Full text : Deutsches Kolonialblatt. XXI. Jahrgang, 1910. (21)

 

 

 

 

 

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Sieben  Milliarden  Mark  englische  Kriegsanleihe.

London,  18.  November.  Schatzkanzler  Lloyd  George  legie  die  Finanzlage
ausführlich  dar  und  sagte,  daß  für  den  Zeitraum  bis  zum  31.  März  1915  elne
Gumme  von  535  Millionen  Dfund  Sterling  erforderlich  sei,  wovon  339  575000  Pfund
Sterling  für  Kriegsausgaben  bestimmt  seien.  Er  schlug  eine  Erhöhung  der  Einkommensteuer
  vor,  die  tatsächlich  einer  BZerdoppelung  nahekommt  und  12¼  Millionen
Dfund  Sterling  mehr  einbringen  soll.  Ferner  beantragte  er  eine  höhere  Belastung
des  Bieres  und  eine  besondere  Zesteuerung  des  Tees  in  Höhe  von  drei  Dence  das
Pfund  sowie  die  Beschränkung  der  Abzahlung  an  den  Tilgungsfonds.  Außerdem
müßten  321325000  Pfund  Sterling  aufgebracht  werden.  Schatzkanzler  Lloyd  George
schlug  die  Ausgabe  einer  Anleihe  von  350  Millionen  HPfund  Sterling  3½  prozentiger
Zente  zum  Kurse  von  95  Drozent  vor,  die  im  Jahre  1928  zu  Darl  einlösbar  (l.
Er  teilte  dabei  mit,  daß  die  Regierung  bereits  ein  Angebok  zur  Lebernahme  von
100  Millionen  HPfund  empfangen  hat.

Das  Interhaus  nahm  die  gesamten  Vorschläge  der  Regierung  an.  (W.  T.  B.)

Die  Schlacht  in  ZKussisch-Holen.

Wien,  19.  November.  Amitlich  wird  verlautbart:  Die  Schlacht  in  Russisch-Dolen
  nimmt  einen  günstigen  Fortgang.  Nach  den  bisherigen  Meldungen  machten
unsere  Truppen  7000  Gefangene  und  erbeuteten  18  Maschinengewehre  und  auch
mehrere  Geschütze.

Der  Stellvertreter  des  Chefs  des  Generasstabes.
v.  Hoefer,  Generalmojor.  (W.  T.  B.)

Türkische  Siege  im  Kaukasus  und  Nordpersien.

Konstantinopel,  19.  November.  Amtlicher  Bericht  des  Hauptquartiers.  Seit
zwei  Tagen  greist  unser  Heer  mit  Macht  das  russische  Heer  an,  das  seine  Stellung
in  der  Linie  Azab  —  Zazak  —  Khahab  in  der  Umgebung  der  Grenze  eingenommen  hat.
Mit  der  Hilfe  Gottes  hat  unser  Heer  durch  einen  BSajonettangriff  die  Höhen  in  der
Amgebung  von  Azab  erobert,  die  der  Feind  außerordentlich  stark  befestigt  hatte.  Der
Kampf,  der  heftig  ist,  nimmt  für  uns  einen  sehr  günstigen  Zerlauf.  Unsere  in  der
ZKichtung  auf  Batum  vorrückenden  Truppen  haben  dem  Feinde  eine  weitere  große
Niederlage  beigebracht  und  die  Stellungen  von  Zavotlar  und  Kourz  besetzt;  sie  haben
bei  Zavotlar  von  den  Zussen  eine  Fahne  erbeutef  und  sechs  Offiziere,  darunter  einen
Oberstleutnant  und  einen  Hauptmann  von  den  Kosaken,  sowie  mehr  als  hundert
Soldaten  zu  Gefangenen  gemacht;  ste  eroberten  vier  Kanonen  und  ein  Automobil,
eine  Menge  Pferde  und  viel  Lebensmittel.  Die  russischen  Verluste  sind  groß.  Der
FRest  rettete  sich  in  ordnungsloser  Flucht  in  der  Richtung  auf  Batum.  Insere  Truppen,
die  in  Aserbeidschan  vorrückten,  hatten  am  16.  November  ein  Gefecht  mit  einer  Karken

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