Full text : Gesetzsammlung für das Fürstenthum Reuß Älterer Linie. 1895. (44)

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Die  Erlaubnißscheine  werden  von  der  Ortspolizeibehörde  nach  Prüfung  der
Sachlage  gemäß  Anlage  Ill  ausgestellt.  Dieselben  werden  in  der  Regel  nur  für
eine  bestimmte  Menge,  ausnahmsweise  auch  für  den  Bezug  einzelner  Gifte  während
eines,  ein  Jahr  nicht  übersteigenden  Zeitraumes  gegeben.  Der  Erlaubnißschein
verliert  mit  dem  Ablaufe  des  vierzehnten  Tages  nach  dem  Ausstellungstage  seine
Gültigkeit,  sofern  auf  demselben  etwas  Anderes  nicht  vermerkt  ist.

An  Kinder  unter  14  Jahren  dürfen  Gifte  nicht  ausgehändigt  werden.

8.  13.

Die  in  Abtheilung  1  und  2  verzeichneten  Gifte  dürfen  nur  gegen  schriftliche
  Empfangsbescheinigung  (Wiftschein)  des  Erwerbers  verabsogt  werden.  Wird
das  Gift  durch  einen  Beauftragten  abgeholt,  so  hat  der  Abgebende  (§.  10)  auch
von  diesem  sich  den  Empfang  bescheinigen  zu  lassen.

Die  Bescheinigungen  sind  nach  dem  in  Anlage  IV  vorgeschriebenen  Muster
auszustellen,  mit  den  entsprechenden  Nummern  des  Giftbuchs  zu  versehen  und  zehn
Jahre  lang  aufzubewahren.

Im  Falle  des  §.  11  Absatz  2  ist  die  Ausstellung  eines  Giftscheins  nicht
erforderlich.

8.  14.

Gifte  müssen  in  dichten,  festen  und  gut  verschlossenen  Gefäßen  abgegeben
werden;  jedoch  genügen  für  feste,  an  der  Luft  nicht  zerfließende  oder  verdunstende
Gifte  der  Abtheilungen  2  und  3  dauerhafte  Umhüllungen  jeder  Art,  sofern  durch
dieselben  ein  Verschütten  oder  Verstäuben  des  Inhalts  ausgeschlossen  wird.

Die  Gefäße  oder  die  an  ihre  Stelle  tretenden  Umhüllungen  müssen  mit
der  im  §.  4  Absatz  1  angegebenen  Bezeichuung  sowie  mit  dem  Namen  des  abgebenden
  Geschäfts  versehen  sein.  Bei  festen,  an  der  Luft  nicht  zerfließenden  oder
verdunstenden  Giften  der  Abtheilung  3  darf  an  Stelle  des  Wortes  Gift  die  Aufschrift
  „Vorsicht“  verwendet  werden

Bei  der  Abgabe  an  Wedekwerkänfen,  technische  Gewerbetreibende  und  staatliche
  Untersuchungs=  oder  Lehranstalten  genügt  indessen  jede  andere,  Verwechselungen
ausschließende  Bezeichnung.

«  8.  15.

Es  ist  verboten,  Gifte  in  Trink=  oder  Kochgefäßen  oder  in  solchen  Flaschen
oder  Krügen  abzugeben,  deren  Form  vder  Bezeichnung  die  Gefahr  einer  Verwechselung
  des  Inhalts  mit  Nahrungs=  oder  Genußmitteln  herbeizuführen  geeignet  ist.

S.  16.

Auf  die  Abgabe  von  Giften  als  Heilmittel  in  den  Apotheken  finden  die
Vorschriften  der  S§.  11  bis  14  nicht  Anwendung.