Full text : Rosenheimer Anzeiger. 63. Jahrngang (63)

Aum̃mser  32

Tlletgan  Mahnahmen  unwirlsam  machen.
ie  Landwirte  brauchen  mit  Eintritt  der  Som-!!m
  den  Beginn  der  Feldarbeit  nur  um  eine
Stunde  zu  verschieben,  und  hinsichtlich  der  Milch-Mlieser#
  kann  durch  ent'prechende  Festsetzung
des  Fahrplans  allen  Bedürfnissen  Rechnung
getragen  werden.  Im  Vorjahr  war  dies  nieht
möglich,  da  der  Sommer  Fahrrlan  bereits  ausgearbeitet
  war,  als  die  Nerfügung  uber  die  Einführung
  der  Sommerzeit  erlassen  wurde.  Ueber
die  Frage  der  Beibehaltung  der  Sommerzeit
hat  der  Bundesrat  von  einer  Reihe  zuständiger
Stellen,  wie  der  Handwerkskammern,  der  Landwirtschafts-Organisationen,
  der  Schulräte  usw.
Gutachten  eingefordert,  an  Hano  deren  er  sei
nen  Entschluß  fassen  wird.  Neben  allen  bereils
genügend  gekennzeichneten,  Vorzügen  der  Sommerzeit
  läßt  besonders  auch  der  Umstand  ihre
Beibehaltung  als  begrüßenswert  erscheinen,  daß
die  von  Deutschland  ausgegangene  Einführung
der  Sommerzeit  sofort  von  unseren  Feinden
nachgeahmt  wurde.  Zwechmäsfig  dũrfte  es  er—
scheinen,  die  Sommerzeit  heuer  bereits  am  1.
April  begimen  und  am  31.  Auguft  enden  zu  lassen.“
  Durch  diese  Beweisführung  wird  die
Haltung  auf  dem  Lande  der  Neuerung  gegenüber
  schwerlich  günftiger  gestimmt  werden.  Auch
fonst  ist  die  Stimmung  für  die  Sommerzeit
nicht  besonders  gunstig.  In  einer  in  Schleißkeim
  abgehaltenen  Versammlung  der  Remonte.
Arbeiter,  bei  der  auch  Vertreier  anderer  bayer.
Nemonte  Depots  anwesend  waren,  wmurde  Stellung
  genommen  gegen  die  Wiedereinführung
der  im  vergangenen  Zahre  durchgeführten
Sommerzeit.  Die  Arbeiter  gaben  allgemein  der
Auffassung  Ausdruck,  daß  die  im  vergangenen
Jahre  erstmals  durchgeführte  Sommerzeit  nicht
im  emtferntesten  die  Hoffnungen  erfüllt  habe,
die  erwartet  wurden.  Vom  Zentralrerband  deutscler
  Militär  Handwerker  und  -Arbeiter  wurde
in  emer  Eingabe  an  das  Ministerium  der
Wunsch  ausgesprochen,  es  möchte  im  Jahre
1917  nicht  mehbr  die  im  Vorjahre  angewendete
Vorrückung  der  Zeit  vorgenommen  werden.

Aus  dem  Gerichtstaule
Meineid.

