Lummer 3
al-Schlacht hat jedoch sein Anriff-geit
die Engländer schwere Verluste gekostet sodaß
di „neue Geist in der englischen Flte vonerer
kampfbereiten Marine nur mit Freuden
begrüßt werden wird.
Die wahren Nuruhefkfter.
Der englische Premierminister hat in seiner
Antmort auf den Friedensvorschlag de: Reichkanzlers
sich die Gelegenheit nicht entgehen
lassen, den preußischen Militarismus als den
Friedensstörer der Welt hinzustellen. Die feied.
lich dahinlebenden Mächte der Entente hätten
in ständiger Beunruhigung vor Preußen ge
lebt, das in renommistischer Alooffech terei die
Elrahen Europas durchlärmt habe
Wer die rednerischen Leistungen Lord Georges
kennt, weiß, daß er zu höherem Ruhme
Englands unbedenklich die Tatsachen auf den
Kopf stellt. Ein Blick in die Geschichte der jüngsten
Zeit lehrt deutlich, uer tiegerische Erpansionspolitik
getrieben und ner sich bemuhtl hat,
seine Gebietserweilerungen auf dem Wege friedlicher
Vereinbarungen zu sichern.
Die „Köln. Btg.“ stellt sest, daß der „Friedensstörer
Deutschland“ im Laufe einez halben
Jahrhunderts neben Helgoland einen Kolonialbesitz
von 2914 555 Quadratlilometern durch
friedliche Abmachungen und Verträge erworben
bat. Dagegen haben England und Frankreich
zur Abrundung ihres um das 15= bezw. Gsache
gröhberen Kolonialreichs gerade in die em Zeitraum
diplomatische Altionen auen#rführt und
Kämpfe ausgefochten, die keines falls von allzu
grohet Friedensliche zeugen. Franlreich hat
Tunis und Madagaskar crobert, Marolk? mit
Feuer und Schuert „friedlich durchdrungen“.
Enlgand hat die Burenrepublil unterlocht,
rieg im Sudan geführt und seme Hund avf
den Persischen Golf, Afghanistan und ein riges
andere gelegt. Deutschland dagegen hat den
einzigen Streitfall, den es der Karolinen wegen
mit Spanien hatte, der schiedsrichteruchen Begutachtung
des Papfsies untermorfen. Großbritannten
hat serner zur Wahrung seiner
Seeherrschaft ohne Rücksicht uuf andere Interessen
in Malta und Cypern seilen Fu gefaßt
und sogar jent während des Krirges,
den es für die Freiheit der kleinen Nanonen
zu führen vorgiebt, dem ohnmächtigen Griechenland
unter Verletzung der NReuttalität Inseln
und große Strecken Landes entrifsen.
Richtsdestoueniger wird Lord George auch
bei der nächsten Gelegenheit veriuchen. die
Wahrheit für seine Zwecke ein wenig umzuformen,
denn es handelt sich fur ihn in der
Hauptsache darum, Deutschland alle Schuld am
Kriege in die Schuhe zu schieben. Daber spielt
es eben nach gewohnter Methode leine Nolle,
nenn die gesch ichtlichen Tatsachen zu englischem
Nutz und Frommen ein wenig *) beatbeitet
werden.
bentnae Konoschan.
LcReich-Der
—ies rechnet mit der Moglichkeil,
daßß die Vollversammlung des Reichstages
Mille Januar einberusen wird, denn es liege
nahe, daß der Kanzler sowohl wie die Parteien
das Vedürfnis haben, ihre Meinung über
die Situation zu sagen, wie sie sich infolge
der Ablehnung des Friedensangebote gestaltet
hat. (3.)
Berschledene Nachechten.
Berlin, 3. Januar. Einen Riesenschwindel
mit gesälschten Frachtbriefen hat hier ein
falscher Husarenoberseutnant begangen, der aus
Köln gebürtige, 29 Jahre alte Kaufmann
Felir Hellermann. Bei seinen Betrügereien
spielte er sich auch als Gutsbesitzer auf. Es galang
ihm, nach Verliner Blältermeldungen,
im ganzen 497 500 Mark zu erschwindeln.
14#1.
Berlin, 3. Januar. Gegen den Preiswucher
im Kohlenhandel richtet sich eine besondere
[erfügung des preußischen Handeloministers
an die Provoinzialbehörden. Die Erhöhung der
Brennstosspreise wolle man zu einer Steigerung
der Handelspreise machen. Es beslehe die
Gefahr, daß besonders der Platz= und Kleinhandel
unter der Behauptung weiler stark gestiegener
eigener Unkosten zu einer Preiserhöhung
schreite, die zu der der Kohlenindustrie
in keinem Verhältnis stehe. Die Erhöhung
zeugerpreises um 1 Mark für die Tonne
bedinge nur einen Aufschlag von 5 Pfg. für
d Jentner. Größere Preissteigerungen solen
deshalb im Interesse der Verbraucher sorg-*ni
auf ihre Laahhli Berechtigung, nachgeprüft
werden. Die Preisprüfungsstellen seien
unverzüglich mit Nachdruck auf olese Aufgabe
hingewiesen. Es e auch frühere Preisstei,
und ebecirelnngen uneegen
, geahndet werde k
Kesenneh M##
Die Nattenplage in den franzsfischen Scb##tengräben.
