Full text : Rosenheimer Anzeiger. 62. Jahrngang (62)

Aummer  20c6

solg  uörlich  Yeliselo.  Die  Zahl  der  bishen
elctn  tten  Gefangenen  übersteigt  1000.  16  neue
Geschütze  wurden  auf  dem  vom  soeinde  nausege
benen  Gelände  erbeutet.  Seit  S.
tember,  dem  Tage  unserer  Ssenhe  kien  die
Deutschen  und  Bulgaren  in  den  Händen  der
Blierlen  6000  Gefangene,  72  Geshüte  und

50  Maschinengewehre.  —  Es  itt.  bereits  zur
Genüge  bekannt,  was  von  diesen  Siegen  zu  halten
  ist.  Der  deutsche  Bericht  siellte  kurz  fest,
daß  die  feindlichen  Angrifse  sortdauern  und
daß  die  sampfe  noch  nicht  abgeschiofsen  sind.

Gewaltige  Verluste  Sarraiks.

Sofia,  14.  Nov.  Gefangene  von  der  mazedonilchen
  Front  sagen  aus,  geß  die  serbichen
Kompagnien,  die  anfangs  150  bis  160  Mann
stark  waren,  jetzt  nur  noch  75  oder  auch  nur
30  Mann  aufweisen.  Auch  die  Verlufte  der
Rusten  und  Franzosen  sind  gewaltig.  In  die
Kämpfe  habe  stark  Artillerie  eingegrifsen.  Erbeutel
  wurden  u.  a.  Kislen  mit  Munition,  die
su  die  Serben  bestimmt  waren,  und  außer
erbischen  Aufschriften  den  Zusatz:  „Nlcht  sparen!“
  trugen.  Unter  den  Franzosen  grassicrt,
wie  bestätigt  wird,  die  Malaria,  die  afrikanischen
Truppen  aber  leiden  furchtbar  unter  der  Kälte.

Bellüsche  Aundschan.

Ein  Skandal  im  französischen  Ministerium.


Die  „Zürcher  Post“  meldet:  Der  bekannte
französische  Sozialistenführer  und  Miusiler  für
ösfemöche  Arbeilen,  Semdat,  ist  durch  Konzessionserteilung
  auf  Peitoleumfelder  in  Als  er
an  eine  englische  Geiellschaft  stark  lompromitt.:  t.
Es  ist  nicht  ausgeschlotsen,  daß  die  Asfäre  den
Ruckiritt  Sembats  und  auch  noch  anderer  M.  uster
  zur  Folge  haben  wird.

 

Eine  Junggesellensteuer.

Aus  Darmstadt  wird  der  „K.  Z.“  gemeldet:
Auf  der  Tagesordnung  der  Deulschen  Geiellschaft
  für  Bevöllerungspolitik  kundigle  ein  Vertreter
  des  preuß.  Ministeriums  d.  J.  an,  dab  sich
die  Regierung  mit  der  Beröllerungsftage  besosse:
  er  könne  aber  zurzeit  keine  näheren  Mitltellungen
  machen.  Nötig  sei  auch  eine  Junggesellensteuer,
  die  sich  nicht  nur  auf  einen  10  prozentigen
  Zuschlag  beschränke,  sondern  mindestens
  so  hoch  sein  müsse,  wie  die  Ausgaben  eines
verheiratelen  Mannes  für  ein  bis  znei  Kinder.

Hol-  und  Personalscchelschlen.

