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regelmäßig 86 bis 88 Stunden nach der Impfung — statt. Zubereitet wurde die
Lymphe sofort nach der Entnahme unter Zumischung von mit etwas destillirtem Wasser
verdünntem Elycerin durch Verreibung in einer großen Porzellanschale. Ausgekratzter
Impfstoff und Glycerinwasser waren zu gleichen Theilen verwendet. Die Aufbewahr ung
geschah in gut verschlossenen Glasstöpselgläsern im kühlen Keller. Lymphereibemaschinen
waren nicht im Gebrauch.
In Darmstadt wurde die Lymphe nach 86 bis 89 Stunden abgenommen, mit
Glycerinwasser aufbewahrt und nach der Schlachtung der Thiere mit solchem im
Mörser verrieben. Die hierauf alsbald gefüllten Glastuben verschiedener Größe
wurden im Sommer im Eisschrank, im Winter im Keller aufbewahrt. Die Glastubenkorke
wurden mit Paraffinwachs gedichtet.
In Schwerin wurde zur Erzielung eines gleichmäßigen Erzeugnisses stets die
Ernte von mehreren an demselben Tage abgeimpften Thieren zuerst unter Glycerin
aufbewahrt, und, nachdem die Schlachtung der Thiere deren Gesundheit ergeben hatte,
vermischt, wobei möglichst der Ertrag der mit ein und derselben Lymphe geimpften
Kälber vereinigt wurde. Die Erfolge waren günstig.
In Weimar erfolgte die Abnahme in der Regel 4 mal 24, in einigen Fällen
3½ mal 24 Stunden nach der Impfung. Bei Flächenimpfungen machte sich ein
Unterschied in der Reifung zwischen thierischem Stoff aus Genf und Kinderlymphe
insofern geltend, als die mit ersterem Stoff geimpften Kälber erst 24 Stunden später
abgeimpft werden konnten. Als Instrument wurde der scharfe Löffel benutzt. Die
Rohlymphe wurde alsbald, meist in 3 Stunden, mit der Hand im Porzellanmörser
verrieben unter Zusatz der 5= bis 6 fachen Menge Verdünnungsflüssigkeit, bestehend aus
1 Theil Wasser und 2 Theilen Sarg'schen Glycerins. Bei gleichzeitiger Abimpfung von
2 und 3 Kälbern wurden die Erträge gemeinschaftlich verarbeitet. Die Aufbewahrung
erfolgte im Keller bei 8° C.
In Bernburg wurde der Rohimpfstoff wie früher mit Glycerin verarbeitet. Der
Zusatz betrug jedoch etwas mehr wie früher, nämlich auf 1 Theil Rohlymphe 3 bis
3½ Theile Elycerin, während er sonst häufig bis auf das 2½ fache verringert worden
war. Diese reichlichere Glycerinbeimengung fand deshalb statt, weil die weniger
vollständig abgekratzte Lumphe nur in geringem Grade serumhaltig war.
In Lübeck erfolgte die Abnahme nach 120, einmal bei sehr warmer Witterung
nach 94 Stunden. In diesem Falle waren die Pusteln indeß noch nicht weit genug
entwickelt.
In Bremen wurde die Lymphe durchschnittlich nach 96 Stunden abgenommen.
Der Zeitpunkt der Reife wird als von atmosphärischen Einflüssen abhängend bezeichnet.
Die mit Thymolglycerinlösung 1:3½ gleichmäßig im Mörser verriebene Lymphe wurde
sofort in Gläser, Pipetten und Röhrchen gefüllt, luftdicht verschlossen und im Kühlhause
des Schlachthofes niedergelegt.
In Hamburg wurde die im Vorjahre versuchsweise eingeführte Verdünnung
des Rohstoffes mit der dreifachen Menge Elgycerin wieder aufgegeben, weil in der
Impfanstalt und bei den Distriktsärzten mit der dünneren Emulsion weniger befriedigende
Impferfolge als sonst erzielt waren. Die Verdünnung geschah daher
wieder nur mit der doppelten Menge Elycerin. Da die dickliche Emulsion sich jedoch
in Glasröhrchen nicht einfüllen läßt, mußte auf die bequemere Versendung der Lymphe
in Röhrchen verzichtet und wieder zur Austheilung von Plattenlymphe zurückgegangen
werden. Bei den Privatärzten glichen die Erfolge mit der dünneren Röhrchenlymphe
etwa denjenigen mit der dickeren Plattenlymphe. Abgenommen war die Lymphe in