103
Alle übrigen Wildarten dürfen das ganze Jahr hindurch gejagt werden.
Beim Roth= und Rehwild gilt das Jungwild als Kalb bis zum letzten
Tage des auf die Geburt folgenden Dezembermonats.
* 13.
Innerhalb der geordneten Schon= und Hegezeit ist das Jagen, Tödten
und Einfangen der betreffenden Thiere, ingleichen bei jagdbaren Vögeln das
Zerstören der Nester und das Ausnehmen der Eier und Jungen aus denselben,
abgesehen von dem in § 3 gedachten Falle, verboten. Nur das Ausnehmen von
Kiebitzeiern ist bis Ende April gestattet.
8 4.
Das Ministerium ist befugt, für Hasen, Nebhühner und Wachteln den
Anfang und Schluß der Schonzeir in einzelnen Jahren durch besondere Verord-
nung andervweit festzusetzen, so aber, daß Anfang oder Schluß der Schonzeit
nicht über 14 Tage vor oder nach den in § 42 Nr. 7, 10 und 11 bestimmten
Zeitpunkten festgesetzt werden darf.
15.
Nicht minder bleibt dem Ministerium vorbehalten, soweit es wegen über-
hand nehmenden Wildschadens erforderlich, für einzelne Bezirke das Erlegen von
Wild auch während der Schonzeit zu gestatten.
8 46.
Umgekehrt sind die Landrathsämter ermächtigt, bei eintretender bedeutender
Insekten- und Mäusevermehrung die günzliche Schonung gewisser jagdbarer
Vogelgattungen (z. B. der Bussarde auf Zeit und für bestimmte Oertlichkeiten
anzuordnen.
§ 17.
Wer nach Verlauf von 11 Teien nach eingetretener Schonzeit, während
derselben Wild, rücksichtlich dessen die Jagd in dieser Zeit untersagt ist, in ganzen
Stücken oder zerlegt, aber noch nicht zum Genusse fertig zubereitet, zum Verkaufe
herumträgt oder zum Verkaufe ausstellt oder feilbietet oder wer den Verkauf
vermittelt, hat den Nachweis zu erbringen, daß das Wild außerhalb des Fürsten-
thums in dort unverbotener Weise erlegt ist.
Ist das Wild in den in 8§ 1, 14 gedachten Ansnahmefällen erlegt, so“
hat der Verkäufer oder derjenige, wolcher den Verkauf vermittelt, sich durch ein