Volltext : Rosenheimer Anzeiger. 62. Jahrngang (62)

 

 

 

 

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Samstag,  14.  Oktober  1916

I###testantisch:  Kallixtus

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Die  rumänischen  Niederlagen  in  Siebenbürgen.

Der  Reichstag  über  die  Kartoffelversorgang.  —  Das  Gesemtergebnis  der  5.  Kriegsanlehe.  —  Asquith  für  Fertsetzung  des
Kileges.  —  Raßland  und  die  Sonderfriedensfrage.  —  Dle  Befreiang  Keonstadts.  —  Die  Krechtung  Griechenlands:  Auslieferung
  der  Flotte  und  der  Etsenbahnen  am  den  Vierverband.

Die  fiietslage.
Wlederholt  aus  einem  Teil  der  letzten  Rummer.

WIB.  Großes  Sanuptuartien,  den
1-.  Ollober  1916.  Amtlich.

westlicher  Kriegeschauplas.

Front  des  Eeneralfeldmar  schalls
Kronprinzen  Rupprecht  n.  Bayern.
Veiderseit=  der  Somme  nahm  die  Schlacht
en  Fortgang.  Auf  der  ganzen  Front  zwischen
Aucte  und  Somme  emfalteten  die  Allüerten
grosze  Kraft.

Infanterieangrisse  der  Engländer  nordöstlich
rei  Thiepval  sowie  aus  der  Linie  Le  Sarsneudecourt
  sind  meist  schon  im  Sperrfeuer
Ceicheitert.

zegen  Abend  setzten  aus  der  Front  Morvaluchevesnes

  starke  Angriffe  ein,  die  bis  in

frühen  Morgenstunden  fortgesetzt  wurden.
egen  die  Stellung  des  Inf.-Reg.  Nr.  68  und
6bl  Res.  Inf.  Regts.  Nr.  76  bei  Sailly  lurmte
dei  Feind  sechsmal  an.  Alle  Anstrengungen  waben
  ergebnislos.  Unsere  Stellungen  sind  reilbehauptet.


rüdlich  der  Somme  ging  der  Kampf  zwien
  Genermom  und  Chaulnes  weiter.  Mehreache
  sranzösische  Angriffe  wurden  abgeschlagen.
  Die  heiß  umstrittene  Zuckerfabrik  don
venermont  ist  in  unserem  Besitz.  Im  Dorfe  Abamcourt
  entspannen  sich  erbitterte  Häuserampfe,
  die  noch  im  Gange  sind.

Oestlicher  Kriegsschauplac.

Keine  wesentlichen  Ereignisse.
Kriegsschauplatz  in  Siebenbürgen.
Im  Maros-Tal  hielt  der  Feind  dem  umesjenden
  Angriff  nicht  stand.  Auch  weiter
öurdlich  beginnt  er  zu  weichen.  Er  wird  auf
a  ganzen  Ostfront  verfolgt.

6n  zweite  rumänische  Armee  ist  in  die
enzstellungen  zurückgeworfen.

In  den  Gebirgskämpfen  der  beiden  letzten
age  sind  18  Offtziere,  639  Mann,  ein  10-im.-Geschütz,
  5  Maschinengewehre,  viel  Mu.-tion
  und  Gewehre  in  unsere  Hände  gefallen.
Feindliche  Vorstöße  beiderseits  des  Vulkansses
  wurden  abgeschlagen.

GWalk###ensschan##ns.

ee  pe  des  General-Feldihn
  .  Mackensen.

Die  en  ist  unverändert.
Majedonische  Kront.
Jahlreiche  feindliche  Angriffe  an  der  Tersind
  gescheitert.  Westlich  und  östlich  des.
ardar  machte  der  Gegner  erkolglose  Vorstube,

nr  erhe  Senemiguarliermeisteri
—  ——  ——  —  □—  —

 

Die  Brũcke  aber  die  Donan  bei  Orsova  und  die  Donan-  Insel  Nen  ·  Orsova.

 

Der  amtliche  österreichische  Bericht.