Unser Vild (nach englischer Dar'tellung) zeigter J
di ben.
ie Beute eines Foalerriers nach einhalbstundi-Jagd
in einem srantsih-n Ecetzengra=
Regen und Hochwasser
tHünchen. 3. Jannar. Im Maingebiet haben
die Niederschläge allgemein abgenommen.
Oberer und mittlerer Main und leine Nebeuflüsse
sind ins Fallen gelommen, unterer
Main wird noch steigen. Auch im Donaugebiet
sind geringere Niederschläge gesallen, sodaß die
Donauflüsse, noördliche wie sudlille. großtenteilo
zum Stillstand und ins Fallin gekommen
sind. Die Donau selbst dagegen wird
noch weiter steigen. Im allgemeinen il bie
Hochwassergesahr geringer gewoco##.
Mainz, 3. Jannar. Nach kurzer Besserung
ist im Oberrhe ingebiet neuerdings Regenmetter
eingetreien. Der Nhein und der WMain sleigen
fortgesett.
ächener Neuigkelies.
München. 3. Januar. Die Franztokaner-Leist-Brauerei
hat der Stadtgemeinde München
einen Betrag von 200000 UMark zur Beschaffung
billiger Lebensmittel für die umo:---bemitielte
Bevollerung zur Versügung gesiellt.
Für den gleichen zueck spenoeic auch die
Landesrersicherungsans#alt fur Oberbayern ei.
nen Betrag von 5000 Mark.
München. 3. Jannar. Der Magistcat?-Oberassistent
Friedrich Fallier van hier wirod seit
dem 15. November vermißl. Falli'r, der
Feldwebel in Neuburg a. D. war, verlief, a
diesem Tage in Unisonn das Barackenlager
und ist nicht mehr zurückgekehrt. Die Anzehörigen
vermuten. daß er das Opfer eines Unsalles
oder Verbrechens geworden war. Für
die Ermittlung des Vermißten wird eine Belohnung
von 2,0 Mark. für die Ausfotschung
des Mörders, menn Fallier einem Verbrechen
ium Opfer gefallen sein sollte, eine Belohnung
non 500 Marl zugesichert. Die Erhebungen
führt die Staatsanmaltschaft Neuburg a. D.
Bagerische Nacheichten.
Altötting, 3. Januar. Die Besuche der
Wallfahrtskirc#e in Altötting iind zur:eit sehr
stark, sodaß sich bezüglich der Unterlumft der
Wallfahrer mitunter Unzulänglichleiten und
Störungen ergeben. Das zuständige Ordinariat
Passau hat sich daher an den Klecu= zur Mithilse
gewandt, um Unzutraglichtentten dadurch
vorzubeugen, daß die Pilgerzäge umsichtig vorbereitet
und ein Zusammentresfen von mehr
als 2000 Wallfahrer an einem Tage vermieden
bleibt.
S##ziande.
Salzburg, 3. Januar. In der Nähe von
i*i am Brenner ging eine Schneelawine
nieder, durch die 10 Personen, die mit Schneearbeiten
beschäftigt waren, getolet wurden. 18
Personen erlitten schwere Verletzungen.
#werlsches oberland.
Orien, 3. Januar. Die Hemeindeversammlung
beschloß die Erhöhung der Hundesteuer.
Sie wurde von drei auf fünf und von
sechs auf neun Mark erhöht; für einen zweiten
Hund ist der doppelte Betrag, für einen
dritten die doppelte Gebũhr oes zweiten zu
entrichten. Weiter ist eine Erhöhung der Gemeindeumlagen
erforderlich geworden. Die Gemeindercersammlung
beschloß, diese Erhöhung
mit 30 Prezent festzusetzen. Inoessen besieht
die Hoffnung, daß diese Erhöhung nur vorübergehend
sein werde.
Kreuzstraße, 3. muar. Ein Raub der
Flammen wurde ammn Neujahrstag dos Anwesen
des Gütlers Muller (genannt zum Krenn) in
Mleinkarolinenfeld durch das Seid#lentzünden
der Streu. Bei dem herrschenden Stumm brannte
alles in kurzer Zeit in Asche zusammen. Es
konnten nur noch seine paar Rühe gerettet
werden. Die Kinder mußten barfus das Haus
verlassen. Der Brandleider ist in bitterer Not.