München.  7.  Februar.  Der  54jährige  frülere
  Bauer  Kafrar  Kothletlner  von  Baum,
flingl  bei  Miesbach  war  bis  zum  27.  April
1912  Besitzer  des  Mareis  Anwegen-  in  Unterschönau,
  A.G.  Miesbach.  Drei  Tage  später,  am
Z#.  April,  erging  in  einem  Forderungsprozeß,
welcher  sein  Bruder  gegen  ihn  führte,  Urteil
auf  Bezahlung  von  1875  Mark.  Nachdem  das
Vollstredungsverfahren  keinen  Erfolg  hatte.  erhob
  der  Bruder  gegen  den  Käufer  des  fraglichen
  Anweseno  Anfechtungsklage  und  behauplete,
  der  Beklagte  habe  dieses  nicht,  wie  in  der
notariellen  Urlunde  verbrieft  wurde,  um
18  500  Mark,  sondern  um  27500  Mark  gekaun:
  demgemäß  stehe  dem  Verkläufer,  dem
heuligen  Angeklagten,  noch  eine  Forderung  von
900  Mark  zu.  In  diesem  Prozesse  wurde
am  30.  November  1915  in  einem  Beweiserhebungstermine
  die  damalige  Geliebte  des
Kaspar  Kothlechner,  die  26jährige  Bauerstochter
  Therese  Weinmayer  von  Wendling,  GOde.
Irschenberg.  welche  nunmehr  mit  ihm  verheiratet
  ist,  als  Zeugin  vernommen.  Sie  sagte
dam.  von  Kaspar  Kothlechner  unter  Drohnn.
gen  hiezu  angestiftet,  unter  Eid  aus.  daß  das
wischen  beiden  benandene  Liebesverhälinis  schon
seit  2—3  Jahren  ausgelöst  sei  und  sie  einmal
ielbit  mit  angehört  habe,  wie  Kaspar  Kolh.
lechner  den  Käufer  seines  fruheren  Anwesens
wegen  des  Kaufes  einen  Schuindler  und  Spitzluben
  geschkolten  habe  und  letzterer  sich  dies
alles  gefallen  lassen  mußte.  In  der  Tat  hat
ich  die  Weimmayer,  nunmehr  verebelichte  Kothled'ner,
  damals  in  gesegneten  Umständen  be.
funden  und  Kothlechner  die  Vaterschaft  an.
erkamt.  Der  Streit  war  ebenjalls  glatt  er.
sunden.  In  der  Verha  indlung  war  die  Weinviayer
  ihrer  Tat  unter  Tränuen  gest  ändig.  während
  der  Angellagie  auf  seinem  schon  in  der
Voruntersuchung  beliebten  hartnäckigen  Leugnen
  verharrte,  seine  Frau  als  geistesschwach  hinusteilen
  versuchte  und  erklärte,  er  könne  sich  nicht
denken,  wie  sie  dazu  gekommen  sei,  solche  Aussagen
  vor  Gericht  zu  sachen.  Die  Verhandlung
vor  dem  Schwurgericht  nahm  zwei  Tage  in
Anspruch.  Kaspar  Kot  lechner  wurde  zu  1  Jahr
2  Monaten  Zuchthaus  und  5  Jahren  Ehrenrechtsverlust,
  Therese  Kothlechner  zu  6  Monaten
Gefängnis  verurteilt.  Den  Verurteilten  wurden
wei,  bzw.  vier  Monate  Untersuchungehaft  an  ·
gerechnet.

 

Schmiergelder.

Dresben,  7.  Februar.  Die  Strafkammer  zu
Dresden  verhandelte  am  3.  Februar  auf  An.
trag  des  DVereins  gegen  das  Bestechungs-Unwesen,
  Sitz  Berlin,  gegen  die  Werkmeister  Bit.

zedun  und  und  gegen  den  Einkäufer  Gruhn

von  miergeldern.  Die  beiden
  Wrsteren  wurden  9%  ,  der  letztgenannte
  zu  300  —

t  m*.*  E22

 

WIe  lterberist  für  Freitag,  den  9.  Februar  1917.
Heiteres  gtosubetter.

 

Banle  Chtoull.

Altes  Sonntagsgebet  siegreicher
Truppen.  Der  erste  christliche  Kaiser,  Lonstantin
  der  Große,  gestorben  im  Jahre  337,
ließ  jeweils  am  Sonmtag  auf  freiem  Felde  feierlich
  und  gemeinsam  von  den  Heeres  Abteilungen,
  die  nicht  am  Gottesdienst  in  der  Kirche
teilnehmen  lonnten,  das  nachstehende  Gebet  verrichten:
  „Dich  kennen  und  ehren  wir  als  unseren
alleinigen  Gott.  In  Dir  erkennen  und  ehren
zi  unsern  höchsten  Herrn  und  Lenler.  Zu

