26 Vorgeschichte der Akadewie.
ünermüdlichen Bemühungen Leimnxtzens, für Deutschland etwas
Ähnliches in’s Leben zu rufen und eine organische Verbindung
aller europäischen Gelehrten und aller wissenschaftlichen Bestrebungen
herbeizuführen!. Da Lermxsız nicht nur der geistige Urheber
und der erste Präsident der Preussischen Societät der Wissenschaften
gewesen ist, sondern auch in Dresden’, Russland? und
Wien’ Akademieen zu stiften unternommen hat, da ferner die Akademieen
in München, Göttingen, Turin, Stockholm und Leipzig
teils gleich anfangs, theils später nach dem Muster der Berliner
cgard dans les memes dispositions ol Erasme cCtait a Vegard de Socrate lorsqu'il
disait: »Sancte Socrates. ora pro nobis«.
! Hand in Hand mit den Bestrebungen, uicht nur die deutsehen Gelehrten
unter einander zu verbinden, sondern auch die europäischen zu gemeinsamer, planvoller
Arbeit zu vereinigen. gehen bei Lewxız die immer wiederholten Anustrensungen.
cine Pasigraphie, d.h. eine nova lingua characteristica. zu erfinden. Nicht
um die Schöpfung eines Volapüks handelte es sich ihu — der Widersinn dieses
Unternehmens, das, wenn es gelänge. zu einen halben Dutzend Cultursprachen
noch eine siebente hinzufügen würde, ging ihm bald auf —, sondern um die begrenztere
und reizvolle Aufgabe, eine in allen Sprachen lesbare Zeichenschrift zu
erfinden nach dem Vorbild der mathematischen Zeichensprache. Dass auch diese
Aufgabe selbst für deu scharfsinnigsten Geist unlösbar sei. hat Leiexiz nach unendlichen
Bemühuugeun gegen Ende seines Lebens einsehen wüssen.
2 Sielle E. Bopemaxn. Lewxiz' Plan einer Societät der Wissenschaften in
Sachsen (Neues Archiv f, sächs. Gesch, 4. Bd. 1883 S.177— 214). Die Angelegenheit
spielte 1703--1705 und war nach vollkomwmener Vorbereitung dev Durchführung
nahe; aber der Krieg durchkreuzte sie. Zu einer Akademie dev \WVissenschaften iu
Dresden kam es überhaupt nicht. obgleich Alles fertig war und der Reinsehrift des
Stiftungsbriefes nur die köuigliche Unterschrift fehlte. Erst iin Jalwe 1846 wurde
die Sächsische Gesellschaft der Wissenschaften zu Leipzig aın 2ı. Juni. dem Geburtstag
Leissizeus, eröffnet,
® Die Beziehungen von Leıisxız zu Perer deu Grossen und Russland siud
noch nicht erschöpfeud dargestellt worden. obgleich ein ziemlich umfangreiches
Actenmaterial theils gedruckt vorliegt. theils leicht zugänglich ist. Das Buch vou
P’ossert, PErER der Grosse und Leissırz (Dorpat 1843), ist nahezu werthlos. Lrıssız
hat die Stiftung einer Akademie der Wissenschaften in Russland angeregt und betrieben
(vergl. u.a. den Briefwechsel wit Heixeccius in der Hanuov. Bibliothek:
Plau der Erviehtung eimer Societät der Wisseuschaften und Missionsanstalt im
Moskau, und zwar ausgehend vou der Berliner Societät, Brief vom 19. November
1711). Gestiftet wurde sie nach seinem Tode im Jahre 1724 von Prrea ].,
eingerichtet im folgenden Jahre von Karnarına ]. zu St. Petersburg. Zur Berliner
Akademie hat die Petersburger in dem ersten halben Jahrhundert ihres Besteliens
die lebliaftesten Beziehungen gehabt. Eine heilsame Rivalität bestand, ja
ınan suchte nicht ohne Erfolg die tüüchtigsten Mitglieder der Schwesterakadenie
zu entfüliren.
* Siehe Krore, Lewxız Plan der Gründung einer Societät der Wissenschaften
in Wien (Archiv f. österreich. Gesch. 40. Dd. 1869 S.ı59 ff... Ilvrer, Gesch. d.
Gründung u. d. Wirksamkeit d. K, Akad. d. Wiss. (Wien 1897) S.5 ff.