München,  14.  Nov.  Verkehreminister  v.
Seidlein  vollendet  am  15.  Noo.  sein  60.
Lebensjahr.  Beim  Ministerwechset  im  hre
1912  ist  Herr  v.  Seidlein  als  berufenster  Anwärter
  an  die  Spitze  des  Verkehlsministeriums
für  Herrn  Frauendorfer  gestellt  worden.  Ein
ausgezzeichneier  Ruf  ging  Herrn  von  Seidlein
voraus:  in  seiner  Vaterstadt  Bamberg  hatte  er
als  Vorstand  des  dortigen  Oberbahnamtes  eine
außerordentlich  verdienstrolle  Täligleit  entfaltet,
  noch  mehr  aber  war  ihm  dazu  in  Nürnberg
  Gelegenheit  gegeben,  wo  er  1977  das  Amt
de:  Präsidenten  der  Eisenbahndirektion  übernahm.
  Er  war  damit  auf  den  schwierigsten
Posten  gestellt.  Die  „M.  N.  Nachr.“  geben
Herrn  v.  Seidlein  das  Jeugnis,  daß  er  sich  in
Nürnberg  bei  Schaffung  des  Gülerbahnhoses,
der  Eisenbahnkolonie  und  des  Verle  hremu-  eums
„hervorragend  bewährt“  habe.  Die  in  Nürnberg
  mächtige  Industrie  hat  das  Wirlken  des
Herrn  v.  Seidlein  rückhaltlos  und  daulbarst  anerkannt,
  ebenso  die  Eisenbahnangeseellten,  für
die  er  namentlich  durch  eine  umfassende  Wohnungsfürsorge
  gesorgt  hat.  Auch  als  Verkehrsminister
  hat  Herr  v.  Seiolein  eine  rastlose,
reichgesegnete  Tätigkeit  entwickelt.  Man  braucht
nur  an  die  Kriegsleistungen  der  bayerischen
Staatsbahnen  unter  der  obersten  Leitung  des
Ministers  zu  erinnern,  die  im  Landtage  die
vollste  Anerkennung  gefunden  haben  und  auch
von  seiten  der  berufenen  Reichsstellen  vollauf
gewürdigt  worden  sind.  Möge  dem  Minster,
der  ein  gläubiger,  grundsatzfester  Sohn  seiner
Kirche  ist,  Gottes  Segen  auf  eine  weitere
Reihe  von  Jahren  in  Gesundhekt  und  Schafsenskraft
  beschieden  sein.

Ver  Heldensod  des  Pelszenbeimich.

Berlin,  14.  Nov.  (Nichtamtlich.)  Am  7
November  wurde  Prinz  Heinrich  oon  Bayern  in
den  Kämpfen  südlich  des  Roten  Turm-Passes
tödlich  verwundet.  Von  der  Obersten  Heeresleitung
  wird  dazu  geschrieben:  Die  Brigade
Epp,  zu  der  das  -  „Leib-Reginent  unter
Führung  S.  K.  H.  des  Prinzen  Heinrich  von
Bayern  gehörte,  attee  am  6.  November  durch
einen  kühnen  Flankenstoß  vom  Mte  Sate  herunter
  das  Becken  von  Perisani  östlich  des  Roten-Turm--Passes
  geöffnet.  Im  weiteren  Verlauf
hn  sich  die  Brigade  in  den  Besitz  der  300
Meter  höher  gelegenen  Paiana  Spinului  (Südlich
  des  1  Sate)  setzen,  um  dann  wieder  als
Siesstage  den  R  beiderselts  der  Straße
Perisani  Strue  5  unterstützen.  Die  Wegnahme
  der  Pai  maulus  sollte  dem  Inf.=Lelb-Beg.
  usalln  72t  dorlige  Angriflsge- 



 

 

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lände  ist  sehr  zerklüstet  und  zerrissen.  Ee#  eingehende
  Erkundung  war  nötig  und  nur  nach
persönlicher  Erlundung  ist  es  dem  Trupxenführer
  im  Gebirge  möglich,  solche  Angriffe  gegen
stark  ausgebaute  Siellungen  zu  erkennen.  Den
2.  Norember  vorm.  benützte  der  Vrigadeführer
  zusammen  mit  dem  Fuhrer  des  Juf.-Leib-Negt.
  S.  K.  Prinz  Heinrich,  um  Klarheit
über  die  Angriffemoglichkeiten  und  das  Zusammenwirken
  von  Infanterie  und  Act#kkerie
zu  gewinnen.  Aus  der  vordersten  Line  am  Mt.
Sate.  die  auf  der  mitileren  Insanterie  Schußentsernung
  dem  Feinde  gegenuberlag,  Qar  das
Angrifssgelände  zu  ubersehen.  Ohne  nückicht
uu'  die  eigene  Person  versuchte  der  Prinz  mit
der  ihm  eigenen  Gewissenhaftigkeit  die  möglichen
  Wege  und  Angriffsverhältnisse  fü#r#  die
Balaülone  und  Kompagnien  festzustellen.  Anfanglich
  gedeckt  durch  Sirauchwerk,  #cheint  der
Prinz  im  Eifer  die  Deckung  verlassen  und  seine
hohe  Cestalt  scheint  sich  am  Hortjont  abgehoben
  zu  haben.  Ein  Schuß  siel  und  schlug  dicht
neben  dem  Prinzen  ein.  Wie  immer  der  Gefahr
nicht  achtend,  seyte  der  Prinz  mit  gröztee  Kaltblütioleit
  die  Erkundung  sort,  obwohl  oieich
darauf  noch  einige  Schusse  einschiugen.  Pötlich
  beim  vierten  Schuß  sagie  der  Prinz  lene:
,Ich  bin  verwundek,  Obe  rschenkel“  und  sank  zu
Boden.  Der  Prinz  wurde  sofort  in  die  Dedung
zurudgetragen.  Die  Unlersuchung  ergab  einen