Dir  schreien  wir  auf,  der  Du  bist  unser  Hel  er
und  Hort.  Durch  Dich  trugen  wir  die  Siege
davon;  durch  Dich  stehen  wir  in  Obmacht  vor
geworsenen  Feinden.  Dir  bekunden  wir
feierlich  Dank  für  die  gewährten  Wohltaten;
und  Dir  vertrauend,  erhoffen  wir  künftiges
Glück.  In  Deinen  Schutz  begeben  wir  uns
allzumal.  Dir  nahen  w.r  und  flehen  inständig
mit  erhobenen  Händen:  Sd.irme  mit  Deiner
ewigwachen  Obhut  unseren  Kaiser  und  mit
ihm  sein  erhabenes  Herrsa-erhaus!  Erhalle  ihn
uns  noch  lange  Jahre  am  Leben  und  in  sieggelröntem
  Walten!“  Dieses  Gebet  in  seiner
Schlichtheit  und  Innigketi,  das  vor  16  Jahr.
hunderten  den  kempfenden  Truppen  ein  Quell
der  Stärkung,  Erbauung  und  Erhebung  war,
offenbart  uns  die  Ewigkeitswerle  christlichen
Glanbens  und  verdiente  auch  heute  Eingang  bei
den  Truppen  an  unseren  Kampf-Fronten  und
in  den  Gemeinden  der  Heimat.

Der  kälteste  Winter.  Für  das  mittlere
  Europa  war  wohl  der  kälteste  Winter  der
des  Jahres  1709.  Nach  einer  freilich  etwas
ghamastihen-  lderung  des  Naturforschers
Gotthilf  v.  Se  fcet,  der  dem  deutschen  Romaniiker.
  Kreise  angehörke,  sind  damals  nicht
nur  auf  den  Landstraßen  und  draußen  im
Freien,  sondern  mitten  auf  den  twibele
Gassen  der  Städte  und  lelbit  in  den  Häusern
viele  Menschen  erfroren.  „Das  slärkste  Feuer
in  den  Oefen  und  Kaminen  reichte  nicht  hin,
ein  Zimmer  von  mäßiger  Größe  notdürftig  zu
durchheizen.  Während  die  eisernen  Platten  des
Ofens  glühten,  überzog  sich  sechs  Schritte  davon,
in  der  Nähe  der  Fenster,  das  Wasser  in  einem
Gefäß  mit  Eisblumen.  Felsen,  in  deren  Klüsten
sich  das  Wuasser  verhalten  hatme,  das  nun  beim
piötzlichen  Gefrieren  wie  Sprengpulver  wirkte,
jerbarsten  von  der  Stärke  des  Frostes.  Sper.
linge,  Dohlen  und  Krähen  fielen  zuweilen  plöglich
  tot  aus  der  Luft  herunter.  ganze  Ketten
von  Rebhühnern  fand  man  in  den  Schneegeröllen,
  dahin  sie  sich  gerettet  hatten,  erstarrt.
Fledermäuse  wurden  durch  den  ungemöhnlich
hohen  Grad  der  Kälte  aus  ihrer  Winterruhe
geweckt.  sie  flalterten  mitten  am  Tage  heraus
ins  Freie,  sanken  aber  nach  wenigen  Schwingun.
gen  tot  zur  Erde.  Die  Schnelligkeit  der  Hirsche
und  Rehe  war  dahin,  wie  gelähmt  sah  man  die
Tiere  in  der  Nähe  der  Landstraßen  und  selbst
der  menschlichen  Wohnungen  umhertaumeln,  als
der  Frühling  lam,  sand  man  eine  goh-  An.
zahl  derselben  zot  im  Walde  liegen.  Die  Weiher
und  Teiche,  deren  Wasser  bis  auf  den  Grund
herab  ausgefreren  war,  stanken,  als  sie  weder
auftauten,  von  der  Masse  der  toten  Fische.
Das  Elend  und  die  Not  gingen  damals  in  sehr
mamnigfaltigen  Gesialten  umher,  denn  außer  der
starken  Winterkälte  batte  das  Volk  auch  durch
Mangel  und  große  Tenerung  der  Lebensmittel
zu  leiden.  Die  Mintersaaten,  die  Reben,  der
größte  Teil  der  Obstbäume  waren  vernichtet,
die  Getränke  und  Gemüse  selbst  in  den  wohlverwahrtesten
  Kellern  zu  Eis  gefroren.  Sehr
viele  Wanderer  hatten  das  Los  zu  erfrieren,
ein  Schicksal,  vor  dem  selbst  die  Passagiere  in
den  Diligencen  und  die  Postillione  in  der
Hülle  ihrer  Mäntel  und  Pelze  nicht  geschützt  waren.
  Denn  mehrere  Male  geschah  es,  daß  die
Postpferde  mit  ihrem  Wagen  oder  Felleisen  an
der  Station  ankamen,  aber  niemand  stieg  aus
und  ab,  die  Fahrenden  und  Reisenden  waren  zu
Leichnamen  geworden.  An  ein  paar  Grad  Wärme
  mehr  oder  weniger  hängt  das  Leben  auf  der
Erde  mit  all  seiner  Hoffahrt.“

