302 Winke für Bräute und junge Ehefrauen.
sich auch niemals in dieser Weise; sie ertragen kraftvoll die Enthaltsamkeit
aus Liebe und Rücksicht für Frau und Kind. Dreifacher Lohn
wird ihnen dafür zu teil: die Kräftigung des eigenen Körpers, die Gesundheit
und Achtung der Gattin, das Gedeihen des geliebten Kindes!
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Ein Wink für Bräute und junge Sbefrauen.
Streng genommen sollte sich kein Mädchen verheiraten, ohne sich über
ihren Körperbau Klarheit verschafft zu haben; denn nur zu häufig sind Fehler
da, von welchen weder die Eltern noch weniger die Tochter eine Ahnung
haben. Es ist aber für die Gesundheit der Ehefrauen nicht gleichgültig und
für die gedeihliche Entwicklung des Kindes noch weniger, wenn ihr Körper
die zur Mutterschaft unentbehrlichen Eigenschaften nicht besitzt. Daher werden
kluge und für die Zukunft sorgende Mütter ihre verlobten Töchter zur Arztin
führen, um sie einer gründlichen Untersuchung zu unterziehen, oder reifere
Mädchen werden selbst gehen, weil sie wissen wollen, ob sie den bevorstehenden
Anforderungen, welche die Ehe an sie stellt, auch zu genügen vermögen.
Die Untersuchung soll feststellen: 1. ob Herz und Lungen gesund sind,
2, ob die Wirbelfäule fehlerlos ist, 3. ob die Gebärmutter richtige
Lage und Form hat. Diese drei Fragen soll jede Braut der Arztin stellen;
denn ihre günstige Beantwortung gibt der Fragestellerin die Bürgschaft, daß
die Grundlage zu einer gesunden Mutterschaft vorhanden ist. Wo es daran
fehlt, ist mindestens eine eingreifende Kur vor der Verheiratung zu empfehlen,
eine Verschiebung der Hochzeit, oder — in besonders traurigen Fällen —
auch ein Aufgeben liebgewordener Wünsche dringend anzuraten. Letzteres kann
unter Umständen das Lebensglück zweier Menschen retten, immer aber die
Lebensfähigkeit eines sonst vielleicht gefährdeten Mädchens sichern. Allerdings
gibt es außer Krankheiten der genannten Organe — Herz, Lungen,
Wirbelsäule, Gebärmutter — noch Krankheitsformen, welche auch bei vollständiger
Fehlerlosigkeit der genannten Gesundheit und Mutterschaft zu
untergraben vermögen; wir weisen nur auf hochgradige Bleichsucht, Nervenschwäche
oder gar Geisteskrankheiten hin; immerhin ist aber in den meisten
Fällen genng getan, wenn die anderen nicht nachzuweisen sind und jene vier
sich in gutem Zustand befinden. Bei Geistes= und Nervenkrankheiten ist die
Verehelichung im allgemeinen auch nicht anzuraten.
Bei Krankheiten der Lunge und des Herzens ist nicht nur geschlechtlicher
Verkehr sehr schwächend und gefährlich, und die Geburt, falls
sie nicht sehr leicht verläuft, sogar das Leben bedrohend, sondern die Gesundheit
des Kindes ist gewöhnlich auch sehr schwach, ja das Neugeborene ist
meist zu Siechtum und frühem Tod verdammt. Welche gewissenhafte Frau