uß  in  die  Lebergegend,  fast  nur  wie  ein
Streisschuß  aussehend.  Jnnerlich  schein:  aber
ein  größeres  Blutgefäß  zerstört  worden  zu  sein.
Der  Prinz  wurde  in  seinen  nahe  gelegenen  Gesechtsstand
  zurückgetragen  und  der  Lbhut  des
Arztes  übergeben,  um  am  nächsten  Tage,  falls
es  sein  Zustand  erlaubte,  in  ein  Ferdiazareit
übergeführt  zu  werden.  Am  Abend  war  das  fubjektive
  Befinden  des  Prinzen  gut  und  er  war
zuversichtlich.  Er  äußerte  nur  sem  Bedauern,
daß  er  morgen  den  schönen  Angriff  des  Regiments
  nicht  werde  leiten  lönnen.  Der  A#c#l  sah
den  Justand  als  sehr  ernst,  aber  nicht  hoffnungelos
  an.  Der  Prinz  selbst  dachte  nicht  datan,
  daß  er  den  kommenden  Tag  nicht  erleben
  sollic.  Noch  um  21¼1  Uhr  morgens  sprach
er  mit  dem  Arzt  in  zuversichtlicher  Stimmung.
Um  2  Uhr  30  Min.  morgens  trat  eine  plotzliche
  Schwäche  ein.  „Noblesse  oblige“  waren
seine  schten  Worte.  Kurz  nach  2  Uhr  30  Min.
war  er  ganz  verschieden  als  tapferer  Soldat,
als  cchter  Ofsizier.  Im  Morgengrauen,  als
der  Angriff  seines  Bataillons  gegen  die  Paiana
  Spinului  im  siegreichen  Vorschreiten  war,
wurde  seine  Leiche  zu  Tal  getragen.  Das  Heer
hatte  einen  tapferen  Soldaten  verloren.

München,  14.  Nov.  Die  Beisegung  des
Prinzen  Heinrich  von  Bayern  in  der  Wittelsbachergruft
  in  der  Cajelanshoflirche  jand  am
Dienslag  miltag  unter  überaus  großer  Teilnahme
  aller  Schichten  der  Bevöllecung  und  der
Ilieilen  Welt  statt.  Der  König  hatte  sich  in
der  Umform  eines  Generalseldmarschalls  in
Begleitung  der  Königin,  die  tiefe  Trauer  angelegt
  hatte,  im  Presbyterium  der  Kirche  eingesunden.
  Die  Trauerfeier  leitele  Suftsprobst  von
Hecher  mit  einer  Ansprache  ein.  Er  gab  der
tiefen  Wehmut  und  Trauer  um  den  Gefalleuen
Helden  Ausdruck,  der  für  die  Rechte  seines  Volkes
  gekämpft  habe.  Von  tiefer  Religiotität,  ein
treuer  Sohn  seiner  Mutter  und  Kirche,  ein  tapferer
  Sohn  seines  Vaterlandes  war  ihm  Pflichtlieue
  höchstes  Gebot,  und  diese  Treue  gegen
leinen  obersten  Kriegsherrn,  gegen  sein  Vaterland,
  gegen  seine  Soldaten  und  gegen  sich  selbst
hat  er  mit  dem  Tode  besiegelt.  An  die  Ansprache
schlob  1  das  seierliche  Requiem,  nach  dessen
Schiuh  Kardinal-  10edens  schof  von  Bettinger  die
Eialegaung  1  der  Leiche  vollzog.  Während  von

 

draußen  das  Nollen  der  Ehrensalven  in  das

 

Kircheninnere  drang  und  die  GElocken  feierlich
rklangen.  wurde  der  Sarg  in  Begleitung  des
Obersthofmeisters  und  des  Staatsministers  Dr.
ron  Hertling  unter  Voraustritl  des  Erzbsschofs
und  der  Geistlichkeit  in  die  Gruft  getragen,  verschlosen
  und  versiegelt.  Dort  ruht  nun  der
tapfere,  jugendliche  Held  neben  seinem  Vater,
dem  Prinzen  Arnulf.

