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Die aufgestellte Hypothese trifft natürlich nur dann zu, wenn
die Rechtsprechung der Länder, welche der Legitimation eines
incestuosen oder adulterinen Kindes die rechtliche Wirksamkeit
versagen, dieses materielle Hinderniss auch für den Fall bestehen
lassen, dass der legitimirende Vater Ausländer und die Legitimation
solcher Kinder nach seinem Heimathsrecht erlaubt ist.
Die französische und die belgische Jurisprudenz haben in
der Theorie wie in der Praxis diesen Grundsatz anerkannt, jedoch
nur da, wo die Eheschliessung in Frankreich oder in Belgien
stattfindet. Man hat dafür die ratio legis geltend gemacht,
wonach der Gesetzgeber aus Gründen der öffentlichen Moral ein
für alle Mal die Legitimation derartiger Kinder habe unmöglich
machen wollen!?. Dieser Auffassung wird man wohl entgegenhalten
können, dass, wenn man allgemein (wie auch die Verfechter
des französischen Prinzips nicht bestreiten) das persönliche
Recht des Vaters als massgebend für die Legitimation
ansieht, es schwer zu verstehen ist, warum gerade hier eine Ausnahme
gemacht werden soll; das legitimirte incestuose oder adulterine
Kind bleibt ja nicht Franzose oder Belgier, es tritt ja
nicht in eine französische oder belgische, sondern in eine ausländische
Familie ein; es ist also sicherlich nicht die französische
oder belgische Moral, welche hierdurch etwa verletzt würde. Auch
kann die Berechtigung eines Staats, einem anderen Vorschriften
über moralische Anschauungen zu machen, doch gewiss nicht anerkannt
werden.
parados aos filhos legitimos... Art. 122: „podem ser perfilhados todos
os filhos illegitimos, excepto: 1. os filhos adulterinos, 2. os filhos incestuosos.*
13 Vgl. Dusumr a.a. 0. S. 518: „il nous parait difficile qu’un tribunal
francais puisse sanctionner la legitimation d’un enfant adulterin faite en
France... En prohibant la legitimation des enfants adulterins le legislateur
a eu certainement en vue une raison de moralite generale. — Ebenso
für die incestuosen Kinder $. 519. — In demselben Sinne: DespAasnEr a. a. O.
8.593 ff. — Weiss, Traite ele&m. S. 554. — Vgl. auch Laurent, Droit civil
intern. III, 100 S. 185 u. 186.