Nummer 274
Hohe Kriegospende. Dieser Tage empfing
rie Kaiserin eine Abordnung des Vereins
Deutscher Lokomotioführer behuss Ueberreichung
der von diesem Verein gesammelten
Kriegoespende von 120 000 Mark. Die Kaiserin
belundete ihre Freude über die reiche Gabe,
die in der Hauptsache dem Zentralkomitee vom
Noten Kreuz zur weiteren Ausgestaltung der
Lazareltzüge überwiesen wird, zum lleineren
Teil aber nach dem besonderen Wunsch der
Geber den durch den Krieg besonders betrossenen
Landesteilen in Ostpreußen und im Elfsaß
zufliessen soll.
Al?b Weihnachisspende für unilere
Truppen im Felde übermittelle uns heute Oerr
J. Fichtmann, Herrengarderobegeschäft in Ro
senheim, mehrere Päle, enthaltend 12 Hemden,
12 Paar Unterhosen, 12 Paar woliene
Soten und 12 Taschentucher. Gleichzeitig uh#ergab
er uns 50 Ml. für die Angehöcigenunter
llätzung in Rosenheim. Wir werden diese Syenden
ihrer Bestimmung zuführen und sagen Herrn
Fichtmann dafür besten Dank.
Beförderung. Der in der Reserve des
Trains slehende Brauereibesitzerssohn Georg
Fenk aus Nosenheim (Hofbräu) wurde zum
Leutnant befördert. Auch der Bizefeldwebel
Richard Winter aus Nosenheim wurde num
Leutuant d. R. befördert
Aersammlung. Die Berlszuchtgenossenschast
Nosenheim hält am lommenden Sonntag,
den 20. November, ihre Herbüpersammliuna
vormit! ags- 10 Uhr in Törwang ab, wobei Dr.
Nillav Traunslein uber Landwirtschaft und
Krieg einen Vortrag hallen wird. Anchliethend
daran ist Ausschußfitzung der Alpgenossenichaft
Samerberg.
Raufserei. Am 24. Nov. lam es in einer
Liesigen Wirtschaft zwischen Hausierern zu einer
Nauserei. Hiebei wurde einer derselben durch
Messerstiche in beide Schuliern verletzt. Ir
wurde ins Krankenhaus verbracht
Der Weltkrieg.
Letzte Telegramme bis 3 Uhr nachmitlags.
Amtliche Nachrichten des WM. T. B.
Die Reiegslage.
Keine Uenderung in Flaudern.
Kleine Fortschritte bei Arras.
Berlin,
25. Nov.,
25. Nov. Großes Hauptquartier,
vormittags. Amtlich.
englischen Schisse wiederholten gestern
Küste nicht.
Die
ihre Unlernehmungen gegen die
Die Lage auf dem westlichen Kriegsschaupl #6
ist unveraänder!. Bei Arras machten wir kleine
Fortschritte.
Zusammenbroch der #russischen Ang#iffe.
In Cstpreußen wiesen unsere Truppen sämtlid,
russische Angriffe ab.
Die Gegenoffensive der Russen aus der Richtung
Warschau ist in der Gegend Lowicz-Throkow-Brzezeny
gescheitert.
Auch in der Gegend östlich Czenstochau brachen
sämtliche russischen Angriffe vor unserer
Front zusammen.
Oberste Heeresleitung.
·r ?"
Eine Denkschrift für den Reichstag.
Dem Reichstag ging eine Denkschrift zu. die
einen Ueberblit geben soll über die wichtigeren
gejengeberischen Verwaltunge= und anderen
Maßnahmen, die auf wirtschaftlichem Gebiet
anläßlich des Kriegszustandes in den ersten drei
Monaten der Kriegszeit vom Reiche oder unter
seiner Mitwirkung getrofsen worden sind.
ltere Maßnahmen werden folgen.
#——'.
Bei der Uebersicht über den Goldbestand der
Reichsbank wird gesagt: Die Erscheinung, daß
während der Kriegolrisi? von solcher Schwere
die Bevölkerung das in ihrem Besith befindliche
(Gold freiwillig zur zgentralnolenbank trägt
und dagegen Noten fordert, steht in der Münzund
Banligeschichte aller Länder und Völler
ohne Beispiel da und ijt ein überzeugender Beweis
nicht nur für den unerschuͤtterlichen Kredit
der Reichbanknolen, sondern auch für die Stärle
der in unserem Geldumlauf liegenden Goldreserven,
fur die wirtschaftliche Cinsicht und
Opferfreudigleit unieres Volles.
