Aum̃mer 21
Geiecheuland.
Grobheiten gegen König Konsi
antin.
Berlin, 25. Jan. Zu den Anklagen König
Konstantins gegen den Vierverband schreibt
Gust. Herve in seiner „Victoire“: Der König
ist von Frankreich und England noch riel zu
glimpflich rehandelt worden, denn als er im
ttoler den Ministerpräsidenten Venizelos
beimschickte und die griechische Kammer auflöste,
das heißt sich weigerte, nach dem Willen Venizelos
und seiner Parteigänger Griechenland.
in den Krieg eintreten zu lassen, sei es Pflichn?
Englands und Frankreichs als Wächter der
griechischen Verfassung gewesen, den König einfach
wie die deutschen Konsuln in Salonili,
Mgtilene und Korfu hinter Schloß und Niegel
zu setzen. Was indessen damals nicht geschehen
sei, könne immerhin noch werden. (3.)
1101 „ „
Die Kämpfe im Irak.
Konstantinopel, 24. Jan. Das Hauptquartier
teilt mit: An der Iralfront dauern
die Stellungslämpfe bei Kui-el-Amara fort.
Englische Streitkräfte, die aus der Richtung
Iman Algygarbi kamen, grissen am 21. Jannar
unter dem Schutze von Flußlauonenbooten unsere
Stellungen bei Menlahie, etwa 35 Kilometer
ösllich von Kut-zel-Amara, auf beiden
Seiten des Tigris an. Die Schlacht danerte
sechs Stunden. Alle Angriffe des Feindes wurden
durch unsere Gegenangriffe zurüdgeworsen
und der Feind einige Kilometer nach Osten zurückgetrieben.
Auf dem Schlachtselde zählten
wir ungefähr 301 1 tote Engländer. Wir nahzuen
einen feindlichen Hauptmann und einige
Soldaten gefangen. Unsere Aeriuste sind verhältnismäßig
gering. Ein Wasfenstillfland von
einem Tage, um den der feindliche Oberbefehlshaber,
General Aymler, ersuchte, um seine Tolen
zu begraben, wurde von uns beu illigt. Gesangene
erllärten auf unsere Fragen, daß die Engländer
außer den Verlusten, die sie in dieser
Schlacht erlitten haben, noch weilere 3000 Tote
und Verwundete in den vorhergehenden Kämpfen
bei Scheil Said verloren haben. Infolge
unseres Angriffes auf eine andere englische Kolonne,
die westlich von Korna aus der Richtung
Muntefink vorzugehen rersuchte, wurde der
Feind zum Rückzug gezwungen, wobei er 100
Tote zurückließ. Wir erbeuteten eine Anzahl
Kamele und 1000 Zelte.
London, 25. Jan. Der Oberbefehlshaber
von Mesopotamien meldet, daß am 22. Jannar
ein Waffenstillstand auf einige Stunden abgeschlossen
wurde, um die Veruundeten wegzuholen
und die Toten zu begraben. Während
der letzten zwei Tage stieg der Tigris um
sieben Fuß, wodurch alle Truppenbeuegungen
zu Lande unmöglich werden. General Townsend
meldet, daß er über wenig Vorräte verfüge.
Seine Truppen seien in der letzten Zeit
nicht mehr in Gefechte verwickelt gewesen.
Persien gegen Rußland.
Konstantinopel, 24. Jan. „Ildam“
erfährt vonr#ertrauenswürdiger Quelle. daß
mehrere Häuptlinge der persischen Stämme in
der Ueberzeugung, daß die Verfügungen der gegenwärligen
offiziellen persischen Regierung
üble Folgen für die islamitische Welt nach sich
ziehen lönnten, sich erhoben haben, um den
Schutz der Rechte des Islams zu fordern. Naibh
Hussein Khan flüchtele mit seinem Sohne von
Kaschan, südlich von Kum, und schloß sich den
freiwilligen Kriegern an, die eine Streitmach#
von 40000 Mann darstellen und die Russen bei
Sare (7) angriffen. Die Russen hatten meh—
rere Tote und verloren zwei Maschinengewehre,
eine Menge Lebensmittel und eine Anzahl Gesangene.
