thumbs : Rosenheimer Anzeiger. 63. Jahrngang (63)

Rosenheimer  Anzeiger

Nummer  21  1  Katkollsch:  Johann  Chriseßomut.

daß  sie  mit  ihm  den  Sieges  und  L-julerungs- 



dr  „Hofenheimer  Anbonnementspreis
  beträgt

 

erscheint  käglich  nachmittugs  4  utet  (mit  Ausnahme  der  Sonnd
  Hrernd.  —  Der  DährMart

uche  Pfennig.  Für  VPostabonnenten  —.  art  Haus  14  Pfannio  monallich.

Ferusprecher:  Veriag  und  Nedalllon  u.  Nr.  72:  Infero#t-Abtellung  Nr.  238.

Pfennig.

 

 

 

 

Annahme

 

von  Anzelgen,  Rellamen  und  Bellagen  durch  die  Annoncen-Expedltion  Haafenfein
  &  Bogler  M.-G.,  Nosenheim,  München.  Nürnberg,  Berlin  usw.

 

Die  einspaltige  Petlizesle  im  Anzelgenteil  kostet  10  Pf.,  die  Peiltzelle  im  Rellometell  30  Bf.  1

Schluß  der  Anzeigen-Annahme  1  Uhr  minngs.

-—.

 

Amtliches  Publikalions-Organ

Nosenheimer  Tagblakt

 

Samstag.  27.  Jannar  1917  pekantisch:  Je5.  —  63.  Jahrgang

General  von  Stein  über  die  Rriegslage  an  der  Westfront.

Vereinfachung  der  preußischen  Verwaltung

—  Die  neuen  erfolgreichen  Kämpfe  im  Rigaer  Brückenkopf  —  Antworten  auf

Wilsons  Botschaft.  —  Die  Kohlennot  in  der  Schweiz  —  Anflösung  des  japanischen  Parlaments  —  Der  Generalstreik  in
Spanien.  —  Ein  Attentat  gegen  König  Konstantin?

Der  Ralser  und  seln  Volk
Zum  27.  Januar  1917.

Zum  drittenmal  während  des  Krieges  feiett
das  deutsche  Volk  seines  Kaisers  Gebürtstag.
Noch  immer  in  Wehr  und  Wafsen,  jeden  Wil.
*5  auf  das  gleiche  gemeinsame  Ziel  gerip#tet,

den  alle  Deutschen  um  den  Kaiser  als  u#ren
*7  geschart.  Er  ist  die  Fahne,  unter  der
ch  das  deutsche  Volk  gefammelt  hat  und  den
waltigen  Kampf  um  sein  Dasein  und  seine
zukunft  besteht.  Das  ist  so  seit  den  Tagen  des
degi  uns,  als  das  Kriegsgewitter  über  Teutschiuds

  Erntefelder  heraufzog.  Das  wird  so  blei.
len  bis  zum  siegreichen  Ausgang  und  darübee
imnaus,  wenn  Kaiser  und  Volk  in  unzerslörbarer
Cemeinsamleit  wieder  die  Aecker  des  Friedens
Lestellen.

Damals,  in  jenen  nvetgeßlichen  Auguksttaden
  1914,  als  noch  leine.  draußen  ge.
Pla##en  war,  hat  der  Kaiser  seinen  ersten  großen

Zieg  errungen,  den  schönsten  von  allen:  den
Fieg  über  sein  Volk.  Damale  hat  er  alle  Herzen
und  Sinne  mit  einem  Sqlage  erobert.  Wi  jede
Fentich  Personlichkeit,  die  über  den  Tag

maus  plant  und  die  Zukunft  bereitet,  blichte
uch  der  Kaiser  weit  in  die  Zutunft  vorau  und
)  das  Schickfal  herauszeehen,  in  dem  das  junge
Beich  sich  bewöhren  sollte.  it  unbeir  barer
Treue  arbeitete  er  an  seiner  Aufgabe:  da:  deut
che  Voll  stark  und  tüchtig  zu  machen,  auf  das  cs
iu  ocn  kommenden  Stürmen  bestehen  lönnte.
Zein  Ziel  war  nicht  nur  die  militärische,  sondern
auch  die  sittliche  Slärke  des  Volles:  er  hielt  nicht
zur  das  von  den  Mätern  crerbie  Schwert  blank
und  scharf,  er  schuf  nicht  nur  die  Flotte,  sein