WIB.  Wien.  12.  Oktober.  Amtlich  wird  verlautbart:


Oestlicker  Kriegsschauplatl.

Auf  dem  Vulkanpah  scheiterten  rumänische
Vorstöße.  Im  Raume  von  Brasso  mußte  der
Feind  gegen  die  Grenzpässe  zurückweichen.  In
den  letzten  zwei  Tagen  wurden  hier  18  Offi.
Fiele,  639  Mann,  1  schweres  Geschütz,  5  Maschinengewehre
  und  viel  Kriegsgerät  einge.
bracht.

Auch  im  Goergeny-Gebirge  und  beiderseits
del  obersten  Maros  ist  der  rumänische  Widerstond
  gebrochen  worden.  Unsere  Truppen  sind
in  der  Verfolgung.

Adrdlich  von  Jolotwina  in  Ostgalizien  wurde
  ein  russischer  Vorstoß  abgeschlagen.

Italie  niser  Ariensschauplag.

Auch  am  gestrigen  dritten  Tage  der  groben
  Infanteriekämpfe  am  Südflügel  der  kül
stenländischen  Front  haben  sich  unsere  Truppen
gegen  den  Ansturm  des  Feindes  behauptet.
Nördlich  der  Wippach  und  südlich  dieses  Flusses
  bis  in  die  Gegend  von  Lokoica  wurden  alle
Angriffe  der  Italiener  abgewiesen.  Oestlich  und
satlich  von  Oppacciasella  gewann  der  Gegner
Jaum.  Nowa.-Vas  siel  in  seine  Hände.  Weiter
süblich  bis  zum  Meere  drang  er  wiederholt  in
einzelne  Frontstücke  ein,  wurde  aber  immer  wiede
  hinausgeworsen.  Alpenländische  Truppen

 

haden  sich  im  Kampfe  neuerdings  hervorgelan,

 

 

Die  Zahl  der  gefangenen  Jtaliener  hit  sich  auf
2700  erhöht.

An  einzelnen  Stellen  der  Kärntner  und  Tiroler
  Front  betätigten  sich  schwächere  feindliche
Ableilungen  in  erfolglosen  Angriffsversuchen.
Am  Pasubio,  wo  unsere  Stellung  vorgestern
vom  Cosmagon  auf  den  Roite  Rücken  zurüdgenommen
  wurde,  verliesen  Tag  und  Nacht  ruhiger.


Sülösstlicher  Kriegsschauplatz
Bei  unseren  Streitlräften  nichts  von  Belang.

Der  Stellvertreter  des  Ehefs  den  Generalstabs:
Dvon  Höfer,  Feldmarschalkeutnam.

Algemeines  rom  sitieg.

Das  Gesamtergebnis  der
5.  Kriegsanleihe.
W7B.  Berlin,  12.  Oktober.  Nach  den  jeßt
vorliegenden  genaueren  Angaben  der  Zelchnungs.

  und  Wermittlungsstellen  hat  das
Gesamtergebnis  der  5.  ii.iheies  auf
10  651  7206  200  Mark  erhöht.  welcher

Summe  jedoch  die  Feldzeichnungen  un  Ueber.
seezeichnungen  noch  nicht  voll  enthalten  find,
sodaß  noch  ein  weileres  Anwachsen  zu  erwarlen
  ist.  «

Aus  dem  englischen  Unterhause.

London,  12.  Oil.  (Reuter.)  Jm  Unterh#se
brachte  Asguith  eine  neue  Hredltforderung  im

 

Betrage  von  300  Millionen  Pfund  Sterling
ein.  Er  erklärte  dabei,  dieser  Kredit  erhohe
den  Gesamtbetrag  für  das  laufende  Finanzjahr
auf  135/)  Millionen  und  den  Gesamtbetrag  der
seit  Kriegsausbruck  bewilligten  Kredite  auf
3132  Millionen  Pfund.  Die  gegenwörtigen
Kriegsauslagen  beliesen  sich  auf  etwa  fünf
Millionen  Pfund  täglich.  Die  Ausgaben  für
das  Heer  wiesen  ein:  geringe  Verminderung  auf,
aber  die  Ausgaben  fur  diee  Munition  wuchsen
erheblich.  Der  Voranschlag  für  den  Budget  Titel
  „Anleihen  der  VUerbündeten  und  Kolonien“
wurde  überschritten.  und  wenn  diese  Anleihen
in  dem  gegenwärtigen  Mahstabe  zu  wachsen
fortfahren  sollten.  so  würden  die  im  Budget
veranschlagten  450)  Millionen  sehr  erheblich
übersc,  ritten.  Aber  kein  Teil  der  Kriegsaus
gaben  sei  wichtiger  fur  die  Sach'  den  Ulliier.