Politische RNundschau.
Die neuen Reichssteuern.
Die „Tägliche Rundschau“ sagt, es sei sicher,
daß schon im März die Vorlagen über die
neuen Reichssteuern dem Reichstag zugehen
werden. Als Gesamtbetrag sind 500 Millionen
Mark in Aussicht genommen. Es werden Zigaretten,
Zigarren, die einzelnen Zweige der Post,
Telegraphie und der Eisenbahnverkehr herangezogen
werden. Ein anderes Blatt sagt: In
dem Steuerprogramm des Reichsschatzamtes
spielt auch die Besteuerung des Eisenbahngüterverkehrs
eine nicht unbedeutende Rolle, denn
wenn eine Erhöhung der Postpaketgebühren,
wie geplant, durchgeführt werden soll, muß auch
der Frachtverkehr auf den Eisenbahnen zur
Steuer herangezogen werden. Sonst würde ja
der Verkehr von der teureren Verwaltung zu
der billigeren Verwaltung übergehen. Demgemäß
soll der Frachturlundenstempel für Wagenladungen
auch auf den Stückgut= und Eilgutverkehr
ausgedehnt werden, jedoch ist eine Entscheidung
noch nicht getroffen, unter den beutschen
Staatseisenbahnverwaltungen finden über
diese und andere Fragen noch Erwägungen statt.
Auch sind statistische Erhebungen im Gange,
namentlich über eine etwaige Verminderung des
Vrrlehrs an der Hand frühexer Erfahrungen,
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die man ja beispielsweise bei der Fahrkarlensteuer
hat machen können. Die beste Verkehrs-!
siener nützt eben nichts, wenn der Verliehr in
unern ünschtem Maße zurückgeht. An eine Erhöhung
der Fabrlartensteuer wird desmegen nuch
nicht gedacht, aber schließlich wird man meoohl
auch um Zuschläge für die Personenbeförderung
nicht ganz herumlommen, wenn nämlich ein
zmeiter Plan durchgeführt werden soll eine
Bruttoal gabe der deutschen Eisenbahnverwallungen
an das Reich. Auch darüber wird noch
zuischen der preußischen, Uayerischen, sächfischen
u#, Staatseisenkahnver##altung verhandelt,
und es ist noch nicht alzusehen, auf welcher
Grundlage etma eine Einigung zustande lommen
lönme. Kommt es zu einer Einigung, so
werden die Bundesstaaten überlegen müssen,
wie sie diesen Ausfall an ihren Einnahmen
miieder einrringen lönnen. Die Bundessiaaten
befinden sich samt und sonvers in finanziellen
Verlegenheiten und haben deswegen bereits
selbst schon Erhdhungen ihrer Landessteuern
ausgeschrieben oder doch in Auesicht genommen.
Tritt dazu noch die Notmendigkeit für sie, einen
Teil ihrer Eisenbahneinnalmen an das Reich
alzutreten, so werden sie sich durch Eröffnung
neuer Einnahmcquellen helsen müssen. Da könnten
dann allerdings Zuschläge zu den Personenfahrlarten
vielleicht in Frage kommen. Das
deutsche Volk würde auch dieses Opfer um des
großen Zieles willen auf sich nehmen müssen,
aler, wie gesagt, sind irgenowelche Entscheidungen
nuch nicht getroffen.
Bayerische Ehrenkafel.
Kr. A. Landwehrmann Mich. O lermeier der
. Komp. des 1. Inf. Reglo. von Aibling. verheirateter
Kupferschmied zu Schloßberg, V.