Von seinen acht Kindern sind zwei im Felde,
einer wurde bereits schwer verwundet.
Traunstein, 3. Januar. Für die stäotischen
Arbeiter hat der Magistrat die Erhöhung der
im Frühjahr 1916 reaulierten Teuerungszulagen
genehmigt und zwar für die itändigen
Arbeiter von täglich 15 Pfg. auf 20 Pfg. für
sich, sowie von je 10 Pfg. auf 15 Pfg. für die
Ehefrau und für jedes Kind unter 15 Jahren,
für die unständigen Arbeiter von täglich 10
auf 15 Pfg. für sich uno von je 5 auf 10
Pfg. für die Ehefrau und für jedes Kind unter
16 Jahren. Die Bewilli Jungen treten ab
1. Januar 1917 ein und (##stregen sick gleichmäßiig
auf alle Arbeiter in den städtiscen Bellieben.
Schliersce, 3. J-nuer. Ei#n: bemelenswer##
Nesolution saßte der Verschonerung-veren in
seiner Generalversammlung. Er soricht sick, gegen
alle Beschränkungen des Fremdenrerlähr
aus und weist darauf Lin. daß Orte wie
Sclieree auf den Fremoenverkehr angemiesen
sind, und ohne ihn der Nuin zjahlreicher Eristenzen
zu erwarten ware. Mi: Rückiicht auf
diese Verhällnisse eruartet der Verein von der
Negieruna und von den Behörden beitgehe#
Ma#nahmen auf dem Gebiete der Leben- mitleivetsagung,
damit die Frenden auch inm heurigen
Jahre zufriedenitellend verlotigt werden
önnen.
WMichuge Gebole sür den Landwirt.
Was Ddarf der Landwirt nicht rerjuttern
und masd daif ci versuttern?
Nach dem Stand vom 1. Jannar 1917. susomn.
mengestellt von der Prciokerrichtstelle de: de
schen Landwirtschafleralr, Bertin .
Winterfelotstroße 37.
A. Was darf der Landwirt nicht veifultern?
1. Brotgetreide. Roggen, Weizen. Spels,
Mengkorn aus Brotgetreide und anderem Gelreide,
Hinterkorn. Mehl, Brot und Schrol av
ruee
Gerste, soueit sie zu den a#zuliefernoen
co Prozent der Ernte gehört.
3. Hafer, Menglorn und Mischitucht aus Ha
fer mit anderem Getreide oder mit Hülsenfrüchten,
soweit er nicht in bestimmten Mengen
zur Verfütterung freigegeben ist, vergl. B 3.
4. Buchmeizen und Hirse.
5. Erbsen, Bohnen, Linien. Ackerbohnen, Peluschken
und Gemenge mit Hulsensrüchten, veigleiche
B 4.
6. Kartoffeln (vergl. B 7).
Kartoffelstärkemehl, Erzengnisse
rs—Niee
7. Zuckerrüben, Die Landeszentralbehörden
oder die von ihnen bestimmten Behörden lön-Kartoffelstärte,
oer Rartofnen
im Einzelfall Ausnahmen hiecoon zulassen.
8. Kohlrüben, vergl. B. 5
9. Weißkohl, soweit die Reich-'leile für
Gemüse und Obst für den Bezirk des Erzeugers
den Absotz geregelt hat. Mißkohl darf in
diesem ee nur verfüttert werden, wenn er
zuu menschlichen Genusse nicht geeignet it.
0. Bucheckern. Die Landeszentcaldeh##den
8 die von ihnen bestimmten Behoroer können
Ausnahmen zulassen, insbesondere bestimmen,
#ob und inwieweit das Eintceiben von
Schweinen zugelassen werden kann.
11. Vollmilch, vergl. B 9. .
: Frella#, . Jasuck 1512.
——..
B. Was darf der Lanbwirt *51
ver fu ttern-# ?
1 Es)z“ von Getreidc.
der Gerste 1¼) Pr z'nt der Erne, er
aacs * zu diesem Zueck schrolen.
. Von Hasec- allein oder im Grmenge bi.
zum 31. Mal 1917 an ein Pferd Pmder einen
sonstigen E Einhuser C31 Zentner oder im Durck
schnitt täglich 4½ Plund, dagegen an Zucht
bullen nur mit Genehmigung ver zuständigern
Behörde pro Tag und Kopf 1 Pfuno.
4. Soj#behnen, Erbsenschalen und Erbsenkieie.
Dagegen Erlsen. Bohnen. Linsen, Ackerbohnen.