 

Landrak  von  Oberbeyera.

Aünchen.  14.  November.  Der  Landrat  eröanete
  am  Montag  seine  diesjährige  Tagung.
Aus  der  Ansprache  des  Präsidenten  jei  nech
solgendes  erwähnt:

Die  Ernte  des  Jahres  1916  zu  Reg'erungsnezule
  hat  den  im  Frühfahr  gehegten  Erwartungen
  nicht  ganz  entsprochen.  Der  RKartoffelertlag
  ist  gegen  das  Vorjahr  gering  ausgefallen
  und  wird  nahezu  ausschließlich  für  die  menschliche
  Ernährung  in  Anspruch  genommen.  Di
wirtschaftliche  Lage  der  bäuerlichen  Beolkerung
ist  im  allgemeinen  günstig.  Sehr  schwungvoll  gejtaltet
  sich  der  Handel  auf  dem  Lande,  wo  die
erheblichen  Einnahmen  der  Landairte  eine  außeidemöhnlicke
  Kauftrast  berrorgerufen  hladen.  Im
Hanowerk  haben  nur  jene  Zweige,  die  an  Heeresriese
  o  gen  beleiligt  sino,  gute  Finnahmen  zu
ve.7zeichnen,  während  andere  unter  dem  Mangel

an  Aufträgen  und  guten  Arbeilölräften  leiden.
Die  genossenschafttiche  Organi#alion  der  Handwerle

  betriche  mit  Hecreslie  erungen  hat  sich  benöhrt.
  Von  den  47  oberbanerischen  Lieferungsverbänden
  sind  die  meisten  genossemchaftlich

eusammengeschlosien,  oder  “  Kredd-  itgenossenschaften
  angegliedert.  Der  Arbeitsmarkt  zeigt,
daß  freimerdende  Kräfte  leicht  anderwäris  unlerkommen;
  der  durch  Einbernfungen  bewirkie
Mangct  an  technischen  Arbeitsträften  hat  deren
Löhne  außerordentlich  gesteigert.

Die  günstige  wirtschaftliche  Lage  des  Regierungebezirkes
  kommt  am  desten  zum  Ausdruck.
im  Steuersoll  und  darin,  daß  Steuern  und  Umlagen
  im  allgemeinen  regelmaßig  eingehen.  Der
erwmoiele  Rückgang  der  Steuerkraft  ist  erfreulicherweise
  nicht  eingetreten  und  es  ergibt  sich
daher  ous  Umlaen-Mehreinnahmen  des  Jahres
1916  ein  lecht  erheblicher  Aktioren,  der  wegen
des  hohen  Standes  der  Steuerjumme  für  die
Ausgave#ubegleichung  des  nächnen  Jahres  uscht
ersorderlich  und  daher  für  die  1915  und  1916
ausgesetzte  Schuldentilgung  verfügbar  ist.  Zu
diesem  Zweck  und  zur  Begleichung  des  für  nöch.
lles  Jahr  treffenden  Tilgungsbetrages  in  daher
im  Toranschlag  für  1917  der  Betrag  von  1
Million  Mark  vergesehen.  Von  der  Kreisschuld
ursprünglich  15  300  000  Mk.  werden  dann
eit  1913  bereits  über  2  Millionen  Mark  adbezahlt
  sein.

Die  Schwierigke  teu  in  der  Auseechterhaltung
des  Volksschulunteririchtes  jind  nicht  vermindert
worden,  fast  die  Hälfte  des  männlichen  Volksschullehrpersonals
  von  Oberbayern  ist  zum
Heeresdienste  eingerückt  und  fast  der  neunte  Teil
der  am  Kriege  teilnehmenden  Lehrer  und  Kandedaten
  ist  als  gesallen  zu  betrauern.  Anerkennung
  verdient  die  Täligkeit  der  zu  Hause  Gebliebenen,
  darunter  besonders  jene  der  Leyrerinnen.
  Mit  Rucksicht  auf  die  ungünstigen  Beforderungsverhältnisse
  der  Hilfslehrerinnen  werden
die  Miltel  zur  Beförderung  ron  150  (stait  wie
bisher  von  100)  Hilfslehrerinnen  zu  Verweserinnen
  erbeten.