Rosenheim, haite am 11. August 1915 Auftrag
erhalten, das Volk-tum des gegenüberliegenden
Feindes feutzustellen. Von 3 Uhr morgens
ub mit 2 Mann rechts der Straße L. M.
rorgehend, richtete sich die Patrouille aui ei—
niger Entfernung von Drahtrerhau des Geg—
ners in einem zugeschüttelen, jedoch immerhin
noch Dedung bietenden Graben ein und legte sich
bis vormitlags 11 Uhr auf die Lauer. Da indes
nicht das geringste zu bemerken war, kroch
Osltermeier bis zu einem Granattrichter dicht
am Drahthindernis vor und sah nun, wie ein
feindlicher Posten den Kopf über die Brustwehr
erhob, während andere sich ziemlich laut unterbieiten.
Zu seinen Kameraden zurückgelehrt, begad
er sich mittags mit einem Begleiter nochmals
an den gleichen Fleck, stieg in den Trichter
und kroch, weil er hier leine Aussicht haatte.
ane aute Stree wen em Drahtverhau vor. Da
alue im rundisichen Grabenn#stebende Bewegung
annehmen ließ, daß er bemerkt wurde,
begab er sich wieder zu seinen Kameraden und
mit diesen nach dem zugeschütteten Graben,
wo der zmeite Mann der Patronille verblieben
war. Bevor sie ihn jedoch erreichten, erhielten
sie heftiges Feuer, das Ostermeiers Gefährten
eine schwmere Verwundung eintrug. Der dritte
Mann hatte inzwischen die Vorgänge mit angesehen,
war dem Führer entgegengekrochen und
half nun den Vern undeten in Deckung schaffen;
bierauf begab er sich zur Kompagnie und ktehrte
alends mit einem Krankenträger zurück, so daß
man den Schwmerverletzten mit vereinten Kräften
bergen konnte. Als lühner Schleichgänger schon
mehrfach vortrefflich bewährk, hatte O stermeier
durch seine 16 stündigen Beobachtungen als erster
festgestellt, daß den eigenen Truppen Engländer
gegenüberstanden. (Silberne Medaille.)
BerschiedeneN Nachuchlen.
Berlin, 25. Jan. Ein erschütternder Kindessellmord
hat sich lürzlich in Merseburg
zugetragen. Eine Schar junger Mädchen wandelte
am Ufer der Saale des Weges. Plötzlich
sprang die 12 jährige Schülerin Marie Flohr,
die wegen schlechter Behandlung durch ihre Stiefmutter
schon öfters Todesgedanken geäußert
hatte, mit dem Rufe: „Auf Wiedersehen im
Himmel“ in den Fluß. Als das arme Kind
an einen Pfahl stieß und noch lebend emportauchte,
gab es sich von dem Pfahl aus einen
kräftigen Stoß, um den sicheren Tod zu finden.
Dabei schrie es nochmals laut: „Auf
Wiedersehen im Himmel!“ und verschwand in
den Wellen. «-Mute-Weitem
München,25.Jan·Einschweketkkasp
wagenunfall ereignete sich heute nachmittag in
der Forstenriederstraße. Ein vom Forstenriederpark
kommender Militärlraftwagen fuhr an
einen Telegraphenmast und siel um. Der Wagenlenker
erlitt Verletzungen an der Hand und
im Gesicht; überdies klagte er über Schmerzen
in der Brust. Der Begleiter, ein aus Eggenfelden
stammender Unteroffizier, kam unter den
gen zu liegen und wurde so schwer verletzt,
daß er beim Transport ins Lazarett verschied.
Der Unfall wurde dadurch veranlaßt, daß der
Wagenlenker einer Frau ausweichen wollte, die
mit einem Handwagen die Straße überquerte.
+K4
"t“
Dillingen, 25. Jan. Echte deutsche Kameradschaft
bewiesen wieder im hiesigen Reservelazarett
Lefindliche Verwundete. Dort liegt
ein deutscher Krieger an Blutarmut schwer darnieder.
