18. Leienız, Brief an D. E. JasLonskı (26. März 1698). 51
denen herlichen und unvergleichlichen Wissenschaften, damit Gott desselben Gemüth
ausgezieret hat, insonderheit den christlichen, unpartheyischen, friedfertigen
Geist veneriret, welcher die Brüche Zions wünschet geheilet zu sehen, auch selbst
zu diesem heil. Werk Hand anzu legen bernühet ist, wie nicht nur vorhin von des
Hren v. Spanheim, sondern newlich noch von des Hren v. Fuchs Excell. Excel. ausführlich
vernommen, welcher letztere meines hochgeehrten Herrn jüngstes ihne
höchstangenehmes Schreiben an selbten, in der Menge von Papieren, damit er
umbgeben, also verleget hatte, dals auch nach langem Suchen er es nicht herausfinden
konte‘, sondern sich begnügen lies, dessen Inhalt mit sondern Vergnügen zu erzehlen.
Gott lasse meines hochgeehrten Herren heilige Bemühungen gesegnet sein,
und segne ihn selbst aus Zion, damit derselbe sehe das Gutte Jerusalems für und
für. Weil aber das Werk nicht nur an Seiten dortiger Hren Theologen scheinet
langsam fortzugehen, und man daher fast sorgliche Gedanken sich zu machen beginnet,
sondern auch der gemeine Ruff (den der gnädige Gott durch einen bessern
Ausgang wolle wiederleget und Lügen gestraffet werden lassen!) an Seiten selbst
der hohen Herschaft einige Hinderungen ominiren will, so würde es mir ein grofßser
Trost und Vergnügung sein, wenn einige Versicherung erlangen könte, dafs das
h. Friedenswerk noch in gutter Hoffnung stehe. Vnd könte (wenn ja so kühn
sein darff, auch dieses zu gedenken) der kurtze Bericht hievon unmasgeblich, sicherer
Ursachen wegen, auf ein kleines Nebenblätchen gesetzet werden. Ich bitte umb
Vergebung meiner taediösen Länge; empfehle meinen hochgeehrtesten Herrn in
götl. gnädige Obhut, und verharre in schuldigster Observantz
meines hochzuehrenden Herrn und werthen
Gönners
gebeth- und dienstergebenster
Damit mein geringfügig Schreiben nicht Diener
gar leer sey, habe die Künheit genommen D. E. Jablonski
selbigein beygehendes Büchlein beyzufügen; Hoffprediger.
welche Künheit im Besten zu vermerken bitte.
Berl. d. 5. Martij. 1698.
18.
(Vergl. Geschichte der Akademie S. 58).
Leıoxız, Brief an JAaBLoxskı, Concept vom 26. März 1698 (so nach den
Postscript).
[Kvacsara, Briefwechsel S. 14 ff.] .
Hochehrwürdiger hochgelahrter insonders hochgeehrter Herr
Als ich mit dero werthen Schreiben umb so viel mehr beehrt worden, als
weniger ich dergleichen hoffen können, hatte ich sofort die schuldigste Antwort
abstatten sollen, habe mich aber bey jezigen hiesigen Vorfallenheiten sehr verhindert
befunden. Bitte also den kleinen Aufschub nicht übel zu deuten.
Dafs die durchleuchtigste Churfürstin unsere gndste Frau, sich dessen was
einsmahls von einem Observatorio, und Anstalt zu Beförderung gründlicher Wissenschaften
vorkommen, annoch erinnert, erfreuet ınich sehr, und schöpfe daraus eine
grofse Hofnung zu Erreichung solcher Dinge die hochnüzlich seyn und dieser vortreflichen
Fürstin unsterblichen Ruhm vermehren wurden. Denn was dem ınenschlichen
Geschlecht ein neues bestandiges Liecht bringet und dessen Macht über die
Natur und gleichsam seyn Gebiete vermehret. halte ich höher als Eroberung Land
und Leute, dadurch nichts gebessert wird sondern nur aus einer Hand in die andere,
und zwar nicht olıne Schaden gehet. Und scheinet, dafs denen Damen vom höchsten
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