Die  Zukunft  des  deutschen  Vaterlandes  betruht
  darauf,  daß  mehr  als  je  das  werdende  Leben
  geschützt  wird,  daß  die  Söuglingssterbichteit
  sinkt  und  daß  unsere  Jugend  lörperlich  und
geistig  erstarkt.  Mutterschutz  und  Mätterberaratung,
  Säuglings--  und  Kleinlinderfürsorge.
Zugendpflege  und  Jugendschut,  find  die  Bestre- 



—
«  Vonnetstag,  10.Wetlcjkc

bungen,  die  für  die  nächste  Zukunft  im  Vordera#runde
  des  öffentlichen  Interesses  ftehen  müssen.
  Neben  dem  Staate  und  der  freiwilligen
Liebeotätigkeit  werden  hier  auch  die  Gemeinden
und  ösfentlichen  Verbände  helfend  und  sordernd
eingreifen  müssen  und  gewih  wird  auch  der  Lanorat
  die  hierfür  bestiumnten  echohten  und  neuen
Jorderungen  bewilligen.  Beim  Landarmenvelband
  entsieht  durch  die  Erhohung  ein  Mehrbedarf
  von  700000  Mark  gegen  das  Voerjahr.
Dagegen  kommen  600  000  M.  für  Rückerjähe
an  mit  Armenlasten  nberbürdeten  Gemeinden
und  Di  tKritie  infolge  des  neuen  Ar-  nengesetes
in  Wegfal

Der  urien.  gab  schlichlich  der  Erwartung
Ausdruck,  daß  für  die  Kriegswohlfahrlapflege
auch  diedmal  wieder  größere  Geldmut#l  bereit
gelteilt  und  den  infolge  des  Krieges  gefährdeten
Gemerbetreibenden  und  anderen  Angehörigen
des  solbständigen  Mittelstandes  Amehen  gegeben
nerden.  Nachdrückliche  Forderung  soll  die  Einlichtung
  von  Volkskuchen  und  ähnlichen  öffemltchen
  Speiseanftalten  finden.

Bei  dem  Anwachsen  der  Steuerfumme  auf
24593000  Mk.,  also  um  1  100  50)  M  mehr,
als  im  Vorf.  der  Umlagenberechnung  zugrunde
gelegt  wurde,  im  es  möglich  gemwesen,  ce  beim
Umlagenhunderitfau  von  46  zu  brlassen.  Das
RNrcisbudget  fur  1917  gleich  sch  in  Einnahme
und  Ausgabe  ab  mit  15  0.10  724  Mk.,  d.  i.  um
669  402  Mk.  mehr  als  1916.  *  den  Ausgaben
  werden  3190  194  Mk.  aus  Staatemitteln
besiritten,  fur  1  103202  Mk.  bictet  der  Aktivrest
  aus  den  Vorjahren  Deckung,  80  3227  Mk.
siehen  aus  sonigen  Einnahmen  zur  Verfugung,
so  daß  11220780  Mk.  ourch  Kreizamlagen
aufzubemgen  sind.

Nach  der  Wahl  des  Vräsidliums  und  der  Ausschusse
  wurde  die  7  ie  Sihung  auf  Freltag
angesetzt.

RKünchener  Neuläteiten.

MHünchen.  14.  Nov.  Dez  #re  S#upttreffer
der  Krieger-  ur  alldenhe##mn  rlrlserie  en#t
nach  Münche#n.  Eine  J5  Jahre  ähite  Fobtilar—
belterin  aud  der  Schweiz.  die  hte  He  zunm  wegen
Atbeitsloligtein  reriaĩsen  taite  und  ia;  in  e'ner
Herberpe  in  der  Au  in  Müaänchen  ei.mnietee
Dbatte  das  Cladsios  ern  orben.  Sie  l#ensich  5000
Mart  von  dem  Gelde  auszahlen.  ie  rektlichen
15790  Mk.  adber  an  cine  Schezer  Bank  überuciien,
  da  sie  in  ihte  Seimat  zuradl###nnen  will.

