Full text : Regierungsblatt für das Königreich Württemberg vom Jahr 1872. (49)

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den  Geburtsfällen,  namentlich  aber  in  solchen,  in  welchen  es  sich  um  Operationen  mit
scharfen  oder  schneidenden  Instrumenten  handelt  (Perforationen,  Zerstückelung,  Einschneidung
  des  Muttermunds  und  dergleichen),  wenn  irgend  auf  dem  Verzug  der  Hülfeleistung
nicht  entschiedene  Lebensgefahr  der  Kreißenden  oder  des  Kindes  haftet,  sobald  sie  den
Stand  der  Sache  erkannt  haben,  einen  Geburtshelfer,  der  Arzt  oder  Wundarzt  erster
Abtheilung  ist,  zur  Berathung  und  unmittelbaren  Mitwirkung  beizuziehen.

Gegenüber  von  Geburtshelfern  aus  der  Klasse  der  niederen  Wundärzte  bleibt  auch
die  Bestimmung  des  §.  12  der  angeführten  K.  Verordnung,  wonach  denselben,  wenn  sie
auffallende  Rückschritte  in  ihren  Kenntnissen  oder  technischen  Uebung  machen,  die  ertheilte
Ermächtigung  wieder  entzogen  werden  kann,  in  Kraft.

§.  8.

Sämmtliche  Geburtshelfer,  auch  diejenigen,  welche  nicht  zu  den  approbirten  Aerzten
und  Wundärzten  gehören  und  Hebammen  sind  zur  Führung  von  Tagbüchern  nach  den
hiefür  bestehenden  Vorschriften,  auf  deren  mögliche  Vereinfachung  Bedacht  genommen
werden  wird,  verbunden.

Hebammen  haben  sich  auch  in  Zukunft  nach  der  ihnen  ertheilten  Dienstanweisung
zu  achten.

8.  9.

Die  K.  Verordnung  vom  14.  September  1859,  betreffend  die  Prüfungen  in  der
inneren  Heilkunde  und  in  der  höheren  Wundarzneikunde,  ist  außer  Kraft  getreten.

Die  ärztlichen  Prüfungen  bestehen  künftig:

1)  in  der  naturwissenschaftlichen  Prüfung  (tentamen  physicum),  welche  durch  die

Ministerial-Verfügung  vom  26.  Februar  1872  näher  bestimmt  wurde,
2)  in  der  Approbationsprüfung,  durch  die  Bekanntmachung  des  Bundesraths  vom
25.  September  1869  (abgedruckt  im  Reg.  Blatt  vom  Jahre  1871  S.  304  ff.)  bestimmt,

3)  in  der  staatsärztlichen  Prüfung,  worüber  nähere  Bestimmungen  demnächst  ergehen

werden.

Die  Vorschriften  über  die  praktische  Ausbildung  der  Candidaten  der  Heilkunde  in
einem  Vorbereitungsjahre  (Ministerial-Verfügung  vom  2.  Juli  1839,  Reg.  Blatt  S.  457
ff.)  ferner  über  die  Verpflichtung  jüngerer  Aerzte  zur  Einsendung  von  Probearbeiten  an
das  Medicinal-Collegium  (Instruktion  für  das  K.  Medicinal-Departement  vom  23.  Juni
1807  §.  5,  Reg.  Blatt  S.  322)  sind  gleichfalls  außer  Kraft  getreten.

In  Betreff  der  Prüfung  der  Thierärzte  wird  auf  die  Verfügung  vom  29.  Februar