Peluschten und Gemenge (ausschließlich Hafer
mit Hülsenfruchten nur, menn sie von der
Reichshülfenfrucktstelle in Berlin aols für dmenschliche
Ernährung nicht geeignct eri##t
worden sind.
5. Runkelrüben, Wasserrüben. Möhren, Kol.2
(für Weisttohl vergl. 4 9). Dagegen Kolrüben,
Steckruben oder Wrucken nur mit 0:
nehmigung des Kommunalverbandes in Hönvon
täglich höchstene ein Zweihundertitch de-Vorräte
des Tierhalters, 3. B. bei 1000 -rr.
* bis zu 5 *3
Zuckerrübenblätter u. Zuckerrübenschnitzel
V7
J. Kartoffeln. die nicht gesund jind oder 2
Mindeichrol von 1 Zoll 12.72 zentimeter
nicht erreichen. Die Verfütterung darf nuten
Schweine und Federvieh erfolgen und
andere Tiere nur dann, wenn oie Verfüäl:e
rung an Schweine und Federoreh nicht mo.
lich ist.
8. Heu, Stroh, Häcksel, Spreu oder Kaff.
9. Vollmilch nur an Kälber und Schwern:
unter 6 Wochen, Magermilch.
10. Alle nicht genannten und zur Verfüli:
rung nicht verbotenen Erzeugmisse.
Die Preieberichtuelle des Deutschen Lnuwirtschaftsrates
ist bereit, bei Anfragen a#n-Ponlarte
mit Antwortlarte weitere Auskumn:
zu erteilen. %
Kommunules.
Oeffentliche Sitzung
des Kollegiums der Gemeinde-Bevollmächtigten
Mittwoch, den 3. Januar 1917.
« nachmittags 3 Uhr.
Anuesend: 25 Mitglieder.
Vorsitzender: G.-B. Finsterwatder.
Jahrs#bericht und Ve#
Vot Eintritt in die Tagesordnun 1gab der
Vorsitzende einen kurzen zuackbiick auf dic Ta
tigleit des letzten Jahres. Das## Collegium hat
darnach am Jahre 10106 in :7 Sihungen 79%6
Gegenände erledigt. Außerdem wurden in
zahlreichen Kommsssion= und Kuoschuß itzunge:
bicle Fragen finanzichler Natur erledizt. Illen
Herren, die namentlich alo Referenten oder
in der Kommission und im Aueschaß tali na
ren, spreche er den Dunk au? in der Führun:
der Geschaäile sei ihm dadurch große Unteritut
ung zuteil gen orden. Gleichzeitig dantk de:
Vorsitzende auch für da- ihm um letzten Jahre
entgegengebrachte Vertrauen, modur chihm cint
ersprießliche ?* MWirken ermoglicht ur##rden wär--.
Auch der im Heeresdien#ste stehenden Witglie
dern des Kollegiums gedachte der Vorsitzend.
mit dem Wunsche, daß alle in diesem Jahre
wieder in unsere Mitte zurücklehren möctten.
Möge das Jahr 1917 ein Jar des Fridden
tanod-wahl.
werden, damit im Schoße des Kollegium.
Wieder erfolgreiche Frirdensarbeir gelein#et wer.
den könnc. a
Im Anschlusse an diese Einleitung gab der
Vorsitzende die Bestimmungen üder die Warl
der Vorstandschaft für das Jahr 1917 bekann:.
G.-B. Ruedorffer wollte den Dam des Kor
legiums an die Vorstandschaft in der W##
zum Auodruck gebracht wissen, daß die Vorstandschaft
durch Akklamation wiedergewäh't
werde. Dieser Vorschlag fand durch den Mund
der E.-B. Göpfert und Dachs Zustimmung,
worauf dann die bisherige Vorlandschaft auck
für 1917 einstimmig wiedergewählt wurde Der
Vorsiqende dankte für dieses crneute Vertrauen;
er werde nach Kraften und. soweit die
Zeitverhältnisse es gestauen, die Geschäfte wieder
weiterführen. Er hoffe dabei auf die Ce
duld und die Unterstützung des Klegiume
und er bitie namentlich den Finanzausschut
und die Referenten, ihm dabei zur Jeit: zu
siehen. Auch G.B. Schrettenseger dankte für
die Wiederwahl als Schriftführer. Der Boisirende
fügte noch die Bemertung an 6
es im Laufe des neuen Geschäftsjahres nicht
unmoglich sein könnte. daß in prdotso# scher
Form für den in Polen in der Jivilverwallung
itehenden zweiten Vorsitzenden ein Ersan
gemählt werden müßte, damit R# Geschäftführung
aufrechterhalten werden Wunte.
Aus dem Einlaufe.
! sich ein Schreibe#n der
Oberpostdirektion über die durch die Einbe-
rufungen zum Heeresdienste notwendig ge.-