Full text : Medizinal-Statistische Mittheilungen aus dem Kaiserlichen Gesundheitsamte. Sechster Band. (6)

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wie  auch  im  Reg.-Bez.  Oppeln  auffallend  selten  als  Todesursache  verzeichnet
worden.

15.  Von  den  auf  gewaltsame  Weise  herbeigeführten  Todesfällen  bei  Personen  mittleren
  Lebensalters  waren  in  den  thüringischen  Staaten,  sowie  in  Berlin  etwa  ½
durch  Selbstmord  und  nur  ½  durch  Verunglückung  herbeigeführt,  umgekehrt  waren
in  den  Regierungsbezirken  Arnsberg,  Oppeln,  Düsseldorf  durchschnittlich  mehr  als
2/3  durch  „Verunglückungen“  und  kaum  ½⅛  durch  Selbstmord  herbeigeführt.

Auf  je  10  tödtliche  Verunglückungen  bei  Personen  mittleren  Lebensalters
  entfielen  nämlich  im  Gesammtgebiet  von  Sachsen-Meiningen,  Sachsen-Altenburg,
  Sachsen-Coburg-Gotha,  Schwarzburg-Sondershausen  20,  in  Berlin  19,  im
Königreich  Sachsen  15  Selbstmorde,  dagegen  in  den  Regierungsbezirken  Arnsberg
und  Oppeln  nur  etwa  2,  im  Reg.-Bez.  Düsseldorf  etwa  3  Selbstmorde.

16.  Von  je  100  derjenigen  Gestorbenen,  welche  die  höchste  Altersstufe,  d.  h.  ein
Lebensalter  von  mindestens  60  Jahren  erreicht  hatten,  sind  im  Ganzen  angeblich
40  an  „Altersschwäche“  gestorben.  Häufiger  als  anderwärts  —  nämlich  bei
49,—55,7  %  der  betr.  Gestorbenen  —  ist  Altersschwäche  als  Todesursache  in  den
ö5stlichen  Provinzen  Preußens  genannt,  in  welchen  nach  anderweitigen
Ausweisen  besonders  viele  Personen  beim  Tode  die  Altersgrenze
von  70  und  80  Jahren  überschritten  hatten.:)

17.  Von  je  100  aus  bekannter  Ursache  Gestorbenen  der  höchsten  Altersklasse  sind
in  Folge  von  Neubildungen  durchschnittlich  6  bis  7  gestorben,  und  zwar  etwa
14  in  Hamburg  und  Lübeck,  etwa  12  in  Berlin,  dagegen  nur  etwa  4  in  Schlesien
und  Posen.

18.  Von  den  nach  Ablauf  des  60.  Lebensjahres  aus  einer  bekannt  gegebenen  Ursache
erfolgten  Todesfällen  ist  fast  der  dritte  Theil  (31,8  %)  auf  nicht  im  Schema  genannte
  Krankheiten,  also  z.  B.  auf  Schlagfluß,  Herzleiden,  Nierenleiden,
fast  der  fünfte  Theil  (19  %/%)  auf  entzündliche  Krankheiten  der  Athmungsorgane
  oder  auf  Lungentuberkulose  zurückgeführt.  Bei  etwa  dem  vierzigsten
Theile  aller  Sterbefälle  unter  Personen  der  höchsten  Altersklasse  (bei  26  %  der
Gesammtzahl)  ist  wie  im  Vorjahre  die  Todesursache  unbekannt  geblieben.

19.  Im  Kindbett  sind  von  je  10  000  entbundenen  Frauen  etwa  32  gestorben,
d.  i.  ebenso  viele  wie  nach  den  Ausweisen  des  Vorjahres.  Während  der  letzten
beiden  Jahre  war  diese  Verhältnißzahl  am  niedrigsten  in  Mecklenburg-Schwerin
und  im  Staate  Bremen,  am  höchsten  im  Fürstenthum  Waldeck  und  in  Westpreußen.

IV.  Die  besonderen  Sterblichkeitsverhältnisse  der  großstädtischen  Bevölkerung.

20.  Da  unter  der  Bevölkerung  der  Großstädte  die  dem  Sterben  naturgemäß  am
meisten  ausgesetzten  Altersklassen  der  Säuglinge  und  der  hochbetagten  Personen
weniger  vertreten  sind,  muß  die  für  alle  Bewohner  der  Großstädte  errechnete

1)  Nach  Heft  162  der  preußischen  Statistik  hatten  von  je  1000  nach  vollendetem  60.  Lebensjahre
Gestorbenen:

a)  ein  Alter  von  mindestens  70  Jahren  erreicht  in  Westpreußen  648,  in  Ostpreußen  640,
in  Pommern  638,  in  Posen  684,  —  andererseits  in  Berlin  560,  im  Reg-Bez.  Düsseldorf  5638,
im  ganzen  Staate  607;

b)  ein  Alter  von  mindestens  80  Jahren  erreicht  in  Posen  227,  in  Westpreußen  213,  in
Pommern  203,  in  Ostpreußen  194,  —  andererseits  in  Berlin  159,  im  Reg.-Bez.  Düsseldorf  157,
im  ganzen  Staate  178.