rigerstes  und  stolzestes  Werk-—  er  sethte  zugleich
guch  die  Arbeitergesetze  und  die  Erneuerung  der
heutschen  Schule  durch,  um  zwei  seiner  größten
end  egensteichsten  Friedenstaten  hervorzuhe.
hen.

Als  der  Sturm  losbrach,  erlonnte  auf  einmal
  das  ganze  Volk,  wie  teen  und  zielsicher  der
Koifer  immer  für  Deutschlande  Zukunft  #e
urebt  hatte.  Der  Einschnitt  durch  den  Krieg
war  so  tief,  daß  die  Friedenszeit  sast  in  eine
Cistorische  Ferne  gerückt  war  und  das  Ledens.
werk  des  Kaisers  in  seiner  ganzen  großen  Vedcutung
  von  allen  übersehen  werden  lonnte.
Der  Kaiser  und  sein  Werk  erschienen  un  einem
ganz  neuen  Lichte,  herausgchoben  aus  dem
Streit  des  Tages,  und  Geschichte  und  Entwick
iung  gaben  seinem  Schaffen  recht.  Aus  dieser
Erlenntnis  heraus  gewann  das  deutsche  Volk
Leinahe  über  Nacht  ein  unbegrenztes  Vertrauen
zu  seinem  Kaiser:  er  hatte  es  bis  dahin  mit  kluner
  Veraussicht  geführt,  und  er  würde  es  nun
auch  durch  Not  und  Gefahr  sicher  hindurchbe#t#
gen.  Der  Kaiser  aber  räumte  mit  einer  einzigen
Zroßen  Handbewegung,  damals  in  der  belannten
Au'prache  vom  Balkon  seines  Schlo’fes,  alles
Treunende  fort.  Für  alle  Säst-  Zukunft  bleiben
  die  Worte  bestehn:  „  00  lenee,  keine  Parlteien
  mehr,  ich  kenne  nur  Deutsche!“  Wie  er  so
seine  Seele  frei  machte,  daß  sie  rein  und  stark
in  die  große  Gottesprüfung  3  so
machte  er  auch  die  Si  seines  Volles  frei,  auf

weg  beschreilen  konnte.

Wiederholt  während  des  Krieges,  in  allen
-Stunden  größerer  Entscheidungen,  hat  der  Koier
  sich  an  sein  Voll  gewandt,  und  imm:e  hat
er  slarle  einsache  Worle  gesunden,  die  wie  Wed- 



 

 

 

ruse  in  die  deulsche  Scele  drangen  und  dort
die  le  len  tiefsten  Quellen  ausspringen  ließen.
Un  vergessen  wird  ihm  das  Bekenntnis  bleiben.
das  er  in  dem  Brief  an  den  Reichskangler  an.
lablich  des  Friedensangebotes  aussprach:  „In
einer  solchen  Tat  gehört  ein  Herrscher,  der  cin
Gewissen  hat  und  lich  Gott  verantwortlich  fühi#t
und  ein  Herz  hat  für  seine  und  die  seindlichen
Meutiran.  "  Und  ebenso  unvergessen  wird  ihm
der  heiße,  heilige  Zorn  bleiben,  der  aus  dg  en
letten  Erlaß  an  das  Voll  aufloderte,  alz#d
seinde  unter  Haß  und  Hohn  seine  ritterlich  W
gestrecte  Hand  zurückgewiesen  hatten.  Beides
war  deutsch  gedacht  und  deutsch  geiprochen,  ganz
ans  der  Seele  des  deutschen  Volkes  hernu#s.

