Volltext : Das Preußische Volk in Waffen und die neue Militär-Organisation.

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Kolonnen  besinden,  welche  mit  Wegräumung  der  Hindernisse  vertraut  und
dazu  befähigt  sind.  Außerdem  fordert  vie  neuere  Kriegführung  jetzt  öfter
zur  Stelle  die  fortisicatorische  Einrichtung  von  Oertlichkeiten  zu  einer  hartnäckigeren
  Bertheidigung,  und  es  läßt  sich  erwarten,  daß  die  Anlage
leichter  passagerer  Werke.  für  defensive  Zwecke  in  den  nächsten  Kriegen
eine  größere  Rolle  als  sonst  spielen  wird.  Auch  durch  diesen  Umstand
  ergiebt  sich  ein  größerer  Bedarf  von  solchen  Leuten,  in  deren  Bestimmung
  es  liegt,  die  Truppen  die  dazu  nothwendigen  Arbeiten  nach  ihrer
Anleitung  ausführen  zu  lassen.

Wo  es  sich  nun  um  Aus=  und  Einübung  hoher  technischer  Fertigkiten
  und  um  Erwerbung  dazu  nothwendiger  Kenntnisse  handelt,  wie
beim  Ingenieur-Corps,  ist  eine  dreizährige  Dienstzeit  um  so  mehr  gerechtfertigt,
  je  mehr  die  erworbene  Kenntniß  und  Fertigkeit  dem  späteren
bürgerlichen  Leben  zu  gute  kommt.  —

Daß  die  Kommission  im  Abgeordneten-Hause  die  Kosten  für  die
neun  Train-Bataillone  verwerfen  wollte,  war  wohl  ein  Mißgriff  zu
nennen,  und  es  ist  ein  Glück,  daß  das  Haus  hier  berichtigend  eintrat.
Den  Gliedern  der  Kommission  mußte  für  den  Augenblick  das  Bild  nicht
mehr  vorschweben,  wie  bis  zur  neuesten  Zeit  solch  eine  in  Marsch  gesetzte
  unglückliche  Train-Kolonne  aussah,  und  wie  es  damit  beschaffen  war.

An  der  Spitze  befand  sich  in  der  Regel  ein  alter,  pflichttreuer,  braver
Kavallerist,  der  aber  seit  zwanzig  und  mehr  Jahren  Civil  -Beamter  war;
ihm  folgte  in  unendlicher  Ausdehnung  eine  Reihe  von  knarrenden,  brüchigen,
schlecht  beladenen  Wagen,  fortwährend  stutzend,  haltend,  weil  bald  bei
den  Geschirren  etwas  riß,  bei  den  Wagen  etwas  brach,  oder  sonst  irgend
ein  Hinderniß  der  Bewegung  eintrat.  Diesem  Zuge  zur  Seite  waren
zur  Aufsicht  solche  Leute  beigegeben,  welche  bei  Kavallerie  oder  Artillerie
abkömmlich  gewesen  waren.  Auf  den  Pferden  faßen,  oder  richtiger
hingen,  sogenannte  Trainknechte,  oft  willige,  gute  Leute,  aber  auch  viele
dergleichen,  welche  der  Landrath  mit  Frenden  zum  Train  abgesandt  hatte
um  sie  los  zu  werden,  darunter  manche,  welche  niemals  mit  Pferden  etwas  zu
thun  gehabt  hatten.  In  Folge  dessen  folgten  dem  Zuge  in  der  Regel  in  verschiedenen
  Stationen  Haufen  von  kranken,  durchgezogenen  oder  gedrückten,
hinkenden  und  stöhnenden  Pferden,  von  wüsten  Kerlen  geführt.  An  vielen
Orten  fanden  sich  zurückgelassene  Pferde  solcher  Kolonnen  im  jämmerlichsten
  Zustande.  —  Was  sollte  auch  der  beste  Commandeur  mit  solchem
Material  anfangen!  Von  einer  geregelten,  geordneten  Verwaltung  konnte
laum  die  Rede  sein,  und  die  Annahme  ist  gerechtfertigt,  daß  manche  dieser
Kolonnen  in  kurzer  Zeit  nicht  mehr  marschfähig  gewesen  wäre.  Die  For-