Full text : Abhandlungen aus dem Staats- Verwaltungs- und Völkerrecht. Band I, Heft 1. (1)

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cepte  provisoirement  un  pouvoir  qu’ils  sont  prets  &
remettre  entre  des  mains  plus  dignes,  aussitöt  que  les
elements  d’une  autorite  nouvelle  seront  reunis...!“  Die
Mitglieder  waren  Emmanuel  d’Hoogvorst,  welcher  die  Brüsseler
Bürgergarde  kommandiert  hatte,  Rogier,  Anführer  eines  Lütticher
Hilfskorps,  und  Jolly,  ein  ehemaliger  Offizier.  Die  nächste  Aufgabe,
  welche  sich  die  Kommission  stellte,  war  naturgemäss  die
Leitung  des  Kampfes  gegen  den  in  der  Stadt  stehenden  Feind.
„Freiheit*  war  die  Parole,  welche  die  Kommission  ausgab,  Freiheit
von  dem  bisherigen  Willkürregiment.  Dieses  sollte  in  der  einen
oder  andern  Weise  enden.  Ob  man  die  Trennung  der  Verwaltung
von  Nord  und  Süd  ertrotzen,  ob  man  eine  blosse  Personalunion
herbeiführen,  ob  ınan  schliesslich  die  Oranier  gänzlich  von  Belgien
ausschliessen  sollte,  darüber  stellten  die  Mitglieder  der  Verwaltungskommission
  vorab  keine  Erwägungen  an,  dazu  liess  die  Not  der  Zeit
keine  Musse..  Am  26.  September  verkündigte  die  Kommission  in
einer  Proklamation,  dass  sie  vier  neue  Mitglieder  kooptiert  habe:
de  Merode,  Gendebien,  van  de  Weyer,  Nicolay.  Ein  Akt  der
Klugheit:  nunmehr  waren  Führer  der  beiden  grossen  belgischen
Parteien  in  der  Kommission  zu  finden,  Führer,  die  sich  seit  längerer
Zeit  beim  Volke  der  grössten  Achtung  und  Beliebtheit  erfreuten.
Alle  Belgier,  welche  unter  holländischer  Fahne  dienen,  ruft  die
Kommission  zurück.  „Das  Blut  von  Belgiern  ist  geflossen,  und  es
fliesst  noch  auf  Befehl  desjenigen,  dem  ihr  euren  Eid  geleistet  habt.
Dies  edle  Blut  hat  alle  Bande  zerrissen;  die  Belgier  sind  frei,  wir
entbinden  sie  jedes  Eides®“  Das  war  schon  eine  deutlichere
Sprache:  die  Kommission  gab  durch  diesen  Ruf  zu  den  belgischen
Fahnen  die  Losung  zur  Erkämpfung  nationaler  Unabhängigkeit,
welche  jedoch  am  26.  September  noch  keineswegs  erstritten  war;
das  Wort  Unabhängigkeit  fiel  erst  später.

Nach  viertägigem,  fruchtlosem  Kampfe  verzweifeln  die  holländischen
  Truppen  an  einem  Siege  über  die  begeisterten  Patrioten,
welche  die  Barrikaden  besetzt  halten.  Da  gibt  in  der  Nacht  vom
26.  auf  den  27.  September  Prinz  Friedrich  den  Befehl  zum  Rück-"

  Moxe  8.  592.

®  Juste,  Charles  Rogier  S.  20:  „L’organisation  de  la  resistance  fut  la
preoccupation  immediate  et  constante  des  citoyens  devoues  qui  avalent  pris
possession  de  l'hötel  de  ville.  La  lutte  continua,  sous  leur  direction...“

3  Juste,  Congrös  139.  Vgl.  für  die  Geschichte  des  August  und  September
1830  den  Bericht  des  „Brüsseler  Augeuzeugen“  S.  5—144.