422
weitesten Gefäßöffnungen des sehr gefäßreichen Holzes. Ihr
Durchmesser beträgt 40 bis 80 4, ausnahmsweise bis 160 4.
Sie enthalten ein braungelbes Sekret. Die Parenchymzellen
enthalten kleinkörnige Stärke.
Radix Liquiritiae. — Süßbolz.
Die getrockneten, geschälten Wurzeln und Ausläufer von
Glycyrrhiza glabra Linns.
Die Wurzel ist meist unverzweigt, bis über 1 m lang,
bis 4 cm dick, spindelförmig, am oberen Ende oft keulig
verdickt. Die Ausläufer sind den Wurzeln ähnlich, jedoch
walzenförmig. Beide sind bellgelb, mit feinen, von der Oberflache
sich ablösenden Fasern versehen, zähe, auf dem Bruche
langfaserig und grobsplitterig. Der Querschnitt zeigt eine
hellgelbe, bis 4 mm dicke Rinde und ein gelbes Holz. Das
Holz ist geradstrahlig, vielfach längs den deutlich sichtbaren
Markstrahlen gespalten. Die Auslaufer besitzen ein kantiges
Mark, das den Wurzeln fehlt. Süßholz riecht schwach,
eigenartig und schmeckt füß.
Mikroskopische Untersuchung. In der Rinde und
im Holzkörper sind zahlreiche, von Kristallkammer fasern
begleitete Gruppen langer, geschichteter, stark verdickter Fasern
vorhanden. In der Rinde finden sich zusammengedrückte
Siebstränge, im Holze sehr weite, vereinzelt oder in
Gruppen von 2 bis 4 stehende, meist kurzgliederige, gelbe
Tüpfel= und Netzleistengefäße. Die Markstrablen des Holzes
sind 3 bis 8 Zellen breit. Außer in den Kristallkammerfasern
kommen fünf bis sechseckige, oft langliche Einzelkristalle in
Rinde und Holz zerstreut vor. In den Parenchumzellen