der  ein  zige.  den  ich  je  geliebt  habe  und  liebe
und  immer  lieben  werde,  (Cge  droben  zu  Tode
wund,  zerschalsen  von  dem  Fisen,  das  ein  verblendeter
  giziger  und  nur  auf  Geschafte
##hauender  Mann  verkauft  dat,  der  Mann,  der
meln  Vater  ist!“

r  —  ich  habe  keinen  Vater  mehr!
Nein.  das  kann  ich  ihm  nie,  nie  in  meinem
Leben  verzeiben,  wenn  ich  damit  auch  dem
Vesetz.  das  Gott  uns  gegeben  hat,  Vater  und
Mutter  zu  ehren,  entgegenstehe!  Ich  will  Gott

.  täglich  bitten,  mir  diese  schwere  Sünde  zu  verzeihen;

  aber  daß  die  geschäftsglerige  Hand
meines  Vaters  mir  mein  Liebstes  auf  Erden
durch  seine  Eisenstücke  zu  rauben  droht,  o  mein
ott,  nein,  Geneoic#.  das  #zertrage  ich  nicht!“
nd  aus  der  Tröstenden  war  eine  Trost-=bedürftige
  geworden,  und  Genevièbe  mußte  nun
der  armen,  zusammengebrochenen  Ethel  freundlich
  G  berälich  zureden.
tarb  er!  Nun,  dann  trauerten  belde  in
nisten  Lelde  einem  lleben  Menschen
nach!  Blleb  er  am  Leben!  —  Aa  —

Then

—...

Sih#n#des  Kolleglan#
der  Gemei#ebe  vollmschtiglen  der
Stadt  Rosenheim.

am  Mittwoch,  den  10.  Jannar  1917,
vormittags  9  Uhr.

Anwesend:  13  Mtglieder.

Vorsihender:  G.-B.  Finsterwalder.

Gemeinsame  Sizune-.

Vor  E  ntritt  in  die  Tagesordnung  fand  eine
kurze  gemeinschafliiche  Sigung  mit  dem  Stadtmagistrat
  statt,  um  die  Vertrauensmänner  Fir
Ausstellung  der  L#ste  der  Söffen  und  GeschKenen
  für  1917  zu  wählen.  Die  Sitzung
leitete  N.  N.  Kür-inger.  SZi##  endete  mit  dem
Reschluh.  die  bioherigen  Vertrauenzmänrer
durch  Atklemat  on  wiedermwählen.  Somit  sind
ass  der  Vorsitzende  des  Kollegiums  der  Gemeindebe###lmachtigten
  Bäckermeister  Finstermwalder
  und  Kunnmühlbesitzer  Oswald  auch
fur  1917  gewährlt.

Aus  dem  Einlaufs.

□u  Beginn  der  Sitzung  des  Kolleiums  der
Gemeindeberollmächtigten  gab  der  Vorsttzende
zunächst  das  Eluckteunschtelegrarnn  der  Stadt
zum  Geburtstag  des  Königs  und  do#nn  die
Antwort  darauf  belannt.  Ferner  komite  er
einen  Neujahrsuunich  aus  dem  Felde  delanntgeben,
  den  Sekretär  Alfred  Winter  aus
Bykarest  an  das  Kollegium  gelangen  lies.
Weiler  wurde  von  der  Wiedererkran#zung  de-Magistrat=
  Assistenten  Josepyy  Obermener
Renntnis  genommen.

Städtisches  Kleingeld.