ten  als  dieser.  Vom  1.  April  bie  Juni
machten  diese  Anleihen  der  Allierte:  ro“  Kolonien
  10°7  Mil  ienen  Pfund  aus  Seiher  wur
den  neuerlid:  96  Millione=  S-  Tosch  I  begeben

Asquith  gab  dann  einen
Kämpfe  aus  den  *  *5  Arikgeichauplänen.
  Am  Schirsie  jagte  Abquiih:  Es  darf
nicht  sein.  daß  dieser  Krieg  mit  einern  nicht
von  unferent  §  abhängigen,  enrehrenden
Kompromin.  #in  einm  4n  erk  endet,  das
sich  hinter  der  Ma-  l  eines  .  Fredens  ve
burgt  Uaute  Relialleruse.  ir  F.und  es  denen.
die  ihr  Leben  dabh  ngaben.  ickulin,  daß  das

  
 

Opfer  ihrer  Leben#  #1  pvergedlich  gebracht
sein  darf.  Di:  Ziele  der  Aillierten  sino  wohl
bekannt:  cs  sind“  krine  selbstsuchtigen  oder  rachsüchtigen,
  aber  sie  fordern  eine  angemessene

Genugtuung  fur  die  Vergangenheit  und  Sicherheit
  für  die  Zukunft.  Nach  kurier  Diskussion.
in  der  die  lebhafte  Zustimmung  z  A##quiths
NRede  und  Llond  Georges  Vorerrede  zum  Ausdruck

  lam,  nahm  das  JZaue  eintimmig  rie
Kreditvorlage  aun.
Einc  engliiche  Stimme.  *“

Manchester.  12.  On.  Am  Samstag  hielt
der  soziolistische  Abgrordnete  Snowden  bei  ener
Veranstaltung  der  Arbeiterpartei  eine  Ansprache,
  in  der  er  sagte.  die  militärischen  Ereignisse
  seit  Juli  bewiesen  klar,  daß  jede  Hoffnung
  auf  militärische  Besiegung  der  Zentralmächte
  verschwunden  sei.  Wenn  der  Kieg.  bis
zur  militärischen  Entscheidung  ausgekampft  wer
den  sollte,  mühte  er  viel  langer  dauern  als  drei
Jahre.  Aber  der  Krieg  lönnte  nicht  noch  zwei
oder  drei  Jahre  weitergeführt  werden  wegen
der  großen  Verluste  an  Menschen.  Die  britischen
Verluste  betrugen  seit  der  li-Offensive  ca.
300  000  Mann.  In  seiner  Unterredung  mit  dem
amerikanischen  Journalisten  wich  Lloyd  George
der  Frage  aus,  was  Frankreich  über  einen  Krieg
von  2,  3  oder  20  Jahren  dächte.  Frankreich
würde  keine  Männer  mehr  übrig  haben,  wenn
der  Krieg  noch  länger  dauerte.  Wofür  kämp.
sen  wir?  fragte  Snowden.  Anfangs  glaubte
man,  für  Belgien;  das  glaubi  jetzt  niemand
mehr.  Die  Regierung  weigere  sich  imme:,  über
ihre  Verpflichtungen  gegenuber  Rußland  sich
auszulassen;  aber  die  Frage  wurde  von  neuem
im  Unterhaus  gestellt,  ob  England  tausende
von  Männer  verloren  und  die  Wehrpflicht  eingesa
  habe,  damit  Rußland  Konstanti#opel
erhalte.