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Licht suchte der Geist des Königs Max II. Nach dem
göttlichen Lichte drängte es ihn. Von der Erde wandte er darum
den Blick nach Oben.
„Ich weiß es recht gut — sagte er öfter — daß man
mich hierüber verspottet, verlästert, verhöhnt; aber ich kann
mir nicht helfen. Es ist nun einmal dieses Bedürfniß in
mir. Es gibt Personen, die dieses Bedürfniß nicht haben
und in ihrem kindlichen Glauben sich selig fühlen. Diese möchte
ich fast beneiden. Wenn ich aber wieder bedenke, daß die
andern Wissenschaften doch gar manche Fortschritte gemacht
haben, so sehe ich, daß es auch nöthig sei, diese neuen Erkenntnisse
in ihrem Einklang mit den alten ewigen Religionswahrheiten
zu erfassen. Die alten großen Lehrer der Kirche
haben auch die Philosophie gar hoch gehalten und nicht so
angesehen, wie gerade jetzt es der Fall ist. Gewiß wir
auch die Zeit kommen, wo man die Philosophie, die Philosophie,
welche sich nicht über das Christenthum wegsetzen
will, gebührend wieder zu schätzen wissen wird."“
Also dachte der edle König, der die Gottheit nicht bloß
glauben, sondern auch schauen wollte mit erleuchteten Augen des
Geistes. Gar schön drückt er dies selbst aus in seinem Gedichte:
Ersehntes Kunstideal.
Als trunk'nen Blickes ich geschaut
Was Raphael und Phidias schufen, ·
Die mit der Grazien Huld betraut
Sich schwangen zu der Gottheit Stufen,
Bewegt mich tiefer, mächt'ger Drang
Zu schan'n das Urbild alles Schönen,
Das siegreich mit den Formen rang.
Doch ungestillet blieb mein Schuen. I
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Sittenlehre nach theosophischen Principien.“ i
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