*  ·  r—

Der  Bahnhofswirt.  Samstag  vormittag.
  Ich  habe  Aussicht  beim  Unterricht  in
Offizierabteilungen  über  „Verhalten  auf  Ur.
laub“.  In  der  fünflen  Korporalschaft  frage
ich  den  Relkruten  Hoffmann:  „Fahren  Siee
heute  auf  Urlanb?“  —  „Irwoft.  l,  Herr  Feldwebel.
  „Wohin?“  „Nach  Megelstatt.“
—  „Sch  Sübn.  Nehmen  wir  mal  an,  am  Sonntag
abend  geht  der  letzte  Zug  nach  hier  um  7  Uhr
von  Megelstatt  ab.  Sie  kommen  7  Uhr  20  auf
den  Bahnhof;  W.  8  ist  abgefahren;  um
12  müssen  Sie  n  r  Kaserne  sein.  Was  ma.
chen  Sie?“  —  ist  anss7  Herr  Feldwebel.“
  —  „Veim  preußischen  Militär  ist  alles

möglich.“  —  kamn  mir  ncht  passieren,
Ferr  Felpwebel!“

Gerade  will  ich  seinen  eeit  zähont

  8  *  der  i  i  M
tattennt  »
Eint  wmuch  der  Bahesow#rt  von  Wohe

statt.“

 

Kreitag,  9.  Gebruar  1012

 

Der  Weltkrieg.

Ver  Buch  mit  Amerils.

Die  Heimreisee  des
Grafen  Bernstorff.
gopenhagen,  8.  Februar.  Zur  Heimreise
des  Grafen  Bemnstorff,  die  über  Kopenhagen
gehen  wird,  soll  der  Dampfer  „Frederik  VIII.“
der  Skandinavien-Amerika-Linie,  der  in  Neunorl
  liegt,  benüht  werden.  Verhandlungen  darüber
  sind  im  Gange.  Die  Ankunft  des  Grafen
Bernstorrff  in  Kopenhagen  ist  in  diesem  Falle
Anfang  März  zu  erwarten.

Der  amerikanische  Schiffsraub.

Haag,  8.  Februar.  Llond  meldet  aus  Honolulu,
  daß  in  neun  deutschen  Schiffen  die  Kessel
und  Maschinen  zerstört  worden  sind.  Die  Schiffe
stehen  unter  Bewachung.  Die  Besatzungen  wur.
den  verhaftet.

Amerika  und  der  Londoner  Vertrag.

Haag,  8.  Februar.  Wie  die  „Times“  aus
Walhington  berichtet,  würde  Präsident  Wilson
im  Falle  eines  Krieges  nicht  geneigt  sein,  ein
Ablommen  mit  der  Entente,  keinen  Sonderfrieden
  zu  schließen,  zu  unterzeichnen.

Amerikanische  Munition.

en  f.  8.  Februar.  „Daily  Chronicle“  mekdet
aus  Neuyork:  Einer  der  großen  Munitions  Konzelne
  bekam  bereits  die  Weisung,  die  Lieserung
an  die  Entente  einzustellen  und  künftighin  für
die  Vereinigten  Staaten  seibst  zu  arbeilen.

Amerikanische  Stimmungen.