Auf eine Umfrage erllärten sich zwei
Vermundete sofort dazu bereit, Blut für ihren
Kameraden ihrem Körper entnehmen zu lassen.
Das Anerbieten eines der Braven ist angenommen
worden.
—.
Kufstein, 25. Jan. In den Kroßen Wiener
Lazaretten werden gegenmärtig Lichtbilder von
Kusslein und dem Kaisergebirge gezeigt, die
auf Veranlassung der Alpenvereinssektion Kufslein
von dem bekannten Lichtbildner Anton
Karg in Kufstein hergestellt sind. Die prächtigen
Aufnahmen, die bereils in den großen
Reservespitälern in Nürnberg mit ausgezeichnetem
Erfolg vorgeführt wurden, werden durch
den Vortrag stimmungsvoller Begleitworte, versaßt
von Schriftsteller August Sieghardt (Kufstein)
erläutert und finden begeisterten Anlang.
Sägeicher L#sers.
Tuntenhausen, 25. Jan. Am Mittwochalend
ist Graf Maximilian von Arco-Zinnelerg,
Kgl. Kämmerer und Oberleninant a. D.,
in seiner Wohnung an der Mar Josephstraße
in München jäh und überraschend, nachdem er
nur lurze Zeit an Bronchitis darniederlag, verschieden.
Graf v. Zinneberg war in Münchener
Gesellsc- aftslreisen nicht nur infolge seiner Stellung
als Vorsitender dez Münchener Reunrereins
allentlailen belannt, er war auch wegen
seines gegen sodermann lielenswürdigen Wesens
eine hochgeschätzte und stels gern gesehene
Persönlichkeit. Er war am 19. Februar 1850
in München geboren, hatte als Leulnant im
3. Feld-Art. Rgl. den Feldzug 1370 71 mitgemackt,
wobei er sich mehrfache Auszeichnungen
erwarl. 1873 schied er aus dem alktliven Militärdiensie
aus; 1884 wurde ihm der Charakter
als? Oberleulnant verliehen. Die Leiche wird
zur Beisenung in der Abnengruft nach Tuntenhausen
ülergeführt werden.
Miesbach, 25. Jan. In der Ausstellungshalle
wird am Fastnachtsmontag den 6. März
der alljährliche Verbands-Zuchtviehmarkt sfiattfinden,
dessen Beschicung mit Viehmaterial nur
Verbandemitgliedern zusteht. Gleichzeilig mit
diesem Markt wird durch die Viehzuchtgenossenschaft
Mieslach eine Prämiierung von Zuchtstieren
veranstaltet. Die Prämiierung erfolgt
in drei Klassen.
Kommunales.
Fi# des M ts· Uo
trung des Wioesrat= elleglums
14. Januar 1916.
Dem vom Neferale vorgelegten Entwurf eines
Vertrags zmischen dem Kommunalverband
NRosenheim-Stadt und der Walzmühle Mühldorf
wurde zugestimmt.
Nach Bekanntgabe der Zuschrift des Fremdenverlesrrereins
in ünchen vom 10. 12. ds.
Mis. wird zur Vertretung der Stadtgemeinde
Rosenheim im Fremdenverkehrörate für das Geschäftejahr
1915 16 Rechtsrat Kürzinger, der
bisberige Vertreter, abgeorduct.
In Sachen Erwerbung einer Wasserkraft im
Willinger Mühlbach zieht der Magistrat mit
Nüdsicht auf die einhellige gegnerische Stellungnahme
des Gemeindekollegiums in seiner Sitzung
vom 12. ds. Mts. seinen Beschluß rom
23. November 1915 zurüc und sieht von jeder
Weiterverfolgung des Projektes ab.
