82 BWechselverjährung und deren Würdigung im Prozesse.
des Richters zu würdigen sei, oder welche die subsidiäre
Anwendung der eivilrechtlichen Verjährungsgrundsätze
überhaupt bestreiten. -
5.BeiBerathungderWO.warkeinStreit
über die rechtliche Natur der Verjährung als solcher.
Zwiespalt der Meinungen entstand nur darüber, ob, wie
§ 73 des Entwurfs es vorgesehen hatte, die Verjährung
bezüglich aller Wechselansprüche, ohne Unterschied zwischen
Haupt= und Garantieschuld, ein heitlich geregelt werden
solle, — oder ob man nach dem Vorbilde des Code de
commerce (Art. 165, 166, 189) für die Verjährung der
Regreßansprüche gegen Trassanten und Indossanten andere
und kürzere Fristen (mit successiv beginnendem
Laufe gegen die regredirenden Indossanten) einführen
solle, als für jene gegen Acceptanten und Aussteller von
Eigenwechseln. Es drang nun zwar das System der
delais des französischen Wechselrechts durch, allein der
Dualismus des C. d. e. wurde gleichwohl nicht vollständig
recipirt, indem ein Unterschied bezüglich der Wirkung
des unbenützten Ablaufs der verschiedenen Fristen
nicht statuirt wurdev). Die Unterscheidung zwischen der
„Rechtsverwirkung“ für die Regreßgläubiger (dechéance,
gleich wie bei der Präjudizirung durch Versäumniß der
Fristen der Diligenzakte — Art. 168, 169) und „Verjährung“
(prescription, Art. 189) der übrigen Wechselforderungen
ist unserem Gesetze fremd. Dasselbe spricht
in zusammenhängendem Abschnitt gleichmäßig von „Verjährung
des wechselmäßigen Anspruchs“ gegen Acceptanten
und Aussteller (Art. 77, 9810, 100) und von „Ver-«
*) Hleran vermag auch die gelegentliche Acußerung eines
Delegirten — Protokolle S. 198 — nichts zu ändern, daß die
Regreßklagefristen „als eine eigene, von der Verjährung des
Wechselrechts gegen den Acceptanten elnes fremden oder den Anssteller
eines elgenen Wechsels ganz unabhängige Vetjahrungtart
angesehen werden müßten.