Full text : Spittler’s sämmtliche Werke. Fünfter Band. (5)

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hatte  bei  seiner  trefflichen  Schreibart  und  meisterhaften  Darstellungskunst
  ein  so  großes  Publikum,  wirkte  selbst  auf  den
kaiserlichen  Hof  so  mächtig,  daß  selbsi  wenn  der  Herzog
keine  weitere  Veranlassung  zu  seinem  Unglück  gegeben  hätte,
der  Schlag,  der  ihn  treffen  sollte,  vielleicht  doch  nicht  abzuwenden
  gewesen  wäre.  Aber  noch  kam  Haufe  zu  Haufen,
Ulrich,  der  die  Strafe  nicht  sogleich  empfand,  wurde  sicher.
Kaum  ein  halb  Jahr  nach  Huttens  Ermordung  siieg  das
Mißvergnügen  seiner  Gemahlin  so  sehr,  daß  sie  sich  zu  ihren
  Brüdern  nach  München  flüchtete,  und  diese,  die  selbst
aus  Gelegenheit  ihres  eigenen  innern  Zwisis  schon  alle  Liebe
zu  ihm  verloren,  wurden  von  ihr  noch  mehr  eingenommen.
Dem  Kaiser  war  es  empfindlich,  seine  liebe  Schwesiertochter
so  mißhandelt  zu  sehen,  auch  die  Huttens  übertäubten  ihn
immer  mit  neuen  Klagen,  er  erkaunte  endlich  die  Acht.  Noch
war  Ulrich  wieder  so  glücklich,,  der  Vollziehung  diesmal  zu
entgehen,  der  bekannte  Minister  des  Kaisers,  Cardinal  Matthäus
  Lang,  Bischof  von  Gurk,  vermittelte  zu  Blaubeuren
  einen  Vergleich  *),  wodurch  die  Händel  mit  der  1516
Gemahlin  gehoben,  der  Streit  mit  den  Huttens  abgethan  SEn.
seyn  sollte.  Der  Trompeter,  der  dem  Herzog  geheime
Nachrichten  von  seiner  Gemahlin  bisher  immer  zugebracht,
mußte  in  Gegenwart  der  kaiserlichen  Commissarien  erklären,
er  habe  solches  nicht  geredet,  und  wenn  er  es  geredet  hätte,
so  habe  er  seiner  gnädigen  Frau  Unrecht  gethan,  er  wisse

teni  deploratio.  Ad  Ludovicum  Hattenum  super  interemtione
filii  consolatoria.  In  Uricum  Wirtenbergensem  Orationes  V.
In  eundem  Dialogus,  cui  tilulus  Phalarismus.  Apologis  pro
Phalarismo  et  aliquct  ad  amicos  epistolae.  Ad  Pranciscum
Galliarum  Regem  Epistola,  ne  caussam  Wirtenbergensem
tuealur  exhortatoria.  Excusum  in  arce  Stelelberk.  1519.

*)  Eisenbachs  Geschichte  Herzog  Ulrichs.  Beil.  V.  S.  238.