Metadata : Aufgaben der Eisenbahn-Politik

Eisenbahn  und  Staat.  15

und  Oesterreich  wohl  noch  weiter  davon  entfernt,  da  man  von  Anbeginn
  dem  Staate  eine  viel  kräftigere  Ingerenz  auf  das  Eisenbahnwesen
  bewahrt  hat.  Der  verderbliche  Einfluss  auf  die  Staatsgewalt
geht  hier  weniger  von  den  bestehenden  als  vielmehr  von  den  entstehenden
  Bahnen  aus,  deren  Werdeprocess  allerdings  in  Parlamenten
und  Ministerialbüreaux  manche  hässliche  Spur  zurückgelassen.  Gleichwohl
  kann  die  Gefahr  der  Unterjochung  des  Staats  durch  die  Eisenbahnen
  auch  in  den  österreichischen  und  deutschen  Landen  nicht  weggeläugnet
  werden,  ünd  man  kann  wohl  nicht  daran  zweifeln,  dass  unsere
  Bahnverwaltungen  gar  bald  von  ihren  transatlantischen  Schwestern
lernen  werden,  wie  man  bei  Zeiten  dafür  sorgt,  dass  von  der  Gesetzgsebung
  den  Sonder-Interessen  der  Bahnunternehmungen  keine  Schädigung
  drohe.  Noch  beschränken  sie  sich  darauf,  sich  selbst  der
Macht  des  Staates  nach  Möglichkeit  zu  entziehen  —  aber  wie  lange
wird  es  dauern,  bis  sie  offensiv  gegen  diese  Macht  auftreten  werden  ?
Mittel  haben  sie  genug  dazu  innerhalb  jener  Grenzen,  welche  selbst
das  strammste  Regiment  von  dem  Heiligthume  des  Monopols  auf  der
Schiene  ferne  halten,  so  lange  dieses  selbst  als  unantastbar  gilt!
Darum  muss  man  die  gefährliche  Waffe  ihrer  Hand  entwinden,  bevor
sie  vollends  die  Stärkeren  geworden  sind.