Die statistischen Berechnungen für den Siloneubau
der Kunstmühle Nosenheim Akt.-Ges.
werden unter der Bedingung genehmigt, daß
die vom städtischen Baurat Dr. Bosch in München
bei der Revision der Pläne und der statischen
Berechnung gestellten Forderungen genau
eingehallen werden und die Firma Gebr. Rank
in München die ausdrückliche Verantwortung für
die Beachtung dieser Revision bei der Ausarbeitung
der Detail= und Armierungspläne und
für die richtige Ausführung der Eisenbetonarbeiten
vor dem Stadtbauamt Rosenheim übernimmt.
Dem Zementfabrikanten Hans Bernrieder
wird die Kiesentnahme durch Baggerung aus
der Mangfall längs des gemeindlichen Grundes
unterhalb des neuen Mangfallwehres auf die
Dauer von 5 Jahren unter den nachstehenden
Bedingungen genehmigt: 1. für Kiesentnahme
sowie für Benützung des Ufers und der Strabe
ist pro Kubikmeter eine Entschädigung von
10 Pfg. an das städtische Elektrizitätswerk zu
leisten; 2. Gesuchsteller hat sich den von der
Direktion des Elektr. Werkes erlassenen Konttrollvorschriften
über die Kiesentnahme zu unterwersen;
3. die Bezahlung der Entsch#digung
ür die Kiesentnahme hat jeweils am 1 eines
ierxteljahres zu erfolgen. a.
Donnerstag, 27. Januar 1916
Rosenheim, 26. Ja uar.
Unser Kaiser vollendet an diesem 27.
Januar sein 57. Lebenssahr. Zum zweiten Male
seiern wir Kaisers Geburtstag im Krieg, deshalb
wird der Tag nur in aller Stille be.
gangen. Aber ulrgends in deutschen Gauen
und im Auslande, wo Deutsche wohnen, wird,
man diesen Tag vorbergehen lassen, ohne des
Kaisers zu gedenken, dessen hohes Pflichtgefühl
sich gerade in dieser ernsten Zeit ganz besonderg
geossenbart hat. Auch bei uns in Bayern wird
man morgen des Kaisers und seiner rastlosen
Tätigleit zum Besten des schmer bedrohten und
von einer Welt von Feinden angegriffenen Va.
terlandes gedenken. Ueberall werden feierliche
Bittgottesdienste algehalten, bei denen auch das
Gebet zum Himmel sleigen wird: Gott beschütze
Kaiser und Reich!
Auozeichnungen im Felde. Der Cesreite
Isidor Kellermeyer aus Hofleiten, der
im 1. Juf.-Rgt. steht, wurde mit dem Militär.
verdienstireuz 3. Klasse mit Schwertern ausgezeichnet,
gleichzeilig wurde er zum Unteroffizier
befördert; Kellermeyer ist der Sohn des
Schifsere Kellermeyer. Dem Rittmeister Josef
Grafen v. Arco-Zinneberg der Reserve des
1. Schweren Reiter-Neglments wurde das herzoglich
braunschweigische Kriegsverdienstkreuz
verliehen. Der Gefreite Josef Holzer, Milleresohn
aus Litzldorf und der Bindergehilse
Josef Anzinger aus Feilubach erhielten das
Eiserne Kreuz. Der Sanitätsunteroffizier Franz
Adlhoch, Rentamtosekretär in Bad Aibling, der
Juns. Josef Kögl von Ried bei Götting und
der Liendlgütler Josef Moser von Feilnbach
wurden mit dem Militärverdienstlreuz 3. Kl.
mit der Krone und mit Schwertern ausgezeichnet.
Justizdienst. Der Sekretär am Amts.
gericht Miesbach Amtsanwalt Nudolf Kirc.