eute  dankt  des  deutsche  Volk  vem  Koiser
für  alles,  was  er  an  ihm  getan  hat.  Ez  danft
ihm  fur  seine  Friedensarbeit.  die  es  n  ihrer
ganzen  Bedeutung  erst  jetzt  erkannt  hat.  und.  es
dankt  ihm  für  seine  lange  schwere  Kriegsarbeit,
die  er  Tag  für  Tag  neu  für  alle  auf  ich  neh  ·
men  muß.  Das  Volk  weiß:  der  Kaiser  leiret  wie
jeder  von  uns,  nur  noch  viel  tiefer  und  schnerrslicher;
  der  Kaiser  tämust  wie  ein  jedc  von  un
Uur  n.och  mit  einem  unendlich  viel  itätteren  Mul.
len,  weil  er  für  Millionen  siegen  muß.  Das  alles
weiß  das  Volk  und  dankt  es  ihm,  ois  in  die
lleiuste  Hutte.  bis  in  den  letzten  Mukel  des
Aaterlandes  hinein.  Ein  deutscher  Arveiter  war
ch,  der  während  des  Krieges  vom  Kuiter  die
schönen,  ehrfürchtigen  Worte  gesprochen  hat:
„Er  ist  grau  geworden;  wenn  der  Krieg  zu  Ende
itl  dann  werden  wir  wieder  einen  weißhaarigen
Koiser  haben,  wie  nach  Einundsiebzig.“

Dem  Koiser  gehört  heute  die  Liebe  sein:
Vosles,  die  tin  seine  schwere  Last  tragen  bure
Der  Kaiserge  lebt,  gespeist  aus  neuen  tie.
sen  Quellen,  die  überall  aus  den  Seelen  aufgesprungen
  sind.  I

1  9  1

Auf  wechselseltiger  Treue  fehensent  der

Sieh  begrundet.  W.c  notig  er  #sl,  haben  unkere

 

Keinde  dem  ganzen  deutschen  Voite  durch  die
brutale  Vertundigung  ihres  Vernichrangswilleus
  und  ihrer  Kriegsziele  erst  vor  kurzem  erneut
vor  Augen  geführt.  Nicht  „Friede“  heißt  daher
die  Lo  ung,  sondern  „Der  Krieg  nimmt  seinen
Fert  ang“".  Wir  müssen's  heute  unserem  Kai.
jer  dantken,  daß  er  für  Heer  und  Floi#e  io  sorgte
wie  er  es  getan,  denn  wie  stünde  es  „Dntt  um
uns  in  viesem  Kampf  auf  Leben  und  Tod,  auf
Sein  oder  Nichtsein,  auf  Sieg  oder  Untergang?
Nur  die  zielbewußte  Vervollkommnung  von  Ar.
mee  und  Marine  und  aller  Zweige  ihrer  technischen
  und  geistigen  Hilfsmiltel  haben  vermocht,
dek  Leutichlands  Grenzen  heute  fast  unberuüdt
vom  Teinde  sind  und  daß  in  die  ein  Kampie  ae
gen  die  größte  Machteverein:  Uung,  die  je  die
Welt  gesehen,  unsere  siegreichen  Trupyen  tief
in  seindlichen  Landen  stehen.

Unsere  Feinde,  die  in  unbegreiflicher  Verolendung
  ein  Wiederaufleben  des  Bruderzwistez
  der  deutschen  Volksstämme  als  einen  gewichtigen
  Faktor  in  ihre  Kriegsrechnung  eingestellt
halten,  sind  hart  enttäuscht  worden.  Nord  und
Südo  haiten  unauflöslich  sest  zusammen,  eine
durch  Blut  und  Eisen  verbundene  Masse,  die  zu
sierben  und  zu  siegen  bereit  ist.  Der  Bayec  neben
dem  Preußen,  der  Sachse  neben  dem  Schwoben,
der  Friese  neben  dem  Thüringer,  sie  1lie  kämpsen
  mit  ihren  Königen  und  Fürsten  für  ein  Zelfür
  ihr  deutsches  Vaterland.  Im  gleichen  Sinne
wird  die  ganze  Marine  den  dritten  Kriegegeburtetag
  des  Naisers  be  geben.  und  alle  Herzen
werocn  von  dem  Wunich  beseest  sein,  daß  das
neue  Lebensjahr  der  Kaiseln#  #l  4
in  uen  Sieg  der  Lock  eslolle,  sond  r  brunsore
  unvergleichlichen  Untereeboote  #k.  39
volle  Niederlage  Englands  beingen  u####  n
dieses  Ziel  der  Niederwerfung  der  englischen
Seetprannei  und  der  dadurch  bedinien  Freibeil
  der  Meere  für  deutsche  Fahrt  und  Arbeil
wird  jeder  Mann  in  der  Flotte  sein  Höchstes
wagen.

