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Die alte deutsche „Misoͤre“, der alte Fluch, die Uneinigkeit, hat
sich in die Fraktionen geflüchtet, mitten in das Parlament, welches
nach dem Kaiser der vornehmste Vertreter der Einigkeit Deutschlands
sein soll. —
Das Parteileben, auf gesunder Basis eine Nothwendigkeit
für das Staatsleben, ist in dem Fraktionswesen zum Unwesen
geworden.
In Frankreich hat der Fraktionsgeist viel Schandbares zu
Wege gebracht — aber die Opferwilligkeit und den Patriotismus
hat er noch nicht getödtet. Denn nachdem Frankreich seit 1871
die ungeheuersten Opfer, zuletzt durch die Reorganisation von 1889,
gebracht hat, da bietet der jetzt tagende Heeresausschuß dem
Kriegsminister mehr an, als er fordert. —
1!I.
Die Angriffe auf die Armee.
Für jeden, der sich in die Tendenzen und die Geschichte der
sozialdemokratischen Partei vertieft hat, kann darüber kein Zweifel
bestehen, daß die revolutionären Ziele derselben nicht aufgegeben
sind. Die große Theorie-Debatte im Reichstage vom Februar
hat zwar die Haltlosigkeit der sozialistischen Lehren dargethan;
damit ist aber wenig erreicht, denn es handelt sich vorläufig gar
nicht um die Verwirklichung derselben, sondern um den Sturz
des Staates und der Gesellschaft, um die Befriedigung des Hasses
und des Neides, wie sie sich in den von der Sozialdemokratie
durchtränkten Schichten angesammelt haben, und um die „Diktatur
des Proletariats“. Das Weitere wird sich aus den „Mauserungen“
der Sozialdemokratie ergeben.
Der Damm nun, welcher der Umwälzung sich entgegenstemmt,
ist das Heer. Wir erinnern an die bekannten Worte
Scherrs. — Daß doch diese Wahrheit von allen Parteien, die
überhaupt auf dem Boden der jetzigen Gesellschaftsordnung bleiben
wollen, erkannt würde! — Nicht wollen wir die geistigen Waffen
geringschätzen, aber sic werden nicht hindern, daß der Gegner zur
Gewalt greift, wenn er es vermag.