-zu der Moratoriumsfrage wird unter an
derem ausgefuhr!: Fur den Erlaß eines allgemeinen
Zahlungoausschuler lag, mie die Ent
wicklung seit Anobruch des Krieges befläligte,
in Deutschland lein Bedurfnid vor. Wenn auch
viele Zweige des MWirtschailslebens durch den
Krieg schwer betr offen worden sind, so war doch
der überwiegende Teil auf den Rrie g hinreichend
gerüstet und ein anderer von ihm verhälmismäß
zig so wenig beruhrt, daß die Mittel
zur Erfüllung der Verbindlichleiten beschafft
werden lonnten. Namentlich leigten sich auch
die Banken und Sparlassen der Lage gewachsen.
Eine wesentliche Hilfe bot den beleiliglen Kreisen
zunächst die Reichsbank mit ihrer für den
Kriegesall lang vorbereiteten krafwollen Slellung
und jodann in Wechselwirlung mil der
Reichsbank die Darlelenslassen und die zahlreichen
Kriegskreditanstalten, die mit großem
Weschid in wahrem (bemeinsinn auf den verschiedensten
Wegen des Zufammenschlusses gebildet
wurden. Demgegenuber. wärc die Geiamtlage
erheblich verschlechtert worden, wenn alien
Schulenern die Zahlung gestundet und so an
Stelle der Rechtspflicht der freie Wille geseht
worden wäre.
Ueber den Erfolg der Kriegsanleihe heißt
es: Dieser Erfolg ist ein ungeheuerer und erhebt
die Begebung der deutschen Kriegsanleihe
zum Nange des größten Finanzgeschäftes, das
die Welt bis dahin gesehen hat.
Beschießung der belgischen Küste.
WTB. Rotterdam, 25. Nov. Der „Notterdamsche
Courant“ meldet aus Oostburg: Am
23 ds. Mts. früh wurde den Bewohnern von
Blankenberghe bekanntgegeben, daß sie sich entfernen
sollen, da man eine Beschießung der
Küste erwarte.
Englische Verluste in Ostafrika.
Kopenhagen, 25. Nov. Der Staatssekretär
für Indien teilt über die Lage in Östafrika
mil: Aus den letzten Nachrichten geht hervor,
daß eine Truppenabteilung, die kürzlich von
Britisch-Ostafrika abgesandt wurde, um eine
wichlige deutsche Eisenbahn-Endstation zu besetzen,
schwere Kämpfe zu bestehen hatte.
Truppenabteilung hatie sich am 2. Nov. ausgeschisft
und rückte augenblicklich gegen die
Siellung des Feindes vor. Es zeigte sich indes,
daß der Feind mit bedeutender Stärke auftrat.
Obschon es unseren Truppen gelang, bis an
die Stadt zu kommen, wurden sie genoligt, sich
zurückzuziehen, und sich wieder einzuschiffen, um
die Vorbereitungen für lünftige Operationen
al#zuwarten. Unjere Verluste betragen beinahe
800 Mann. (3Z.)
Eine russische Niederlage.
Wien, 25. Nov. Wie aus Czernowitz gemeldet
wird, erlitten die Russen zwischen Priyrow
und Kloninca eine schwere Niederlage.
Sie gerieten dort zwischen zwei Feuer und ergrissen,
als unsere Truppen auf der ganzen
Linie einen Bajonettangriff machten, in wilder
Unordnung die Flucht. Sie ließen zahlreiche
:
Die
Italienischer Protest an England.
Mailand, 25. Nov. Die hiesigen Bläller
„Perseveranza“, Lombardia“, „Corriere della
Sera“ und „Il Sole“ fordern energische Vorstellung
der italienischen Regierung bei der
englischen wegen der ungerechtfertigten Beschlagnahme
der amerilanischen Kupfersendungen
nach Jlalien durch englische Kriegsschiffe. (1..)
Am Suczkanal.
Mailand, 25. Nov. Wie aus Alerandrtien
gemeldet wird, hat etwa 20 Kilometer östich
vom Suczlanal zwischen türlischen Truppen #ud
indischen Kamclreitern ein Gesecht stattgefund'en,
das durch das Eingreisen turlischer Kavalleoiie
zu unguniten der Inder entschieden wurde. ie
Türlen führen vier schwere Batterien mit, von
denen eine bereits am Kanal aufgestellt sein
soll. Die Türken sollen beabsichligen, mit diesen
Geschützen die Kunstbauten der Kanalufer
zu zerstören und die englischen Kriegsschiffe
festzulegen. (Z.)
Die Türken im Kaukajus.