Neuvork,  8.  Febr.  Zahlreiche  Blätter  hofsen,
  daß  der  Krieg  verhütet  werden  könne,  die
nefifmistische  Auffassung  aber  herrscht  vor.
Maigebende  Persönlichleiten  hallen  es  für  nicht
auggeschlossen,  daß  man  eotl.  Ausschreitungen
des  Pöbels  gegen  hier  wohnende  Deutsche  abmenden
  müste.  Das  Publikum  verhält  sich  jedoch
  zur  Zeit  im  allgemeinen  ruhig.

Vern,  8.  Febr.  Der  Matin  meldet  aus  Neunorl:
  Die  Vertreter  von  5100  deutschen  und
österreichisch  ungarischen  Gesellschafien  beschlosten
eine  Kundgebung  gegen  den  Krieg.

.  Auch  Brasilien?

Bern,  8.  Februar.  Von  den  brasilianischen
Bütterstimmen  ist  die  des  „Jotnal  do  Commercio“
  bemerkenswert,  das  sagt,  es  zweifle  keinen
Augenblick,  daß  Brasilien  an  der  diplomatischen
Aktian  der  Veremigten  Staaten  teilnehmen
werde.

Wuson  und  die  entopälschen
-euledlen.

Die  europäischen  Neutralen.

Verlkin,  .  Februar.  r.  Graf  Tisʒa  machte,
wie  aus  Budapest  gemeldet  wird,  in  den  Beratungen
  mit  seinen  Parteigenossen  die  Mitteilung,
  dass  noch  vor  Absendung  der  deutschen
Note  von  den  Zentralmächten  mit  den  neutralen
Staaten  Fühlung  genommen  wurde,  und  daß
man  auf  Grund  dieser  Fühlungnahme  als  sicher
  annehmen  könne,  daß  die  europäischen  Neutralen
  eine  kriegerische  Aktion  gegen  die  Zentrasmächte
  untermnehmen  würden.

Milsons  Note  an  die  Neutralen.

Kopenhagen,  B.  Februar.  „Politiken“  berichlet,
  daß  die  Note  Wilsons  vom  amerikanischen
  Gesandten  im  Ministerium  des  Aeußern
überreicht  wurde.  Die  Note  enthölt  keine  Aufforderung
  oder  Anfrage,  sondern  slellt  nur  eine
Meinungsäußzerung  dar,  die  infolge  ihrer  Form
nach  dem  diplomatischen  Brauch  eine  Antwort
nicht  beansprucht.  Das  Blatt  sagt:  Der  Schritt
Milsons  kann  keine  andere  Antwort  hervorrusen
  als  die,  daß  man  die  Auffassung  des  Präsidenten
  nicht  teilen  könne.

Schwedens  Ablehnung.

Stockholm,  8.  Februar.  „Soensla  Tele
grombyran“  meldet:  Der  hiesige  amerikanische
Gssandte  wurde  schon  bei  der  Usberreichung  der
Note  Wilsons  vom  5.  Febs#a  von  dam  Müniste
  des  Aeußern  —  u  dat  Swe##-  den
Stritt  der  Werelntgten  Staaten  ich
nict  würde.  222
Enischlußz  wurde  gestern  im  data  gefahtt.

 

Spaniens  Neutralität.

Bern,  3.  Februar.  Der  „Temps“  na#det
aus  Madrid:  Die  „Correspondenzia  de  E#pan“
glaubt  zu  wlssen,  die  spanische  Note  worde  belonen,
  daß  Spanien  seine  Haltung  nicht  ändern
merde,  weil  es  mit  allen  Mitteln,  selbst  um  den
Preis  der  größten  Opfer  die  Entwidlung  seines
nationalen  Lebens  sichern  wolle.  Spanien  Merde
auch  fernerhin  die  loyalste  Neutralität  beobachten.


·*  „½

*èêv7  Versenkte  Schiffe.

London,  8.  Februar.  Nach  englisch  franzSsischen
  Meldungen  wurden  versenkt:  die  englischen
  Dampfer  „Azul“  und  „Saxron-Briton“,
der  französische  Dampfer  „Syloio“  und  der
norwegische  Dampfer  „Kinak".

England  und  Holland.

