Inhaltsverzeichnis : Illustrierte Geschichte der Sächsischen Lande und ihrer Herrscher. I. Band, 1. Abteilung. Von den Anfängen bis zum Tode Friedrichs des Strengen (1381). (1)

Hessen-Philippsthal  —  Hildesheim.

die  Annahme  des  preußischen  Bundesreformvorschlags
  ablehnte,  wurde  er  23.
Juni  als  preußischer  Staatsgefangener
nach  Stettin  pebrac.  Am  17.  Aug.  1866
erfolgte  dann  die  Einverleibun  Kurhesfsens
in  den  preußischen  Staat.  Die  Hälfte  des
vdessiscten  Haus=  und  Staatsschatzes  wurde
1867  dem  Regierungsbezirk  Kassel  überwiesen,
  die  andre  Hälfte,  die  man  dem
Kurfürsten  zugesprochen,  wurde  1868  von
Preußen  mit  Beschlag  belegt  und  1876
dem  Landgrafen  Friedrich  sowie  1881  den
übrigen  Agnaten  ein  Zuschuß  daraus  zuesicher.
  Vél.  Röth,  Hessische  Geschichte
1865,  2  Bde.);  Wippermann,  Kurssen

  seit  den  Freiheitskriegen  (180%;
Gräfe,  Der  Verfassungskampf  in  Kurhessen
  (1851);  Fr.  Kapp,  Der  Soldatenhandel
  deutscher  Fürsten  nach  Amerika
(2.  Aufl.  1874).

Hessen=  Philippsthal,  jüngere  Nebenlinie
  von  Hessen-Kassel  ohne  Landeshoheit,
  wurde  von  Philipp,  dem  dritten  Sohn
des  Landgrafen  Wilhelm  IV.,  1663  begründet
  und  nach  dem  1685  von  ihm  als
Refidenz  bezogenen  und  Philippsthal  genannten
  Kloster  Kreuzeer  benannt.  Seit
1868  ist  Landgraf  "  Haupt  dieser
Linie.  Ein  Zweig  derselben  stammt  von
dem  zweiten  Sohn  Philipps,  Wilhelm,  ab,
nämlich  H.-Barchfeld,  dessen  Haupt
seit  1854  Landgraf  Alerxis  ist.

en-  Kheinfels  =  Rotenburg,  Altere
Nebenlinie  von  Hessen-Kassel,  wurde  von
Ernst,  dem  jüngsten  Sohn  des  Landgrafen
Moritz,  gestiftet;  derselte  erhielt  1627
Rheinfels  und  erwarb  1658  die  rotenburgischen
  Besitzungen.  Die  Linie  erlosch
1  mit  Victor  Amadeus,  der  seinen
Länderbesitz  (Ratibor,  Korvei  u.  a.)  auf
die  Neffen  seiner  zweiten  Gemahlin,  die
Prinzen  Victor  und  Chlodwig  von  Hohenlohe-Schillingsfürst,
  vererbte.  Die  Einkünfte
  des  rotenburgischen  Gebiets  fielen
nach  langem  Streit  zwischen  den  kurhessischen
  Ständen  und  dem  Kurhaus  1848
dem  Staat  zu.

Heveller,  slaw.  Volksstamm,  an  der  1806

Havel  und  untern  Spree  kohe  König
  Heinrich  I.  besiegte  sie  mehrmals  und
eroberte  im  Winter  928—929  ihre  Hauptfeste
  Brennibor  (Brandenburg);  Otto

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d.  Gr.  errichtete  hier  ein  Bistum  Havelberg
  (s.  d.),  aber  erst  im  12.  Jahrh.  wurde
von  Albrecht  dem  Bären  die  Unterjochung
der  H.  vollendet.

Heydt,  August,  Freiherr  von  der
preuß.  Staatsminister,  geb.  45.  Febr.  1801“
zu  Elberfeld,  widmete  sich  dem  kaufmännischen
  Beruf.  1847  wurde  er  in  den
Vereinigten  Landtag  und  1848  in  die  Nationalversammlung
  gewählt,  übernahm
6.  Dez.  1848  das  Handelsministerium,
das  er  bis  1858  mit  Umsicht  verwaltete.
1862  trat  er  in  das  Ministerium  Hohenlohe
  als  Finanzminister  ein,  schied  aber  im
September,  als  Bismarck  die  Leitung  des
Ministeriums  übernahm,  aus.  Im  Juni
1866  wurde  er  zum  zweitenmal  Finanzminister
  und  verstand  es,  die  Geldmittel  für
den  eldzu  ohne  Anleihe  zu  beschaffen.  Als
er  sich  1869  einem  Defizit  gegenübersah,
verlangte  er  die  Bewilligung  neuer  Steuern
und  nahm,  als  seine  Anträge  abgewiesen
wurden,  26.  Okt.  1869  die  Entlassung,
wobei  der  König  ihn  durch  Verleihung
des  Schwarzen  Adlerordens  ehrte.  Er
starb  13.  Juni  1874  zu  Berlin.

Hie  Welf!  Hie  Waiblingen!  Parteirufe,
  s.  Waiblinger  und  einsber

Oildesheim,  ehemals  reichsunmitte
bares  Bistum  in  Niedersachsen,  etwa  den
dritten  Teil  der  gleichnamigen  preußischen
Landdrostei  umfassend,  wurde  von  Karl
d.  Gr.  gestiftet;  doch  wurde  H.  selbsterst  822
Bischcßfte.  Derselbe  gehörte  zur  Erzdiözese
Mainz.  Unter  den  Bischöfen  ist  am  berühmtesten
  Bernward  (993—1022,  s.  d.).
Die  Zerstückelung  des  Bistums  begann
unter  Johann  IV.  aus  dem  Hause  Sachsen-Lauenburg
  (1504—27),  welcher  während
dersogen.  Püldes  heimer  Shifrsfohdemehrere
  Grafschaften  an  die  Herzöge  von
Braunschweig-Wolfenbüttel  verlor.  Der
Bischof  Ferdinand,  Herzog  von  Bayern
(1612  2  ewann  mit  Picze  Tillys  die
verlornen  sieungen  größtenteils  zurück.
1803  wurde  das  Bistum  säkularisiert,
und  seine  Besitzungen  fielen  an  Preußen,
an  Frankreich,  welches  fie  1807
dem  Königreich  Westfalen  überwies.  1813
wurden  sie  von  Hannover  in  Besitz  genommen
  und  kamen  erst  1866  wieder  an
Preußen.

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