Konstantinopel, 25. Nov. Die Türten
halen bei Trapezunt und Erzerum eine bedeutende
Streitmacht lonzentriert, die auf untejsähr
300000 Mann geschätzt wird. Diese Streilmacht
beginne jeßt einen allgemeinen Aufmar'h,
der sich in einer Front von der persischen Greze
bis Vatum erstreckt. (3.)
Durchschnittenes Kabel.
Wie aus Loank on
hat der Gouverneur von
daß das Kabel von den
Deutschen bei Kriegsausbruch abgeschnit:en
worden ist. Man hatte anfangs gemeint, ein
Erdbeben am 3. August sei an der Zerstörung
schuld. Es hat sich aber jetzt Berausgestellt, daß
das Kabel abgeschnitten worden ist. (3.)
Eetßte Nachrichten.
Große Betrügereien.
Berlin, 25. Nov. Nach einer Meldung aus
Karlsruhe ist der flüchtige Direktor Fritz Hermann
vom Pforzheimer Bankverein verhaftet
worden. Sein Mitdirektor Krämer befindet sich
bereits in Untersuchungehaft. Beide haben den
Bankverein um acht Millionen Mark geschädigt.
Ehristiania, 25. Nov.
lelegraphiert wird,
Jamaila gemeldet,
Schiffsunglück.
Neunyork, 25. Nov. Ein Telegramm aus
San Francisco besagt: 65 Schiffbrüchige dejinden
sich an Bord des Schooner „Hanal#i“,
welcher langsam auf den Felsen von Durbury.
neun Meilen von der Nordeinfahrt nach San
Francisco, in Trümmer geht. Rettungsbote
versuchten vergeblich, während der Nacht Rettungsleinen
zu schleudern. Ein zweites Telegramm
besagt: Der Schooner isl jent ertrümmert.
Ein Wrackstück, an das sich 18 Personen
llammerten, wurde an den Strand getrieben.
Man glaubt, daß alle anderen umgekommen
sind.
Schäünheft
ein zarte 4% — totitas. jugeodlrisches A
—##. diss erseugt d’e en
Sledlenpferdgeil
zen mit 330.)
Donnerstag, 20. Aovember 1814
Mitternacht im Schützengraben.
Mitternacht im Argonnenwald,
Totenstille, der Wind blies kalt;
Im Schützengraben einig vereint
Preußen und Bayern, hart vor dem Feind. 1
Plotzlich eine Botschaft Seiner Majestät 2
Mit Windeseile durch die Reihen geht: I.
„Den ersten Seesieg haben wir errungen, ½
Ein dreifach Hurra! unseren blauen Jungen.=In
der ganzen Linie, Mann für Mann,
Stellt jeder seine Uhr und dann
12 Uhr verkundet die -tund,
Ericholl aus tausendfachem Mund:
Durra, Bhurra, hurra, kann still;
Doch plotzlich Gelnatter, Kanonengebrull.
Der Feind, aus Angst, wir gingen zum Sturm,
Schoß wie verzweiselt, der arme Wurm.
Wir aber saßen in DTecung und lachten zum
Schlu
1·I
Pet—
Es wurde keiner getcoffen, umionst jeder Schuß.
. 11. 13. 3.
Markiberichte.
München. 20. Nov. Der heutige Sch lachn
viehmarkt war wiederum mit sämtli
Schlachtoiehgattungen sehr gut bestellt, im gan-Zinck.
In der Qualität des in
dieser Woche eingelaufenen (Großviehs ist am
banerischen Markte ein lleiner Rükgang zu vereichhnen,
befonders lei den Ochsen waren nur
einige Stude von wirklich guter Ware zu finden.
Die Lualitat der Kälber blieb unverändert;
rech! wenig ute. jehr viel miltel- und minderwertige
Tiere. Der Schweinemarkt hatte
auch heute wieder eine gesteigerte zufuhr an
lricklen und jungen Bratenschweinen, Fettid.
weine waren in geringer Anzahl vertreten.
Der heutig: Großviehauftrieb betrug 1460
Ziid, und zwar 230 Ochsen, 467 Bullen, 601
Kühe und 102 Ninder. Bei ruhigem Geschäftsgange
erzielten pro Jentner Lebendgewicht:
öfterreicker Ochsen 55 53 Mk., bayerische Ochsen,
vollfleischige, cus genmiästete. höchsten
Schlachtwertes 52 58 Mk., im Alter von 4
bis 7 Jahren 46 bis 51 Ml., mäßiggenährte
41— 45 Mk., Vullen, vollfleichige. ausgewa
sene 40 35 Mk., vollfleischige jungere 34 bis
39 Mt., mäßig genährte 30 33 Mk., Kühe
und Kalbinnen. voflileischige, ausgemsiete bis
7 Jahren 41 44 Mk., mäßig genatn 36
40 Mk., gering genährie 24 35 Rinder.
veilseeste 1 19 Ml., maßig #esshan
38 44 Mk., gering genährte 31 7 .Auf
dem Aneeg waren 6940 Stül, und
zwar 721 lebende und 8268 tote Kälber, 1326
lebende und 2158 tote Schweine (davon 1173
Stück aus Norddeunich land), 402 Schafe und
1507 Lämmer. Der Handel auf dem Kälberund
Sqchweinemarit war flau und es verblieb
ein Refl. Die Preise bewegten sich für ein Pfund
Lebenrgewickt bei den Kallern zwischen 37 und
52 Pfg., bei den Schweinen zwischen 45 und 50
Pfennig, feintr 53 Pfg., Schweinemuttern 36
bis 42 Pfg., geschlachtet koĩteten Kälber 37 bis
52 Pfg.. Bratenschweine 60 68 Pfg., Fettschweine
54 63 Pflg.
Wien. 1. Juni 1911. es bandelt ah
meistens um herzkranke Ueuranheniker
und Rephritiker (nierenkranke und um
einen fall von Gallen#einleiden. Aber
auch leuten, dle nur leichte nervöfe
Störungen aufwiefsen, aber nach dem
benus von schwarzem Kaffec oder Karkem
braunen miunlchkaffee Unbehagen ve.
kamen (leichten Kopfaruch, riet ich den
coffeinfreien Raffee hag an. Sämuitliche
Taltenten meldeten. 166. daß sie deuseiben
Genus ure beim gewöhnlichen
Kaffee gehabt häuen, die beschwerden
aber alle ausgebltieben wären.
Aus: „Awtlice E fadrun jen mir conntei
Kafe Julius Neubdauer. A-) s K.
Rudolsalpicals. R Aeriliche S#ndekenen Die
Heilkunde"“, Wlen
IVeteranen- uad Kriegervere
Rosenheim. E. V.
Morgen Douners
tag, den 26. Nov.
vormittags 9 Uhr
Beleiligung an
dem Trauergoltteddienst für
die auf dem Felde der Ehre
gefallenen
Kerra Niehael Nolinger
RKltter des eisernen Rreuzes,
Reseroi d. 1 Kef.-Juft.Regt.
Yeira Vinzenz Tllger
Reserrist des
S. bay. Ghevanzleger Regt.
Die Vorstandschaft.
ousstellung früh ½9 Uhr
dem ahrenquartier
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Wei= Tote und Verwundete zurück; außerdem mach- ##ku## , ges —
ten wir mehrere Tausende Gefangene. (J.) U. ————5 “"n #
Bekan Atmachung. Elektr. Ingenieurbüro Frisch gewässerten
H. A. Kallhofert, *
Das fiellvertretende General Ktüher August Thanner 19 1
kommmando l. A.-K. hat mits rel. 207 Rosenheim Rathausstr. 12 3
Verfügung vom 11. November m Lutzhaus emnpfiehlt 9709
1914 alle Versteigerungen von führt us: Elektr. Lichtz. Wualt-. u. . 1## Henkauser,
Häuten und Fällen auf Grund
des Art. 4 Ziff 2 des Kriegszustandsgesetzes
bis auf weiteres
verboten. 970
Noseuh), im, 23. Nov. 1914
Stadtmagistrat.
Kleinere
Wirtschaft
ohne Metzgerei oder Kaffecrestaurant
zu rachten gesucht. Of##erten unter
D 0 U1“ an de Exredlieon.
Garantter, reincs
Put tersnab
Lhr ansig für Wiederoerkäufer
empf-eblt
S. Kroltenhaufer.
gen füur Prlvate, lndustrie- u. Land-Wirtschaft,
Lager in Motoren, Lumpen
und Sicherungen, ' Kostenanschlägc.
Besuche unverbindlich. Konzess:
Städt. Elcku#.-Werk Rosenhelm,
Oberbayerische Ueberlandzentrale.
Heirat!
Wilwe, 45 Ihr, ali, bsech ongenchm
Bekhtre 0 K+ Bermögen, wünscht
ch mil edenstonsde rechtiglen Garn In
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Färberstraße 4. Tel. 121.
Bekanntwachung.
Am Freitag, 27. November
1914 werden in Mühlbah
bei Oberaudorf:
2 mehrere Monate alto
Kälber
zwangsweife r freier Hand
Ptrer der Kauflustigen
hr nachm. im Niederauerschen
Gasthause dortsekbft.
bdic der- Badn, bis 1. Dezemter zu
Nah. Enp. —
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Gerichtsvollzleheret
Nosenheim. 1312.