In  der  letzten  Sitzung  brechte  G.-B.  Gradt
einen  Autag  ein,  durch  Ausgade  von  Gutscheinen
  zurzeit  herrschenden  Kleingeldn?t
zu  Lene  Kollegium  leitete  diesen  Antrag
  an  den  Magistrat,  und  die  Finanzkommission
  bat  inzischen  pesitive  Beschlulf  se  dazu  gesakt.
  Die  Stadtlämmerei  brachte  in  Vor  PWölag.
für  30  000  Mark  städtisches  Ersagleingeld
prögen  und  in  Umlauf  bringen  zu  laten.  Sie
stützte  diesen  Vorschlag  namentlich  auf  die  Ersahrunge
  n.  welch:  bei  der  Stadtlämmerei  mit
dein  Mangel  an  Kleingeld  in  letter  Zen  gemackht
  nurden.  Im  Hinblick  auf  den  #dastenrunkt
  hat  die  Kommission  beschlossen,  vorerst
nur  für  15000  Mark  Ersankleingele  auszugeben.
  DHie  Konen  dafür  belaufen  sich  auf
1900  Mark.  Die  Vorderseite  der  neuen  Münzen
  tragen  das  Wappen  der  Stadt  Rosenkein.
  die  Rudseite  zeigt  die  Jahreszahl  und
die  Ziffern  über  den  Neunwert  der  Münzen.

G.B.  Gradl  greift  auf  seinen  Andag  zurick
und  bemerkt,  daß  die  Erfahruneen,  die  man
mit  den  Ein-Mark  und  Zwei-Mark  Scheinen
gemacht  habe,  es  für  angangig  erscheinen  lafsen,
  von  der  Ausgabe  von  Gutscheinen  abzusehen
  und  dem  Vorschlag  der  Kommlüon,  die
Hartgeld  ausgeben  wolle,  beizutreten.

G.  B.  Schmidi  erwähnt.  daß  man  im  Hinblick
  auf  die  Kosten  beschlossen  habe,  vorerst
nur  für  15000  Mark  Ersatzkleingeld  binauszugeben.
  Werde  neiteres  Bedurfnis  gelrend,
  konne  man  immer  noch  darauf  zurückgreifen.
  Die  Koften  würden  indessen  zum  Teil
gedeckt  werden.  Zunächsft  solle  d#-  *  Nleingeld
mit  1  Proz.  Agio  zugunften  der  Stadt  ausgegeben
  werden;  wer  also  z.  V.  für  100  Mark

Kleingeld  nolle,  müsse  101  Mark  deil  enlwas

  dann  folgen  muße.  wol  Sie  enerieve  jetzt
nicht  denken,  nein,  dar  haite  Zei

 

„Komm  Geneon  *  und  nahm
Cihels  Aum.  Beide  detralen  gleich  darauf  vorsotig,
  das  Zimmer  des  Verwundeten.

Leise  den  Zeigesinger  auf  den  Mund  gelegt,
  erdob  sich  da  ein  einfacher  seldgrauer
Soldat  vom  Stubl  am  Bett  des  Kranken  und
sogte  mit  urahlendem  Blick:

„Er  schlait.

Da  ual  Elhel  an  dos  Lager  des  Geliebten
und  ließ  sich  zin  auf  den  Stuhl  nieder,  während
Genevicve  in  rhr  Zunmer  ging  und  Korl  Blume
zum  Fenster  hinaussad.

Large  haute  die  junge  Amerikanerin  in
das  jurchtbon  entitellte  Gesicht  des  armen  Kurt.
Dann  aber  fallete  sie  die  Hände  und  sagte

leise

Lieber  Gont,  Fchalte  idn  mir!  Ich  hab'
ihn  so  so  lieb!“  inun  ab  bielt  sie  ge
treulich  Krseen  bei  ihm.

„Cs  geht  besser“,  sagte  der  Arzti,
am  Abend  alng.

Ethdel  lauschte  auf  jeden  Atemzug  und  bewachte
  jede  Bewegung  ihres  Liebsten.  Draußen
donnerten  die  Kanonen  den  ganzen  Tag  und
die  ganze  nacht  übet,  und  als  golden  das
Morgenrt  der  un.  en  Tages  am  dstlichen  Himmel
  emeo.  vieg,  i.ua  Rurt  long  o#m,  mie  aus
einem  1.  1  —  erwadnne,  d##  Augen  auf.

0

als  er