 

winen.

 

Wenn  am  27.  Januar  1917  in  den  Schutzenpräben,
  hinter  der  Front  sowie  in  der  Hemat
zum  dritten  Male  während  des  Krieges  aus
dem  Munde  von  Millionen  tapferer  Spoldaten
das  dreisache  „Hurra“  und  der  Ruf  „Es  lebe
der  Kaiser“  eriönen  wird,  dann  sollen  unfere
Feinde  von  neuem  wissen,  daß  Kaiser,  Hrer  und
Voll  in  wech'elseitiger  unlösbarer  Treue  zu.
lammenitehen  zur  Verteidigung  des  Va!erlandes
und  zur  Erringung  des  endgültigen  Sleges.

 

Ou  dur  sien

WTB.  Großes  Hauptquartier,
25.  Januar,  vormittags.  Amtlich.

Westlicher  Kricgsschauplan.

Front  des  Generalfeldmarschalls
Kronprinzen  Rupprecht  v.  Bayern.

den

Im  Artois,  zwiscken  Ancre  u.  Sonmme  u.  an
der  Aisne.  Front  nahm  die  Kampftätigkeit  der-Artilleric
  und  Minenwerfer  zeitweise  zu.  Mcochesah
  lam  es  an  verschiedenen  Stellen  zu  Zusammenstößen
  von  Erkundungsabteilungen.  Su#-östlich
  von  Berrty  au-Bac  cnordwestlich  von
Reims)  drangen  preuf  ische  und  sächsuche  Stoßtrupps
  in  die  franzosischen  Gräben  und  kehrten
noch  erbitterten  Kämpfen  mit  einem  Offizier,
30  Gefangenen  und  einem  Maschinengewehr
zurück.

Front  des  Deutschen  Kronpvprinien.

Durch  forsches  Zugreifen  gelang  es  an  der
Comtres  Höhe  zwei  Erkundungsleuten  eines
hannoverschen  Reserve  Regimenkes  einen  an  Zab'
dreifach  überlegenen  Posten  der  Franzosen  zu
überwaltigen  und  ein  Maschinengewehr  in  die
eidenc  Linic  zurückzubringen.  In  den  Vog##en
scheiterte  am  Hilsen#irst  der  Vorsioß  einer  franhdlischen
  Streifabteilung.

Klares  Wetter  begüngtigte  die  beidersei#ige
EIliegertärigkeit.

Deslicher  Kriensschaupla.
Heeresfront
des  Generalfeldmarschalls
Prinzen  Leopold  van  Bayern.

Beiderseits  der  Aan  brachten  uns#ere  Angrisse
  mehrere  russische  Waldstellungen  in  10
Kilometer  Breite  mit  14  Offizieren,  1700
Mann  und  13  Maschinengewehren  in  unsere
Hand.  Starkle  Gegenitöße  frisch  herangeführ.
ter  Reserven  konnten  unsere  Fortschritte  nicht
hemmen.  Westlich  Luck  brachen  Stoßtruppe  rheinischer
  Regimenter  in  die  Dorsstellung  von  Scnerynkt
  ein  und  holten  11  Gefangene  heraus.
Front  nhe  en###oleberssen

ühe:  Jo'ep.
55½%  ##  !%

eil  ert  Arüillertejeuer  ——ie..
mWi  in  verschiedenen  Gebieien.
finu.  und  Putua  Tal  wurden
Eciangene  abgenommen.

b.r
*  )
Zwischen  Ta.
#on  CGegner  3