Lauer u urde zum Amtsrichter am Amtsgericht
Oettingen in etatomäßiger Weise Lefördert uno
der Amtsanwalt außer dem Status bei dem
Amtsgericht Nüruberg Ferdinand Ritter und
Edler von Arthalb auf die Stelle ei#nn. Sekretäro
am Amtsgericht Miesbach in etatsmäßiger
Weise versetzt. Der Sekretär am
Landgericht Nürnberg Karl Hofmann wurde
zum Amtsrichter am Amtsgericht Wasserburg
in etatsmäbiger Weise befördert. Dem ehemaligen
Landgerichtsboten Franz Schönhärl in
Traunstein uurde mit NRücksicht auf seine 50.
jahrige ehrenvolle Dienstzeit die Ehrenmüni:
des Ludu igordens verliehen.
Zur Auomerzung des sog. wilden
Viehbandels in Bayern hat das Staats
ministerium versügt, daß ab 1. Februar der
gewerbemäßige Handel mit Vieh und Wild
zur weileren Veräußerung für sich oder andere
sowie auch das Anbieten und Aufsuchenlassen
der schriftlichen Genehmigung der Distrikiopolizeibehörden
jenes Bezirkes bedarf, in welchem
der Ankauf oder das Aussuchen stattfinden
sollten. Die Genehmigung soll regelmäßig nur
solchen Personen erteilt werden, welche diesen
Handel schon vor dem 1. August 1914 betrieben
und dafür Steuern entrichtet haben. Personen
unter 18 Jahren sind vom Biehhandel ausgeschlossen.
Ohne Erlaubnisschein darf niemand
den Viehhandel ausüben. Gegen die Versagung
der Genehmigung ist Beschwerde an die
Kgl. Negierung, Kammer des Innern, zulässig.
Freibändiger Pserdeverkauf. Fur
das stellv. Generalkommando 1. Armeekorpo
findct durch Oberstleutnaut Fels freihändiger
Pferdeankauf statt, und zwar: Montag, 7. Februar
in Prien, Beginn 10 Uhr vormitlags;
Dienstag, 8. Februar in Rosenheim, Baher—
miese, Beginn 9 Uhr vormittags. Der Ankauf
erfolgt nach den Bedingungen der G.-K.-U.
vom 13. 9. 1915 Nr. 111 951, bekannt gegeben
im Amtstlatte des Kgl. Bezirksamts Nosenheim
1915 Nr. 101, Seite 788, wobei ausdrücklich
Letont wird, daß Pferde, die im Früljahr
1916 vierjährig werden, die also im Jahre
1912 geboren wurden, nicht angekauft werden
können.
Zur Kartoffelversorgung. Anttlich
wird uns aus Berlin berichtet: Um die rechtzeilige
Frühjahrsversorgung der größeren Städte
und Industrieorte mit Kartoffeln zu sichern
und gleichzeitig die jetzt unerwartet günstigen
Witterungsverhältnisse und Transportmöglich.
leiten auszunutzen, ermächtigte der Reich-kanzler
die Reichskartoffelstelle, bei ihren Ankäufen
für diese Städte schon jetzt die gesetzlichen Höchst-.
preise in gemissen Grenzen zu überschreiten. Für
die Verbraucher wird diese Anordnung bis auf
weiteres nicht fühlbar werden, da die Absicht
besteht, mit Hilfe von Zuschüssen aus öffentlichen
Mitteln die Kleinhandelshöchstpreise für
den Winterbedarf aufrecht zu erhalten. Dabei
ist zu hoffen, daß es auf diesem Wege auch
gelingt, die in einzelnen Orten aufgetretene
Kartoffelknappheit zu überwinden.
Die eisernen Zehnpfennigstücke
werden von heute ab dem Verkehr #bergeben
werden. Hoffentlich wird dadurd#, der
Mangel an Kleingeld einigermaßen behoben.
Falsches Geld gibt es zurzeit in Rosenbeim.
Gestern wurden an einer Stelle Falsche
Fünf-Pfennigstücke vereinnahmt. Die Fälcher
haben sie aus Blei hergesteilt, sodaß die Fälschung
leicht zu erkennen ist. Auch ihr Gewicht
ist lehr auffallend. s , .-