Berlin,  8.  Februar.  Wie  WIB.  aus  guter
Quelle  erföhrt,  mac#te  England  die  Kohlenzufuhr
  an  Holland  bereits  vom  29.  Jannar  ab
von  Bedingungen  abhängig,  die  für  Holland
unannehmbdar  waren,  daher  von  der  holländischen
  Regierung  abgelehnt  werden  mußten.  Hiernach
  machte  England  schon  vor  der  deutschen
Erklärung  vom  31.  Januar  die  Kohlenzufuhr
nach  Holland  tatsächlich  ummöglich.

Die  russische  Ministerkrise.

Basel,  3.  Februar.  (Havas.)  Wie  das
„Journal“  aus  Petersburg  ersährt,  wird  Protopowow
  demissionieren.

sei

AsMausWelch-Insstu.

Wien,  8.  Febr.  Die  Wiener  Allgemeine
Zeitung  meldet:  Die  Besprechungen  zwischen
dem  Ministerium  des  Aeußeren  und  dem  hie
sigen  amerikanischen  Botschafter  dauern  an.  Die
diplomat'sc#en  Beziehungen  zwsichen  den  Vereinigten
  Staaten  und  OeiterreidUngqarn  beilehen
weiter.  Zu  einem  endgiltigen  Ergebnis  haben  die
Bespreckungen  vorläufig  noch  nicht  geführt.  In
Amerila  sind  Strömungen  und  Bemühungen
vorhanden,  die  darauf  hinausgehen,  den  Fort
bestand  der  diplomatisegen  Bezichungen  zwmi
sccen  den  Vereinigten  Staaten  und  Oesterreich
Ungarn  zu  ermöglichen.

Wien,  8.  Febr.  Die  Spannung  zwischen
Wien  und  Washington  besieht  unvermindert
fort.  Ruhige  Köpfe  suchen  indessen  immer  noch
alles  zu  tun  und  zu  betonen,  was  einen  Abbruch
der  Beziehungen  verhindern  könne,  Dabei
herrscht  nicht  die  Zahl  der  Tonnen  und  der
Wert  der  Schiffe  vor,  die  die  Monarchie  dru.
ben  liegen  hat  und  die  interniert  werden  könn
ten,  denn  es  sind  geringe  Werte,  um  die  es  sich
hier  handelt.  In  Wien  sind  es  andere  Erwägungen,
  die  den  Abbruch  der  Beziehungen
beklagenswert  erscheinen  lassen  würden.  Vor  al.
lem  die  grosße  Zahl  der  Auswanderer,  die
zwischen  den  beiden  Ländern  eine  sehr  reale  und
tiese  psodlische  Verbindung  bedeutet.  Denn  von
der  großen  Zahl  der  fremden  Einwanderer,
die  Amerika  jährlich  importiert  und  die  Hauplarbeitslräfte
  liesert,  gibl  Ocsterreich  Ungarn
elwa  1  Prozent  seiner  Bürger  seit  Jahrzehm
ten  an  Amerika  ab.

 

Lehte  Nachrichleu

Großes  Erdbeben  in  Kamtschallo.

Stodholm,  8.  Februar.  Nach  Meldungen
aus  Petersburg  ereignete  sich  am  30.  Januar
in  Nordostasien  ein  furchtbares  Erdbeben.  Man
nimmt  an,  daß  ein  großer  Teil  von  Kamtschatka
  im  Meer  verschwunden  ist.  Der  Seismograph
  in  Pulkowa  war  fünf  Stunden  in  Tätigkeit
  und  wies  schließlich  eine  Verschiebung  von
5,6  Millimeter  auf.  Bei  der  Katastrophe  von
Messina  zeigle  er  nur  eine  Perschiebung  von
1  Millimeler.  Die  Entfernung  nach  Kamtschatka
  ist  dreimal  so  groß.

 

unentgel  Mittage

obn.  in  der  gingen  be  —
Kämmerei  ein:

Ueberirag:  2194.33  Maut

I.  G.  E###  50.  Marl

Vrau  ..  Wl  W  Q-»

Zahnar###  Walc  20—  Mul

S###  2365.33  MM#4
Weiteren  Gaben  sehen  wir  gerne  entgegen,