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Reichsfürsten und Reichsgrafen, wie viele Reichsbisthümer und
Reichsabteien wurden von den weiland Rheinbundsouveränen in
München, Stuttgart, Karlsruh, Kassel, Darmstadt, Nassau mediatisirt,
säcularisirt, depossedirt und unterthänig gemacht! Noch in
neuester Zeit kommen geheime Verträge vor, die einem Mittelstaat
auf Kosten der sogar mit ihm verbündeten deutschen Nachbarn
Entschädigungen zusicherten.
Aus diesen vielen deutschen Mittel- und Kleinstaaten konnte
kein Großstaat werden, weil sie sich nie vereinigt haben. Auch
keine ihrer Dynastien konnte sich zur Macht der Habsburger
und Zollern emporschwingen, weil es selbst den vorragenderen
Dynastien an einem Programm fehlte, dem sie treu geblieben
wären. Das Haus Wettin in Sachsen gab sein lutherisches Programm
auf, indem es katholisch wurde. Das Haus Wittelsbach
in Bayern und der Pfalz wechselte nur zu häufig mit
seinem Programm. Diese geistvolle und energische Dynastie fiel
zu oft aus einem Extrem in's andere, kämpfte bald für, bald
gegen Oesterreich, bald für, bald gegen Frankreich und im
dreißigjährigen Kriege sogar in zweierlei Branchen für und
gegen die katholische Kirche. Das welfische Haus in Hannover
siedelte nach England über und machte sein Stammland zu einer
englischen Provinz.
Versuche, die Mittel= und Kleinstaaten zu einem festen
Bunde zu einigen, sind zu jeder Zeit mißlungen, weil eben jeder
Einzelstaat nur an sich dachte und keinem andern traute. Niemand
kannte diese Verhältnisse so genau und urtheilte darüber so
richtig, wie der hochselige König Wilhelm von Württemberg, der
überhaupt sehr einsichtsvoll, in seinen früheren Jahren aber auch
noch von patriotischem Hochsinn, von warmer Liebe zum gesammten
deutschen Vaterlande durchdrungen war, bis ihn der Ekel
am deutschen Bunde hoffnungslos machte und abstumpfte. Der
Föderalismus, den die Particularisten jetzt noch auf ihre Fahne