München,  13.  Nor.  Am  Dientag  abend
Uüteale  sich  eine  unbeklanntie,  schwar;  gelieidel#e
Ftau  ron  der  rsd  Br  .  in  das
klevetichwemmungebem  der  J#a#  n  war  sofort
tot.  Ein  Zeuge  de:  Be#is  rbe  es  derend.  #e  den
Scüleujenn  ärter  in  (oßpe  w.  fobe,  der  de  Leiche
  barg  und  die  Uendarmerie  von  Soiln  benachrichtigte.
  Cin  Ausmeiô  wurde  del  der  Toten
  nicht  gefunden.

B#berische  Nacheichten.

Kempten,  14.  Nov.  Eine  unerhörte  Tierauaterei
  wurde  genern  aufnedek.  Mit  dein  um
5.010  Uhr  ankommenden  Vert!  ouenzun  traf  als
Paisagiergut  eine  Kirte  ein.  Beim  Aueladen
dlangen  aus  ihr  geliende  Schreie.  Die  Kiste
wurde  sofort  geôölfnet  und  AUm  Vorichein  kam

 

 

ein  in  einen  Sa4  geridelles,  noch  lebendes
Kalb,  Das  aber  nach  urzer  Zert  icon  veren—
dete.  Die  Kiste  war  in  Hergensme  von  dem

  

Pjhe  Lerenz  Bögie  aufgeg  worden.
Das  Tier  war  buch'läb.  ich  in  die  Kl#e  hineingepteßt
  und  muß  surchtbare  ZQualen  ’  haben.
  Ohne  Zweifel  handene  e#n  ich  bei  dem
Liansporte  um  eine  Hinletnehung  der  Srer  den
d.  h.  um  einen  Virh.  öoder  elchnugbel,  den
man  ohne  Genehmigung  durchfüdren  wollte.

Kaufbeuren,  11.  Nor.  Ti-#  Verte###ungs.
stelle  fur  Erzeugnisse  der  Milch#e#isckaft  des
1.  Bayer.  Armcekorpe  lat  dem  M#t  mit.
(cteill,  daz  bei  den  K.  seklemtändleen  1  Ralf.
beuren  jede  beliebige  Menge  Nas  und  sogar
Butter  von  zugeteiiten  Fremden  aufgelauft
und  ausgefuh:t  nerden  kann.  Auch  soll  ron  i
hiesigen  CEinwohnern  selbit  Küle  in  großen  Mengen
  rn  tauf:  und  an  Belan  e  rveischidt  worden
sein.  Der  Maginrat  bet#mm  daber,  daß  Käfe
nur  bir  zu  11.  Pfund  und  nur  an  die;  hiejigen
  Einmohner  gegen  Per'onen###k
abgegeben  werden  darf:  Wite  erdallen  Bezagsscheine.
  Die  Abgabe  von  Käjse  arn  Fremde
und  die  Aus  fuhr  aus  Kausbeuren  ist,  sonc#  nicht
amtliche  Bewilligungen  erteiit  sind,  verboten.

Aürnberg,  14.  November.  Gestern  früh
ubergoß  sich  in  Gostenhof  ene  Arbe:  4##frau
mit  Petroleum  und  zündete  sich  an.  Schwer
verletzt  wurde  sie  durch  die  San-lälsz#onne  ins
Krankenhaus  verbracht.  Der  Chenia  in  der  Genannten
  befindet  sich  schon  seit  langer  Zeit  im
Felde.  Sie  unterhielt  ein  Liebesverhölihr  s  mit
einem  anderen  Mann,  das  nicht  ohne  Folgen
blieb.  Es  sei  noch  bemerkt,  daß  oie  Frau  Mutlec
von  acht  Kindern  ist.

Kürnberg,  14.  Nor.  Eins  geharn#schte  Erllärung
  gegen  die  Jeichspersorgunge  ten  en  brachte
  in  der  Magistratottun:.  iu  §.  ingere
Aussprache  ub.r  die  neueil6.  Ierlickunz  der
Butter.  Nationen  gepflogen  wurde,  Oberdurger.
meister  Gehler  in  mißfallenden  Worten  zum