als Leute des befangenen Rückschrittes gescholten werden,
besonders gedankt sein! „Einem ernsten Katholiken ver—
argt man nicht, wenn er zu seiner Lehre steht, noch
weniger einem orthodoxen Juden. Aber dem Evangel—
ischen, der ganz auf dem Grunde der Schrift stehen will,
soll dies als unevangelisch verwehrt sein!“
Daß er, der die Weltgeschichte kannte, nicht nur die,
an der er ein großes Stück gearbeitet hatte, für den
Gang und das Wirken der Kirchengeschichte wenig Verständnis
hatte, den sogenannten Kulturkampf ohne das
Evangelium begann und die Bestrebungen der evangelischen
Kirche gründlich verkannte, soll nicht geleugnet werden.
Wenn aber diejenigen, welche über Bismarcks Stellung
zum Christentum abschätzig urteilen, sei es, weil er ihnen
allzu anerkennend oder zu wenig „gläubig“ erscheint, das
praktische Christentum in täglicher Aufnahme ihres Jochs
und in der ernsten wurzelgründigen Selbstschau üben
wollten, wäre es wohlgetan.
An der Grabstätte dort in dem Wald von Friedrichsruh
hat Pfarrer Westphal das, was an dem Fürsten
sterblich war, zur Ruhe eingesegnet, in der Einfachheit
und Wahrhaftigkeit des kirchlichen Brauchs. „Dieweil
es dem allmächtigen Gott gefallen hat, unseren christlichen
Mitbruder, den Fürsten Otto Leopold von Bismarck,
Herzog von Lauenburg, aus dieser Zeitlichkeit abzufordern,
befehlen wir seine Seele der Gnade Gottes und legen
seinen Leib zur Ruhe, Erde zur Erde, Asche zu Asche,
Staub zum Staube. Denn der Tod ist der Sünde
Sold, aber die Gabe Gottes ist das ewige Leben
in Christo Jesu, unserem Herrn!“ Nicht das Fortleben
in der Geschichte, nicht das geistige Weiterleben
in den Erinnerungen ist das Teil der CThristen, sondern
das ewige Leben, daß sie den wahren Gott und den
Er gesandt hat, Jesum Christum von Angesicht zu Angesicht
erkennen.
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